Formel 1 Saison 2013

Red Bull und Lotus auf dem falschen Weg
Mit den Motorkennfeldern hat es schon im letzten Jahr Ärger gegeben. Die FIA legte daraufhin eine Referenzsoftware fest. Unter den Motorenherstellern gab es unterschiedliche Ansichten, ob die Mapping-Werte auch für 2013 als Basis gelten.

Erinnern Sie sich noch an den GP Deutschland? Da stand der Start der Red Bull-Renault auf der Kippe, weil die FIA-Inspektoren in dem Renault V8 eine Software entdeckt hatten, die ihnen verdächtig vorkam. Bei Vollgas wurden bis zu 35 Prozent Drehmoment weggeregelt. Im Prinzip war das nichts anderes als ein Kickdown für eine Art Traktionskontrolle. Durch Spätzündung wurden auch dann noch Auspuffgase für die Aerodynamik produziert, wenn der Fahrer vom Gas ging. Nicht in dem Ausmaß wie 2011, aber immerhin eingeschränkt.

Red Bull hatte da eine Lücke im Reglement entdeckt. Die Einschränkungen für den Zündzeitpunkt und das Einspritzen von Benzin galten für alle Zustände - nur nicht auf die Vollgasstellung. Renault-Ingenieur Remi Taffin versteht bis heute die Aufregung nicht: "Das wurde völlig überbewertet. Wir haben uns an die Regeln gehalten und verstehen bis heute nicht, warum das plötzlich illegal sein sollte."

Neue Motor-Regeln seit August 2012
Die Regelhüter waren der Meinung, dass Red Bull und Renault mit diesem Motorprogramm über das Ziel hinausgeschossen waren. Weil es nicht dem Geist des Reglements entsprach. Deshalb wurde am 24. August 2012 die technische Direktive Nr.19 an alle Teams verschickt, die kreativen Mapping-Anpassungen einen Riegel vorschob.

Ab 6.000/min bis Vollgas dürfen der Zündwinkel nicht mehr als 2,5 Prozent und die Drehmomentkurve nicht mehr als zwei Prozent von einer Referenzsoftware abweichen. Für diesen Vergleichsmaßstab durften sich die Motorenhersteller Kennfelder aussuchen, die sie bei einem der ersten vier Rennen der Saison 2012 verwendet hatten.

Renault glaubte an Neustart
Unklar war, welcher Maßstab für 2013 gelten sollte. Bleibt die Referenzsoftware gleich oder dürfen die Teams zu Saisonbeginn eine neue Basis festlegen? Dann hätte Red Bull theoretisch das Hockenheim-Kennfeld zurückholen können. Die Aussagen dazu waren total gegensätzlich.

Ferrari-Motorenchef Luca Marmorini erklärte: "Alles bleibt beim Alten. Es gelten die 2012er Bestimmungen. Deshalb wird sich an der Wirkung des Auspuffs für die Aerodynamik nichts ändern." Kollege Taffin von Renault war da ganz anderer Meinung: "Für uns geht es wieder von vorne los. Wir legen in Melbourne eine neue Referenz fest. Die Direktive bezog sich ausschließlich auf das letzte Jahr."

FIA entscheidet: 2012-Regel bleibt gültig
Auf Nachfrage bei der FIA heißt es: Es gelte die Technische Direktive Nr.19 von 2012. Renault muss also umdenken. Offenbar wurden die Franzosen misstrauisch und haben am Abend des dritten Testtages selbst bei den FIA-Inspektoren in Barcelona nachgefragt. Die Antwort wird ihnen nicht gefallen haben. Es ist davon auszugehen, dass Renault bereits neue Kennfelder getestet hat, um den Auspuffeffekt auf die Aerodynamik zu optimieren. Die kann man jetzt wieder einpacken.

Mercedes-Teamchef Ross Brawn kann nachvollziehen, dass bei Red Bull und Lotus keine Freude aufkommt. "Deren Auspufflösung wurde vermutlich dahingehend entwickelt, dass man mit den Kennfeldern mehr Freiheiten hat. Die Auspufflösung von Red Bull und Lotus ist im Schleppbetrieb des Motors kritisch, weil da der Auspuff weniger bläst und auch weniger zum Anpressdruck beitragen kann, was bedeutet, dass man mehr auf den Flaschenhals angewiesen ist."

"Der Flaschenhals aber ist bei Red Bull und Lotus wegen der Rampe hinter den Endrohren weniger stark ausgeprägt. Deshalb hat diese Auspuffvariante am Kurveneingang einen Nachteil gegenüber der Lösung, wie sie McLaren erfunden hat und der alle bis auf Red Bull und Lotus gefolgt sind. Es kann schon sein, dass man das Problem durch eine schlaue Motorsteuerung kompensieren wollte."


