Vanilla Sky
Einer dieser Filme, die ich schwierig zu bewerten finde. Die erste Stunde habe ich mich öfters gelangweilt, da Tom Cruise Liebesleben nur bedingt interessant ist. Und die ganzen recht offensichtlichen Traumsequenzen haben den Film kaum weiter gebracht. Es gibt dann einen ersten Twist, sein Leben wird auf den Kopf gestellt und man fragt sich, ob er langsam den Verstand verliert. Das Ganze führt aber erstmal zu nichts und so fiel es mir öfters schwer bei der Sache zu bleiben.
Dazu kommt, dass Tom Cruise mal wieder ein verkapptes Arschloch spielt und ich entsprechend wenig Sympathie für ihn aufbringen konnte. In Magnolia spielt er einen Guru, der auch ein Arsch ist, an den musste ich beim Schauen denken.
Gegen Ende, als alle Fäden langsam zusammengeführt werden, fängt sich der Film. Die Auflösung ist cool, deren Erklärung aber viel zu lang. Da wird gefühlt alles erklärt, was mMn gar nicht nötig gewesen wäre.
Was machen wir jetzt daraus? Schöne Themen, interessantes Mysterium, aber insbesondere am Anfang viel zu lang und uninteressant. Mehr als 6/10 kann ich da nicht geben. Aber immerhin weiß ich jetzt endlich, in welchem Zusammen die legendäre (und sehr teure) Szene am Time Square spielt.
Project Almanac
Ich bin ein Sucker für Zeitreisefilme. Also musste ich auch dieses vermeintlich eher mittelmäßige Werk sehen. Bei IMDB las ich im Vorfeld ständig von der schrecklichen Kameraführung. Wie schlimm kann das schon sein?
Gar nicht so schlimm, aber weit weg von gut. Grund ist die Entscheidung einen Großteil im Fake Doko Stil mit verwackelter Kamera zu drehen, die eine der Protagonisten hält.
Aber zum eigentlichen film. Der startet nämlich trotz der Wackelkamera echt stark. Es geht um eine Gruppe Jugendlicher, die eine alte Videokassette entdeckt, in dem der Protagonist vermeintlich im Spiegel zu sehen ist. Der Film hält sich ab diesem Punkt gar nicht lange mit Geheimniskrämerei auf. Eine Zeitmaschine, das muss es sein. Und ja, sie finden in seinem Keller etwas, das sein verschwundener Vater versteckt hat und das sich als Zeitmaschine entpuppt. Warum da keiner all die Jahre seit seinem Verschwinden nachgeschaut hat, egal.
Was ich gut fand, der Film hält hier das hohe Pacing aufrecht, die Zeitmaschine ist noch nicht fertig und der Weg, wie die Jugendlichen ihre Funktionsweise ergründen ist angenehm flott erzählt.
Aber dann kommt es zum ersten Einsatz und was tut man als Jugendlicher mit einer Zeitmaschine? Eine Note retten und ein Festival besuchen, das man verpasst hat. Ernsthaft...
Dann wird es leider immer dümmer. Der Protagonist und eigentlich ein kluger Kopf (er hat eine halb fertige Zeitmaschine in Betrieb genommen), denkt plötzlich nur noch mit seinem Schwanz, versucht mittels Zeitreisen seinen Schwarm zu erobern. Alles eher uninteressant. Interessanter wird es erst wieder als er versucht all die negativen Effekte, die man aus so Filmen kennt, mit weiteren Zeitreisen zu kitten. Das macht den Film zwar wieder dramatischer, aber nicht besser.
Am Ende bleibt ein halbgarer Zeitreisefilm, der an seiner Handkamera (für die Geschichte des Films nicht nötig) und seinen jugendlichen Protagonisten scheitert. Schade, das Pacing am Anfang war echt gut.
