Sammelthread Älter werden - Der Thread

  • Thread-Ersteller Thread-Ersteller Avi
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum

Habt ihr Angst vor dem Älterwerden?

  • Ja

    Stimmen: 24 27,9%
  • Nein

    Stimmen: 47 54,7%
  • Weiß nicht...

    Stimmen: 15 17,4%

  • Stimmen insgesamt
    86
Seit dem Tod meines Papas letztes Jahr habe ich ehrlich gesagt auch einen neuen Blick auf Zeit, Vergänglichkeit und Sinn. Alles vergeht so rasend schnell wie ein Wimpernschlag. Ehe man sich versieht, ist man tatsächlich selber schon an der Schwelle. Uns ist hier nicht viel Zeit gegeben. Am Ende weiß niemand, wie viele Jahre man wirklich hat. Ein Unfall, eine Krankheit oder sonst was kann das ganze Leben massiv verkürzen und verschlechtern.

Der Tod hatte aber doch auch was Gutes. Ich würde sagen, dass ich seitdem wesentlich dankbarer und reflektierter mit allem umgehe. Mein ganzes Jogging-Programm absolviere ich nicht als lästige Pflicht, sondern sehr dankbar, dass ich mich noch schmerzfrei und schnell bewegen kann. Auf die Schönheit draußen (Blumen, Tiere, Bäume, ein gutes Essen) schaue ich auch wesentlich dankbarer als noch bis vor einem Jahr. Nichts ist selbstverständlich, alles ist fragil und vergänglich. Daher muss man den Moment genießen, das hat @Avi schon treffend formuliert finde ich.

Angst in dem Sinne habe ich (noch?) nicht. Das lässt sich aber auch leicht sagen, wenn man körperlich noch fit ist. Wie es aussieht, wenn dann die ersten stärkeren Einschränkungen kommen (Augen, Gelenke, Mobilität usw.) kann ich natürlich noch nicht sagen. :)

Ein sehr gut geschriebenener und ehrlicher Post. Nach dem Tod meiner Mutter war ich erstmal verloren (und ich habe das bis heute nicht ganz verkraftet), aber erst nach dem Koma habe ich aus gewissen Gründen die Angst vor dem Sterben komplett verloren. Das Altern ist interessant, lustig und erschreckend zugleich. Manchmal will ich mich sehr sehr alt erleben und manchmal nicht. Aber wurscht, wenn ich 2033 krepiere, wie ich seit Kindertagen vorausahne, spielt das eh keine Rolle mehr. Einfach mal abwarten ob es wirklich passiert, und wenn nicht dann versuche ich hier in dieser verrückten Bizarrowelt dennoch jeden Tag irgendwie zu genießen. Mit allen Höhen und Tiefen.
 
Ich finde, es ist wichtig zu erkennen welche Sachen man im Leben ändern kann und welche einfach der Lauf der Dinge sind. Das älter werden lässt sich nun mal nicht aufhalten - was auch gut so ist.

Hatte das Thema erst vergangene Woche mit einem Freund. Hauptsache man macht etwas für sich und den gegebenen Voraussetzungen aus seinem Leben, worauf man selbst stolz sein kann. Der Rest ist reine Makulatur.
 
Ein Problem wird das für die meisten wohl erst, wenn es mal ins Pflegeheim oder sowas gehen muss.

Da liegt man ja heute schon zwischen 3000 bis 5000€ monatlich für einen Standard Platz. Wer da keine gute Rente hat und/ oder viel gespart hat, darf dann irgendwo in einer Noteinrichtung den ganzen Tag in seiner eigenen Kacke liegen. Und nein das ist nicht übertrieben, das ist ja teilweise selbst in den "guten" Heimen schon so.

Wohl dem, der Familie und ne gute Beziehung zu den Kindern oder Enkeln hat, die da was übernehmen können in der Pflege. Alle anderen sind der Willkür der hoch motivierten "Fachkräfte" in solchen Einrichtungen ausgeliefert. Da ist die Angst vorm Alter dann mehr als begründet.
 
Ein Problem wird das für die meisten wohl erst, wenn es mal ins Pflegeheim oder sowas gehen muss.

