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- 27 Okt 2013
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Seit dem Tod meines Papas letztes Jahr habe ich ehrlich gesagt auch einen neuen Blick auf Zeit, Vergänglichkeit und Sinn. Alles vergeht so rasend schnell wie ein Wimpernschlag. Ehe man sich versieht, ist man tatsächlich selber schon an der Schwelle. Uns ist hier nicht viel Zeit gegeben. Am Ende weiß niemand, wie viele Jahre man wirklich hat. Ein Unfall, eine Krankheit oder sonst was kann das ganze Leben massiv verkürzen und verschlechtern.
Der Tod hatte aber doch auch was Gutes. Ich würde sagen, dass ich seitdem wesentlich dankbarer und reflektierter mit allem umgehe. Mein ganzes Jogging-Programm absolviere ich nicht als lästige Pflicht, sondern sehr dankbar, dass ich mich noch schmerzfrei und schnell bewegen kann. Auf die Schönheit draußen (Blumen, Tiere, Bäume, ein gutes Essen) schaue ich auch wesentlich dankbarer als noch bis vor einem Jahr. Nichts ist selbstverständlich, alles ist fragil und vergänglich. Daher muss man den Moment genießen, das hat @Avi schon treffend formuliert finde ich.
Angst in dem Sinne habe ich (noch?) nicht. Das lässt sich aber auch leicht sagen, wenn man körperlich noch fit ist. Wie es aussieht, wenn dann die ersten stärkeren Einschränkungen kommen (Augen, Gelenke, Mobilität usw.) kann ich natürlich noch nicht sagen.![]()
Ein sehr gut geschriebenener und ehrlicher Post. Nach dem Tod meiner Mutter war ich erstmal verloren (und ich habe das bis heute nicht ganz verkraftet), aber erst nach dem Koma habe ich aus gewissen Gründen die Angst vor dem Sterben komplett verloren. Das Altern ist interessant, lustig und erschreckend zugleich. Manchmal will ich mich sehr sehr alt erleben und manchmal nicht. Aber wurscht, wenn ich 2033 krepiere, wie ich seit Kindertagen vorausahne, spielt das eh keine Rolle mehr. Einfach mal abwarten ob es wirklich passiert, und wenn nicht dann versuche ich hier in dieser verrückten Bizarrowelt dennoch jeden Tag irgendwie zu genießen. Mit allen Höhen und Tiefen.