5/10
Mission: Impossible II
Nach all den Jahren wieder mal gesehen und gerade am Anfang kann ich mich an noch echt viele Szenen erinnern. Der Score von Limp Bizkit läuft bis heute in meinen Playlists, aber ansonsten ist der Film leider wirklich so schlecht, wie er immer beschrieben wird.
Die Probleme sind bekannt, dämliche Story, unspektakuläre Schauplätze und viele fragwürdige stilistische Entscheidungen. Das Frauenbild aus der Zeit fällt auch negativ auf. Darf der Bösewicht noch frauenverachtend sein, so passt es weniger zu Ethan Hunt. "Ja geht ruhig zu deinem Ex, der ein psychopatischer Terrorist ist und dich ganz sicher ausnutzen oder schlimmeres wird. Du weißt, die Welt hängt dran". Oder so.
Der Endkampf ist wiederum echt cool inszeniert, aber dann wieder zu lang und beim Kampf Mann gegen Mann am Strand habe ich tatsächlich auf mein Handy geschaut, weil es mir so egal war.
Fazit: Muss man heute wirklich nicht mehr sehen. 4/10
Mission: Impossible III
Damals im Kino gesehen, ich erinnre mich noch an den JJ Abrams typischen Kniff eine Szene kurz vor Ende ganz am Anfang zu zeigen. Fand ich damals schon komisch und gefällt mir auch heute nicht so.
Was man JJ Abrams aber zugute halten muss, er hat mit diesem Film den Grundstein für die Formel gelegt, nach der die besten Filme der Reihe (4-6) entstanden sind.
Teil 3 macht so viel besser als Teil 2. Schauplätze, Actionszenen, und der Bösewicht. Oh Philip Seymour Hoffman, Gänsehaut in fast jeder Szene. Das Team aus den späteren Teilen ist hier zwar noch nicht vollständig und bis auf Luther mehr oder weniger nur Stichwortgeber. Aber ansonsten passt hier schon sehr viel.
Insgesamt fühlt es sich zwar eher wie eine Folge Alias mit (viel) mehr Budget an, die typischen Lense Flares sind auch wieder dabei und natürlich ist der Maulwurf nicht der, von dem man es denkt. Insgesamt aber heute noch gut schaubar.
7/10
Die Odyssey
Ich kann mit griechischer Mythologie wenig anfangen. Weshalb ich zuerst gar nicht in Die Odyssey gehen wollte. Aber nach den ganzen guten Kritiken habe ich mich meinen Freunden angeschlossen und wird sind in das Kino mit der größten Leinwand der Welt gefahren. Hat es sich gelohnt?
Ja, denke schon. Dass der Film nur mit IMAX Kameras gedreht wurde, sieht man da leider nicht direkt, weil das Kino trotz IMAX nicht das optimale Format hat. Was ich aber in den Nahaufnahmen öfters gesehen habe, war der richtig miese Auto-Fokus der IMAX Kameras. So oft, wie das Bild unscharf war, weiß nicht, ob es sich dafür gelohnt hat.
Der Film hat mir dafür erstaunlich gut gefallen. Bildgewaltig, aber über weite Strecken zu unemotional. Die Nolan typische Aufteilung in mehrere Zeitebenen war diesmal ein echter Mehrwert, weil sie nicht verwirrte, sondern bewusst gewählt wurde, um die Geschichte zu erzählen. Mit dem Monolog am Ende, der alles in ein neues Licht rückt, könnte der Film auch noch ein echter Grower werden. Plötzlich sieht man vieles mit anderen Augen. Und auch wenn ich mich nicht direkt gelangweilt habe, gegen Ende hätten sie den Film etwas raffen müssen. Gerade der John Wick mäßige Kampf am Ende oder die Eroberung Trojas nach dem Verlassen des Pferds ging mir viel zu lang.
Kein Meisterwerk, dass ich mir ins Regal stellen würde, geschweigenden noch mal sehen müsste. Aber für die Zeit im Kino hat er mich bestens unterhalten.
As Nolan intended.
8/10