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ja, wenn das mal für Lotus und Red Bull nicht ein ziemlicher Rückschlag ist...

Den ganzen Heckbereich umzugestalten ist sicher aufwendig, sowohl finanziell als auch zeit-mäßig...
 
Das kann nicht sehr viel ausmachen, legte doch Red Bull gerade nach Hockenheim richtig zu.
Ein kleiner Nachteil ist das sicherlich, aber in meinen Augen nicht entscheidend.

Die ersten Rennsimulationen sahen ja auch, wie gesagt, sehr gut aus. Bei Red Bull und Lotus.
 
Das kann nicht sehr viel ausmachen, legte doch Red Bull gerade nach Hockenheim richtig zu.
Ein kleiner Nachteil ist das sicherlich, aber in meinen Augen nicht entscheidend.

Die ersten Rennsimulationen sahen ja auch, wie gesagt, sehr gut aus. Bei Red Bull und Lotus.

Dieses Jahr hat man das Auto aber extra darauf ausgerichtet. Ist genauso wie der Ferrari-Auspuff von 2012. Hätte die ursprüngliche Version funktioniert, hätte sie viel besser zum Gesamtkonzept des Autos gepasst und man wäre wohl schon zu Saisonstart etwas konkurrenzfähiger gewesen.. Laut Fry war dann die Kopie eher eine Notlösung.

Umsonst sagt Brawn ja nicht, dass man bei Red Bull/Lotus voll auf diese Karte gesetzt und jetzt Nachteile hat. Aber mal auf Chaini warten!

Und bei den Tests können die Teams mit Teilen und Einstellungen fahren wie sie wollen, das Regelment gilt ja erst ab dem ersten Rennen...von daher ist es sehr wahrscheinlich, dass Lotus und Red Bull bei den bisherigen Tests dieses Jahr mit der nun für illegal erklärten Motoreinstellungen unterwegs waren...
 
Ideal ist es sicherlich nicht. Das will ich nicht bestreiten.
Der Einfluss des Motormappings ist aber sicherlich nicht so dramatisch, selbst wenn man das Auto danach "ausrichtet".
Die Autos sind ja grundsätzlich so konstruiert, dass man das Maximum aus den Auspuffgasen holt. Mit anderen Mapping konstruiert man ja nicht in eine ganz andere Richtung.

Ich glaube kaum, dass das überhaupt 0,1s pro Runde ausmacht. Ich sehe darin bei weitem keinen entscheidenden Nachteil.
 
Aber mal auf Chaini warten!

Meinst du mit Chaini den selben wie ich? Ist OWA etwas auch im Forum?


@Haus

Nur eine Grobübersicht zu den 5-6 Top-Teams:

Lotus sah sehr stark aus, vor allem in den Longruns. Wäre das ein Rennen gewesen und alles was die Teams können, hätten sie meiner Meinung nach das Rennen gewonnen.

McLaren und Mercedes sahen beide auch gut aus, wobei gerade der Mercedes verdammt gut mit den Reifen umging, wohl besser als jedes andere Team. Was aber natürlich an den Temperaturen lag.

Der Ferrari hingen sah sehr unruhig und inkonstant aus. Wäre das jetzt ein Rennen gewesen hätte ich sie zu hinterst gewesen.

Und last but not least, RBR. Wohl am schwierigsten einzuschätzen. Sie sind die Meister im Understatement und man weiss nie was von ihnen noch kommt. Wären die Tests bindend wäre ich mir sicher dass sie auf alle Fälle nicht überlegen.
 
Renault V6-Turbo: Leiser, effizienter, komplexer

http://www.motorsport-total.com/f1/...ffizienter_komplexer_13022513.html?ga_from=vl

"Der Motor wird ungefähr 550 PS leisten. Die Leistung wurde durch den Benzinfluss begrenzt", erklärt White.

Ist das noch Formel 1?
Meine Güte, die GP2 Motoren leisten schon 620PS. Klar, mit ERS sind es 700, aber das hält ja keine komplette Runde. Über die Runde kommt man dann im Schnitt auf die 620PS der GP2 und 150PS weniger, als wir heute haben. :shakehead:

Dann liest man noch, dass die Fahrer sich das Benzin noch über das Rennen aufteilen müssen.

Das ist also die F1 der Zukunft.
-600PS
-leiser
-Benzin und Reifen sparen im Vordergrund.

Könnte ein noch größerer Schlag als 2006 und 2010 werden und die waren schon heftig.
 
Könnte ein noch größerer Schlag als 2006 und 2010 werden und die waren schon heftig.