Da liegt man ja heute schon zwischen 3000 bis 5000€ monatlich für einen Standard Platz. Wer da keine gute Rente hat und/ oder viel gespart hat, darf dann irgendwo in einer Noteinrichtung den ganzen Tag in seiner eigenen Kacke liegen. Und nein das ist nicht übertrieben, das ist ja teilweise selbst in den "guten" Heimen schon so.

Wohl dem, der Familie und ne gute Beziehung zu den Kindern oder Enkeln hat, die da was übernehmen können in der Pflege. Alle anderen sind der Willkür der hoch motivierten "Fachkräfte" in solchen Einrichtungen ausgeliefert. Da ist die Angst vorm Alter dann mehr als begründet.

Was da manchmal in den Pflegeheimen abgeht ist der pure Horror und mündet oft in einem unwürdigen Ende eines zuvor vielleicht erfüllten Lebens.
 
Wird einem Primatier, der in einem Haus mit 3 Brunnen lebt, einen elekrifizierten Herrenbeschleuniger fährt und sich den Lachs aus Norwegen per Heli ankarren lässt nicht passieren. Daddy hat vorgesorgt.
 
Ja da ist es auch egal, ob da eine ehemalige Putzkraft oder ein Professor liegt :kruemel:
Der Unterschied wird sein das der Professor vermutlich genug Geld für ein Einzelzimmer hat. Für die Putzfrau sehe ich komplett schwarz.
Ich würde für eine private Schusswaffe plädieren um den ganzen Elend selber ein Ende zu setzen.
Ist wie bei aussichtslosen Indianerangriff..die letzte Kugel ist für ein selber.
 
Ich hab geplant, mit ca. 70 einfach nach Thailand auszuwandern und mich dort von ein paar 20 jährigen Mädels "pflegen" zu lassen. Muss ich nur noch meine Frau von überzeugen. Drückt mir die Daumen :tingley:
 
Aber wurscht, wenn ich 2033 krepiere, wie ich seit Kindertagen vorausahne, spielt das eh keine Rolle mehr. Einfach mal abwarten ob es wirklich passiert..
..und bis dahin würde ich einfach leben. Macht mit Sicherheit mehr Spaß als nur warten.
Versuch doch ein paar von Deinen früheren Fehlern ein klein bißchen gerade zu rücken.
 
Ich hab geplant, mit ca. 70 einfach nach Thailand auszuwandern und mich dort von ein paar 20 jährigen Mädels "pflegen" zu lassen. Muss ich nur noch meine Frau von überzeugen. Drückt mir die Daumen :tingley:
Deine Frau wird diesen Vorschlag dann mit Sicherheit dankbar aufnehmen und sich sagen "Den bin ich los und Heidewitzka jetzt geht die Post ab" :party:
 
..und bis dahin würde ich einfach leben. Macht mit Sicherheit mehr Spaß als nur warten.
Versuch doch ein paar von Deinen früheren Fehlern ein klein bißchen gerade zu rücken.
Ein cooler Job ist nicht schlecht in so einem Fall. Da kommt man auf andere Gedanke und lernt neue Leute kennen.

Ich hab geplant, mit ca. 70 einfach nach Thailand auszuwandern und mich dort von ein paar 20 jährigen Mädels "pflegen" zu lassen. Muss ich nur noch meine Frau von überzeugen. Drückt mir die Daumen :tingley:
Warum musst du deine Frau da überzeugen oder um Erlaubnis bitten? Wer hat bei euch die Hosen an?
 
..und bis dahin würde ich einfach leben. Macht mit Sicherheit mehr Spaß als nur warten.
Versuch doch ein paar von Deinen früheren Fehlern ein klein bißchen gerade zu rücken.

Da kann ich, glaube ich, nichts mehr fixen. Ich kann jetzt nur damit leben.
 
… ich glaube schon, dass man bei bestimmten Sachen was machen kann, auch wenn es nur daran besteht, sich zu entschuldigen, dass man so ein Arschloch gewesen ist.

Ich war bisher immer nett zu allen, hab alle Unstimmigkeiten mit meinen Schwestern beseitigt und mache mir einzig noch schwere Vorwürfe (wie jeder in meiner Familie) das wir Mutti nicht gegen ihren Willen gezwungen haben zum Arzt, bzw ins Krankenhaus zu gehen. Dann würde sie noch leben. Aber mit dieser Schuld müssen wir nun leben.
 
