Es ist gar nicht mal so lange her, da stellten wir euch zwei Drittel der Protagonisten aus Aliens vs. Predator vor. Waren die Menschen zu dem Zeitpunkt etwa schon alle entwirbelsäult und gemundspießstochert? Zum Glück nicht, es waren die Xenomorphs, die damals noch mit Abwesenheit glänzten. Inzwischen hat Sega aber wohl fleißig facehuggen und brüten lassen, denn auf der gamescom konnten wir endlich einen ersten Eindruck von den Aliens des Spiels gewinnen, welche diese Bezeichnung auch tatsächlich als Namen tragen.
Wem Aliens vs. Predator schon vor den enttäuschenden Kinofilmen ein Begriff war, der hatte sich entweder bereits mit entsprechender Franchise-Literatur auseinandergesetzt oder die beiden beliebten Actiongames zum interstellaren "Clash of the Titans" gezockt. Als Kenner letzterer Kategorie tragt ihr seitdem gewiss eines der erinnerungswürdigsten Kapitel der Videospielegeschichte in eurem Kopf-Archiv herum, eingeordnet mit der Beschriftung "Coole Momente in denen ich ein Alien war". Ob man im neusten Teil wieder den kompletten Entwicklungsprozess (s)eines Xenomorphs durchleben darf? Noch wollen Rebellion es nicht verraten, zumindest konnten wir in Köln aber schon ein paar Facehuggers in Aktion erleben. Statt Befehle von Oberen zu befolgen oder auf Jagdtrophäen abzuzielen, folgt man als Alien schlicht seinen natürlichen, außerirdischen Trieben. Die Königin muss leben, der Stamm muss größer werden und dazu muss man menschliche Opfer mit der berühmtesten Gesichtsmaske des "Sci-Fi"-Genres beglücken. Dass für die Parasitenbrut keine Humanoiden mit Kopfschutz in Frage kommen, macht die Sache nicht unwesentlich komplizierter. Speziell da man als Standard-Xenomorph im Gegensatz zu Predator und Colonial Marine über so gut wie gar keine Panzerung verfügt und damit dank fehlender Fernkampfwaffe tunlichst darauf achten sollte, sich bei einer Konfrontation mit dem Feind allerhöchstens im Moment des gegnerischen Todes zu erkennen zu geben. Aus der Nähe gibt's für Alien-Opfer dafür dann nicht mal mehr echte "Realisierung der ungünstigen Gesamtsituation"-Zeit, selbst wenn man sich bloß auf den handelsüblichen Klauenschlag beschränkt, der ohne viel Aufwand ganze Räume mit Blut und Leichenteilen tapezieren könnte. Highlights der Alien-Attacken sind eine ganze Reihe von Finishing-Moves, welche die Herzen der USK garantiert im Sturm vor Entsetzen verkalken lassen werden. So packt ihr euch beispielsweise ein Menschlein, lasst es noch etwas vergeblich um sein Leben zappeln (Vorsicht: Wer unachtsam ist, lässt den fleischigen Fisch auf zwei Beinen dann doch entflutschen) und rammt ihnen dann aus der Egoperspektive euren Innenmundschaschlikspieß ins Gehirn. Schleicht ihr euch gekonnt an, könnt ihr Feinden auch gleich unsanft-unkompliziert von hinten mit dem langen Messerschwanz die Kehle aufreißen oder die Brust durchstochern. Was soll man klagen, die Welt von Aliens vs. Predator ist eben eine schrecklich brutale. Mit Wesen die Säureblut durch ihre Körper pumpen, sich abgerissene Köpfe samt Wirbelsäulen als Andenken ins Raumschiff legen und Menschen... ja, Menschen die sich auf der Flucht vor Facehuggern auch mal als letzten Ausweg selbst die Rüben wegknallen.
Wie man als gar nicht mal so kleiner Säurefleischbrocken überhaupt so nahe an schwerbewaffnete Killerexperten herankommen soll? Stellt nicht so blöde Fragen! Wer das nicht weiß, hat sowohl im Kino als auch auf dem Buch-, Comic- und eben Spielemarkt Cryostasis-Schlaf gehalten. Wenn sich jemand auf allen Vieren über Wände und Decken bewegt als seien es handelsübliche Fußböden, hat er einen nicht zu unterschätzenden Manövriervorteil. Gepaart mit der dunklen Beschaffenheit provisorisch aufgebauter Weltraumkolonien und der schwarzen Farbe des Alien-Körpers sind die Xenomorphs also nicht minder gut getarnte Jäger als ihre rivalisierten Kollegen mit Stealthanzug. Genau wie die Predators werden die Aliens übrigens auch per Knopfdruck im "Dead Space"-Schwerelosigkeits-Stil automatisch an den in Reichweite liegenden Punkt im Raum springen können, welchen der Spieler gerade anvisiert hat. Das kommt nicht nur Fluchtaktionen bei gescheiterten Erschreckversuchen zugute, sondern auch dem flüssigen Vorankommen in den nicht mehr ganz so "platt" wie in den Vorgängerteilen designten Levels von Aliens vs. Predator. Umgerechnet auf die 12 Stunden, welche Rebellion eigenen Aussagen zufolge mit dem Spiel im Solomodus bieten wollen, würde die Xenomorph-Kampagne entsprechend ca. 4 Stunden für sich beanspruchen. So lange müssten "Motion-Sickness"-Kandidaten gerade noch so verschmerzen können, auch wenn die "drunter & drüber" Kletteraktionen ohne echtes Oben und Unten auf Dauer garantiert selbst durchschnittlich gesunden Menschen auf den Magen schlagen werden.
http://www.areagames.de/artikel/detail/Aliens-vs-Predator/103997