Fand die Jahre 2006, 2007, 2008, 2010 und 2012 dennoch um Klassen spannender und hochklassiger, als die Saisonen 2000, 2001, 2002, 2004...und das obwohl damals die Wagen deutlich stärker waren...

von daher...Zumal die PS Anzahl nicht zwangsläufig etwas über die Geschwindigkeit, Beschleunigung etc... aussagt...
 
Doch, Ps Anzahl sagt was über Topgeschwindigkeit aus. :kruemel: Beschleunigung hängt aber vom Drehmoment ab und ich gehe davon aus, dass das mit den Elektromotoren mindestens kompensiert werden sollte.

Zudem: Den Speed der F1 macht ja auch der aerodynamische und mechanisch höhre Grip als in tieferen Klasssen aus.

Versteht mich nicht falsch, 550PS machen mich auch stutzig. Aber wie im MSport-total Artikel erwähnt: in den 80zigern fand V6 Turbos niemand langweilig. Ich lasse mich daher überraschen und bilde mein Verdikt wenn die Motoren im Einsatz sind.
 
Fand die Jahre 2006, 2007, 2008, 2010 und 2012 dennoch um Klassen spannender und hochklassiger, als die Saisonen 2000, 2001, 2002, 2004...und das obwohl damals die Wagen deutlich stärker waren...

Ich sehe das komplett anders. 2005 war für mich das letzte richtige Formel 1 Jahr. danach ging es steil bergab. Und gerade 2012 war ein Witz.
Interessant, dass es noch Leute gibt, die auf Reifenschonen, schwache, schlechter klingende Motoren und leichter zu beherrschende Autos stehen.

@sirtoby
Ich stimme dir zwar im Grunde zu, bleibe aber skeptisch:
In den 80ern gab es keine ausgeklügelte Aerodynamik. Selbst 1995, das letzte mal als wir in die Nähe von 600PS kamen, waren die Rennen viel aufregender, weil die Autos schwer zu beherrschen waren. Jetzt schon haben die Autos viel mehr Grip als Leistung. Keine Ahnung wie das werden soll, wenn man 150PS weniger hat.

Und ich würde wiedersprechen, dass der Grip den Unterschied macht. Sicherlich ist dieser groß. 150-200PS kosten einen aber über 3s pro Runde. Heute ist der Unterschied 4-7s zu den GP2. In anderen Worten: Eine Hinterbänklerteam wird sehr ähnliche Rundenzeiten fahren wie die GP2 Spitze. Das sind 2014 dann kaum 1-2s. Zu Rennbeginn noch weniger.
Wenn man jetzt noch dazurechnet, dass 2014 die Aerodynamik weiter beschnitten wird und das die Fahrer Benzin sparen müssen, wird sich der Unterschied schnell auflösen.

Zum Drehmoment:
Sicherlich hilft viel Drehmoment beim Beschleunigen, aber das Drehmoment des Elektromotors gibt es eben nur für etwa 50-60% der Runde. Ob der 1.6l Turbo alleine jetzt so viel Drehmoment mehr erzeugt, bezweifel ich dabei.
 
Der 1.6Liter Turbo wird tendenziell eher weniger Drehmoment erzeugen. Wobei der Unterschied sobald der Turbo anzieht nicht mehr gewaltig sein würde. Gerade beim Anfahren (also Start) wird der Elektromotor sicherlich einen grossen Teil ausmachen.

Was die 80er Jahre betrifft hast du Recht, die Autos waren ja noch handgeschalten mit Kupplung! :D Wie gesagt, ich bin auch skeptisch, aber ich lasse es auf mich zukommen! :)
 
Bianchi hat Jugendergebnisse vorzuweisen, die selbst einen Vettel oder Hamilton blass aussehen lassen. Dabei überzeugt er bei jedem Young Drivers Test. Wie Bianchi bis heute keinen Platz in einem Spitzenteam bekommen hat, ist mir ein absolutes Rätsel und jetzt entscheidet sich auch noch Force India für Sutil. :shakehead:

Gerade die Bestätigung, dass Bianchi für Marussia fährt. Immerhin!
Jetzt kann es mir auch egal sein, dass Sutil bei Force India gelandet ist. ^^

Müsste mal meine Lieblingsfahrer Liste für 2013 überarbeiten so viel, wie sich jetzt in den letzten Wochen noch getan hat.