Ich war bisher immer nett zu allen, hab alle Unstimmigkeiten mit meinen Schwestern beseitigt und mache mir einzig noch schwere Vorwürfe (wie jeder in meiner Familie) das wir Mutti nicht gegen ihren Willen gezwungen haben zum Arzt, bzw ins Krankenhaus zu gehen. Dann würde sie noch leben. Aber mit dieser Schuld müssen wir nun leben.
Auch das bildest Du/Ihr Euch ein. Vielleicht wollte sie ja gar nicht mehr und hat deshalb nichts gemacht.
Oder es wäre ganz anders gekommen und sie würde Euch heute Vorwürfe machen warum ihr sie nicht habt sterben lassen.
Weil sie täglich unsäglich Schmerzen hat und niemand kann ihr helfen und sie sich nur mit Tabletten über den Tag & die Nacht schleppt.
Jedes Ding hat bekanntlich 2 Seiten und alles hat mal ein Ende. Außer die Wurst die hat zwei.

Und Du könntest ja als Beispiel die "Patenschaft" für ein Ukrainisches Waisenkind (wo ein oder beide Elternteile im Krieg umgekommen sind) übernehmen
und mit Rat & Tat unterstützen.

Beispiel aus Hollywood
In dem Film
About Schmidt (2002) spielt Jack Nicholson den frisch pensionierten Warren Schmidt.
Nach seiner Pensionierung und dem plötzlichen Tod seiner Frau fühlt er sich einsam und nutzlos. Er entscheidet sich spontan dazu, eine Patenschaft für den sechsjährigen Waisenjungen Ndugu aus Tansania zu übernehmen.
Hier sind die Details zu dieser Verbindung im Film:
  • Geld: Er überweist monatlich 22 US-Dollar (etwa 73 Cent pro Tag) an die Organisation Childreach.
  • Briefe: Warren nutzt die Briefe an Ndugu als eine Art Tagebuch oder Therapie, um seine Frustrationen über den Ruhestand, seine verstorbene Frau und die Hochzeit seiner Tochter auszudrücken. Er schreibt dem Jungen Dinge, die er niemand anderem anvertrauen kann, obwohl Ndugu zu jung ist, um sie zu verstehen.
  • Das Ende: Der Film endet damit, dass Warren einen Brief und eine Zeichnung von Ndugu erhält, was ihn zu Tränen rührt und ihm zeigt, dass er doch einen kleinen Unterschied in der Welt gemacht hat.
 
Auch das bildest Du/Ihr Euch ein. Vielleicht wollte sie ja gar nicht mehr und hat deshalb nichts gemacht.
Oder es wäre ganz anders gekommen und sie würde Euch heute Vorwürfe machen warum ihr sie nicht habt sterben lassen.
Weil sie täglich unsäglich Schmerzen hat und niemand kann ihr helfen und sie sich nur mit Tabletten über den Tag & die Nacht schleppt.
Jedes Ding hat bekanntlich 2 Seiten und alles hat mal ein Ende. Außer die Wurst die hat zwei.

Naja, meine Therapeutin sagte mir damals man kann niemanden zwingen etwas gegen seinen Willen zu tun. Mein Hausarzt meinte dann das er seine Mutter in der selben Situation gezwungen hätte. Wir hatten nach dem Sturz nur leider nie eine Sepsis im Sinn, selbst meine älteste Schwester nicht, die Krankenschwester ist. Wir wollten halt immer nur das sie zum Arzt geht, aber sie hat es immer nur aufgeschoben. Bis Papa dann mit allen nochmal telefonierte und den Notarzt rief. Leider zu spät, obwohl es im Krankenhaus nochmal kurz danach aussah das sie es schafft... Naja, wenn ich all das nicht gerade verdränge, kommt es immer wieder hoch. Ebenso auch die Frage warum ich nicht mit Nachdruck gesagt habe sie muss endlich zum Arzt.

Und Du könntest ja als Beispiel die "Patenschaft" für ein Ukrainisches Waisenkind (wo ein oder beide Elternteile im Krieg umgekommen sind) übernehmen
und mit Rat & Tat unterstützen.

Wäre ganz gut, aber bei sowas weiß ich immer nie ob das Geld auch wirklich ankommt. Im Sinne meiner Mutter, die immer sehr tierlieb war und allen Tieren geholfen hat, spende ich jeden Monat Tierfutter für das Tierheim in Berlin im Wert von 15 - 30 Euro.
 
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