Joa, naja, ne Allianz finde ich als Base ganz ordentlich, da hast du natürlich nicht diese potentielle upside… Dass ich bei manchen Dingen eine etwas andere Position hab (KV finde ich prinzipiell sinnvoll, D ist für mich. Icht verloren kaputt und rettungslos…

) wissen wir ja schon, aber ich debke das treibt dich nur sekundär an oder? Also würdest du ein gutes Geschäft liegen lassen, weil du persönlich das Geschäft moralisch oder wie auch immer nicht „magst“? Ich persönlich könnte das glaube ich nicht so absolut sagen…
Ansonsten she ich es ähnlich wie du, nichtsdestotrotz ist natürlich ein Restrisiko da, dass ich mir einbilde durch eine etwas breitere Streuung mit der ein oder anderen Blue Chip Aktie eben zu minimieren…
wenn du 1200 netto pro monat aus eigener tasche zahlen müsstest, dann würdest du das mit der krankenversicherung auch anders sehen. klar, krankenversicherung ist super, für diejenigen die die leistung in anspruch nehmen, wenn die leistungsträger nur zahlen und keine leistung dafür kriegen (teilweise wartest du ein halbes jahr und länger auf einen arzttermin) und man dafür geringverdiener, arbeitslose und millionen an migranten mit "durchfüttert". gäbe es aber keinen versicherungszwang, dann hätte ich schon allein durch die ersparnisse in jahrzehnten ne million raus mit zinseszins. das sind in 10 jahren locker 150k netto die da einfach mal für nichts weggehen. das geld hätte ich gerne angelegt.
in anderen ländern geht es ja auch. für ne internationale krankenversicherung zahlst du unter 100 euro im monat. das ist noch ein bruchteil von dem was du zahlst, wenn du als selbständiger den mindestbetrag bei uns in deutschland abdrücken musst. selbst das sind schon fast 300 öcken. klar, wenn der arbeitgeber die hälfte zahlt und du auch sonst wenig verdienst, dann fällt dir das nicht auf. aber wir finanzieren den ganzen scheiss hier und dann kommt nur 2 mal im jahr ein brief von der krankenkasse dass die beiträge leider schon wieder erhöht werden müssen. ich hab nicht mal lohnfortzahlung im krankheitsfall und von dem geld kannst du dir ne wohnung leisten oder 2 je nach lage und größe. teilweise hab ich mehr krankenkasse als steuern gezahlt. es ist ein witz.
es geht um rendite und da ist mir die moral erstmal egal, aber wenn ein unternehmen so oder so nicht in frage kommt, dann ist das eben das tüpfelchen auf dem i.
risiko hast du immer, aber für mich ist ein riesiger stagnierender tanker, der droht zu schrumpfen, mehr risiko als ne firma die blüht, gedeiht und wächst, dazu schuldenfrei ist und cash ohne ende erzeugt.
ne duolingo ist in den letzten jahren im schnitt 40-50% gewachsen, hat keinerlei schulden, hat 1/4 bis 1/5 ihrer market cap in cash, produziert jedes jahr 400 mio cashflow und wird auch auf absehbare zeit zweistellig im umsatz und wesentlich stärker bei gewinn und cashflow wachsen.
selbst wenn das wachstum irgendwann einstellig werden sollte (was lange nicht passieren wird) ist man dann immer noch günstiger, produziert in relation mehr cashflow und hat weniger schulden als ne allianz oder münchener rück, noch dazu ist deren wachstum ja bereits jetzt im extrem niedrigen einstelligen bereich, aber für manche ist halt der name und die größe des unternehmens entscheidend.
largecaps sind kein problem an sich, ich hab ja auch ne relativ große position an amd aktien und das ist bald ne market cap mit über 1 billion dollar. nur ist halt geringes wachstum nicht weit entfernt von nullwachstum und nullwachstum ist nicht weit entfernt von negativwachstum. klar produziert die firma dann vermutlich immer noch einen gewissen cashflow, solange die margen nicht hauchdünn sind, aber warum soll ich mir so nen slow grower für ein multiple ins depot legen das eben auch andere fast grower haben?