Für Razia tut es mir aber sicherlich leid. Es war bestimmt sein Traum in der Formel 1 zu landen und jetzt ein sicher geglaubtes Cockpit zu verlieren.
Razia ist ja sicherlich nicht untalentiert.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ab heute könnte es etwas spannender werden, denn es sind die letzten zwei Testtage, erste ordentliche Upgrades kommen wohl an die Autos und jeder wird hoffentlich versuchen so ziemlich ans Limit zu gehen. Mercedes soll auch endlich mal bitte die weichen Reifen auspacken. :)
 
Ab heute könnte es etwas spannender werden, denn es sind die letzten zwei Testtage, erste ordentliche Upgrades kommen wohl an die Autos und jeder wird hoffentlich versuchen so ziemlich ans Limit zu gehen. Mercedes soll auch endlich mal bitte die weichen Reifen auspacken. :)

Er hat mit 1:21,5 zumindest schonmal eine deutliche neue Bestzeit für diesen Testwinter aufgestellt und anscheinend hat der Wagen noch für paar Runden Benzin an Board. Leider sind die Reifen nicht markiert, also wissen wir nicht, mit welcher Mischung er die Zeit fuhr. Da der Reifen jetzt aber nach 4 Runden 6s verloren hat (Pirelli :ugly:) werden es wohl die Weichen oder eher Superweichen Reifen sein.
Ich denke, es sind die Supersofts, denn 6s in 4 Runden sind selbst für Pirelli zu heftig.
 
Er hat mit 1:21,5 zumindest schonmal eine deutliche neue Bestzeit für diesen Testwinter aufgestellt und anscheinend hat der Wagen noch für paar Runden Benzin an Board. Leider sind die Reifen nicht markiert, also wissen wir nicht, mit welcher Mischung er die Zeit fuhr. Da der Reifen jetzt aber nach 4 Runden 6s verloren hat (Pirelli :ugly:) werden es wohl die Weichen oder eher Superweichen Reifen sein.
Ich denke, es sind die Supersofts, denn 6s in 4 Runden sind selbst für Pirelli zu heftig.

Wir haben übrigens mittlerweile auch die Bestätigung von Pirelli-Chef Paul Hembery, dass Lewis Hamilton bei seiner schnellen Runde auf der weichen Reifenmischung unterwegs war.

Ein Desaster scheint der Mercedes wirklich nicht zu sein, wobei mich interessieren würde, wie der Mercedes mit den weichen Reifen auf Dauer umgeht und wie überhaupt die Reifenproblematik bei heißen Temperaturen ist. All das bringt Mercedes jetzt wenig, wenn bei heißen Temperaturen mal wieder gar nichts geht.



PS:
Einige Zeitenverbesserungen nun auf dem Bord. Die wichtigste Zeit kommt aber von Lewis Hamilton. Der Mercedes-Pilot kann sich noch einmal um satte sieben Zehntel steigern. 1:20.812 Min. - wieder auf weichen Reifen. Das ist eine Ansage an die Konkurrenz.
Die Mercedes Rage beginnt... trotz allem muss man natürlich erst recht bei Mercedes vorsichtig bleiben und die ersten Rennen abwarten. Es freut mich jedoch schon einmal, dass das Auto wohl nicht all zu schlecht ist und ziemlich standfest wirkt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Also die 1:20,8 ist schon eine heftige Zeit. Vor allem wenn man bedenkt, dass das Auto wieder nicht komplett leer war.
Hamilton sprach aber davon, dass die Konkurrenz 1-1,5s machen könnte. und Mercedes somit 2s aufholen muss.

Trotzdem ist es ein Beweis, dass der Mercedes, zumindest auf eine Runde, sehr schnell ist.
Das die weichen Reifen aber so dramatisch einbrechen könnte ein Problem sein.

Heute sehen wir aber von fast allen wohl eine Rennsimulation. Dann kriegen wir einen sehr guten Eindruck vom Kräfteverhältnis.
Der heutige Nachmittag ist mit Abstand der wichtigste und spannendste des bisherigen Testwinters.

EDIT:
Die 1:20,8 ist auf Medium gefahren worden. Also das ist schon ein sehr starker Auftritt von Mercedes.
Vielleicht funktioniert das neue Aeropaket sehr gut.
 
Zuletzt bearbeitet:
Er hat mit 1:21,5 zumindest schonmal eine deutliche neue Bestzeit für diesen Testwinter aufgestellt und anscheinend hat der Wagen noch für paar Runden Benzin an Board. Leider sind die Reifen nicht markiert, also wissen wir nicht, mit welcher Mischung er die Zeit fuhr. Da der Reifen jetzt aber nach 4 Runden 6s verloren hat (Pirelli :ugly:) werden es wohl die Weichen oder eher Superweichen Reifen sein.
Ich denke, es sind die Supersofts, denn 6s in 4 Runden sind selbst für Pirelli zu heftig.

Es waren nicht markierten, können also keine Supersofts gewesen sein.

Und warum lachst du schon wieder Pirelli aus?
 
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