Was hat das mit dem amerikanisch beeinflussten rechtlichen Vorwurf des Genozids zu tun? Ist es auch eurozentristisch, dass man ein besonders skrupelloses Vorgehen voraussetzt, um jemanden des Mordes zu bezichtigen? Oder ist es legitim, zu sagen, dass genau dieses besonders skrupellose Vorgehen einen Mord von einer vorsätzlichen Tötung unterscheidet?
Was die Römer gesagt haben spielt zudem keine Rolle, weil zu diesem Zeitpunkt noch niemand von Genozid sprach. Und es ist auch schwierig so weit zurückzublicken und eine klare Intention des Völkermords festzustellen. Bei Israel - Palästina gibt es aber nun mal wenig Grund zur Annahme, dass ihr Ziel tatsächlich der Völkermord ist. Das macht ihr Vorgehen aber keinesfalls legitim. Und ja, Alternativbegriffe sind für das Vorgehen weitaus passender.
Das hat niemand abgestritten. Aber ich mag es nicht, dass ein Begriff wie der Genozid völlig verwässert wird, weil man ihn gerne als Buzzword in die Massen schleudert. Denn der Wille und das klare Ziel die Bevölkerungsgruppe zu vernichten, ist, was den Genozid ausmacht. Wenn du schon nur sagst: "naja, vielleicht nehmen sie es auch billigend in Kauf" widersprichst du Monach und Teilen der UNO.