ich hab generell auch kein problem damit einen slow grower oder no grower zu kaufen, aber dann muss die aktie halt echt verboten günstig sein. kgv von 5 oder weniger. sonst lohnt sich das risiko nicht. für manche sind micro caps ein risiko und klar gibt es da mehr schrott als bei largecaps, für mich kann ne "bluechip" aktie gefährlicher sein als so manche kleinere firma. womit ich nicht sagen will, dass die versicherer besonders riskant sind.
trotzdem, wenn ich die wahl habe zwischen ner duolingo oder ner allianz würde ich immer ersteres kaufen. erst recht wenn ich beide zu nem ähnlichen kgv bekomme. in allen anderen bereichen zieht der versicherer nämich den kürzeren.
generell ist ein online business aufgrund des geringen overhead klassischen offline unternehmen sowieso immer überlegen, weil die margen viel höher sind, das wachstum einfacher ist und du meistens recurring revenues (saas businesses) hast. gut bei den versicherern hast du aufgrund des "abo modells" auch wiederkehrenden cashflow, aber das ist die ganz große ausnahme.
ne münchener rück hat bruttomargen von 35-36% und eine nettomarge von 8-9%, eine curi hatte zuletzt 72% bruttomarge.
bei duolingo dasselbe spiel:
Die Bruttomarge von Duolingo liegt aktuell bei rund
71,6 % bis 72,8 % (Stand Mitte 2026). [
1,
2]
jetzt nimm noch den extremen unterschied beim wachstum dazu und extrapoliere das über mehrere jahre. der unterschied ist astronomisch.
der faktor, der deine rendite am meisten beeinflusst sind wachstum und margen und natürlich zu welchem preis du gekauft hast. wenn du aber nicht wie bei palantir ein dreistelliges kgv bezahlst sondern im gleichen rahmen wie die "schnarchaktien", dann hast du extrem gute karten. hier perfekt von joseph carlson erklärt:
der faktor preis (multiple) spielt mit der zeit eine immer geringere rolle. soll heißen: firmen die wachsen wie blöde bringen dir selbst dann eine bessere rendite, wenn du zum zeitpunkt des kaufs zu viel gezahlt hast, während firmen die nicht wachsen vielleicht höchstens nen verdoppler bringen, selbst wenn du wirklich günstig gekauft hast. die aktie wird ihre multiples an den fairen wert angleichen aber nie wirklich weit darüber hinaus schießen.
letzteres ist der "cigar butt" ansatz von warren buffett. dieser heißt so, weil sich buffett zu beginn seiner karriere aktien gesucht hat die augenscheinlich unterbewertet waren, also ein zigarrenstummel in dem noch ein paar züge drin waren. später hat er aber den ansatz geändert, weil das wahre potenzial im "compounding" liegt und das schaffst du nur mit wachstum.
aber ich denke generell müssen wir uns mal über die definition von risiko unterhalten. für die meisten ist ja auch volatilität = risiko. das ist aber bullshit. nur weil ne aktie kurz- bis mittelfristig stark schwankt ist das kein risiko, wenn man eh nicht vor hat zu verkaufen. im gegenteil, du bekommst mehrere chancen deinen average zu senken oder überhaupt einzusteigen.
genauso ist es ein trugschluss, dass große firmen automatisch sicherer sind. klar gibt es mehr kleine firmen als große die pleite gehen. große firmen sind deshalb groß, weil sie sich über einen langen zeitraum bewiesen haben. das heißt aber nicht, dass diese ewig groß bleiben. in ein paar jahren führen komplett andere firmen die top 10 der größten firmen an und firmen die vor jahrzehnten noch zu den größten der welt gezählt haben gibt es heute nicht mehr.
eine saubere bilanz ohne schulden oder mit sehr wenigen schulden die locker vom cash gedeckt werden können ist nach wie vor das a und o. hat schon peter lynch gesagt: "it is very hard to go bankrupt if you don´t have any debt".