Ah, ein Offenbarungseid von deiner Seite, wie unerwartet.
Der Typ der meint seinen Mitmenschen was voraus zu haben weil er in der Lage ist zwischen Umsatz und Gewinn differenzieren möchte nun Offenbarungseide bei anderen Usern erkennen. Genau mein Humor.
Warum sollte die Frage sich stellen, ist doch völlig selbsterklärend.
Wenn der Sachverhalt so trivial ist, dann erklär ihn mir bitte.
- Warum stellt es aus deiner Sicht eine Selbstverständlichkeit dar, jemanden der keine Kapitalerträge realisiert genauso zu besteuern wie jemand der Kapitalerträge realisiert?
- Warum gehört hier das Realisationsprinzip ausgesetzt und bei anderen Assetklassen oder Sachverhalten nicht?
- Warum macht es aus deiner Sicht Sinn nicht realisierte Gewinne bei Fonds bzw. ETFs zu besteuern aber nicht bei einzelnen Aktien oder anderen Assetklassen wie Immobilien, Edelmetalle oder Kryptos.
Du unterschlägst dabei den geringen Effekt und das es umgekehrt eine Stundung ist zum Nachteil des Staates.
Mehrfach falsch. Der Effekt ist nicht gering und dank schlechter Staatsfinanzen und steigendem Basiszins in der immer spürbarer.
Darüber hinaus stellt eine Stundung langfristig sogar einen Vorteil für den Staat dar da die zukünftigen Kapitalerträge durch den Zinseszinseffekt deutlich höher ausfallen. Man hat dadurch sowohl wohlhabendere Bürger die niemandem zur Last fallen als auch höhere Kapitalerträge auf die Steuern anfallen. 100€ die man heute an Steuern bezahlt, sind angelegt über einen Zeitraum von 30 Jahren bei Ø-Marktrenditen locker 700€ - 900€ reine (nominale) zusätzliche Kapitalerträge.
Darüber hinaus ist die "Stundung zum Nachteil des Staates" an sich bereits kein logisches Argument. Nach der Logik müsstest du jegliche Art von Thesaurierung verbieten, also anfangen bei allen möglichen Assetklassen vorab Steuern einzuziehen. Z.B. auf die Buchgewinne von Immobilien oder Goldbeständen in deinem Besitz regelmäßig schon mal Steuern eintreiben.
Der Witz ist positiv und hatte zur Folge das zuletzt nichts gezahlt werden musste.
Das ist wieder falsch. In den letzten Jahren sind Steuern auf Vorabpauschalen angefallen und das wird auch 2027 (sogar mehr als 2026) definitiv wieder der Fall sein.
Auch das ist völlig logisch und ohne dieses Vorgehen wäre das Instrument mit einen winzigen Auszahlung komplett ausgehebelt.
Mein Ursprungspost sagte aus dass Steuern auf fiktive Kapitalerträge anfallen. Du hattest dem daraufhin widersprochen und angeführt, dass das nicht stimme weil es darum gehe thesaurierende Anteilsklassen eines Fonds genauso zu besteuern wie ausschüttende Pendants.
Ich habe daraufhin angeführt, dass die Besteuerung fiktiver Dividendenausschüttungen per Definition bereits eine Besteuerung fiktiver Kapitalerträge ist (auch wenn du hierbei diesbezüglich knallhart an deiner Realtätsverweigerung festhältst) und weiterhin ausgeführt, dass sich die Höhe der Vorabpauschale sich überhaupt nicht nach der Höhe der Dividenden, welche die im Fonds enthaltenen Aktien/Unternehmen über das Jahr ausschütten, richtet sondern einer gänzlich eigenen Logik zur Vorabbesteuerung zugrunde liegt.
Das führt zu abstrusen Situationen, wo Besitzer von Fonds mit Aktien die zufällig ein geringere Dividendenrendite aufweisen vermehrt in Situationen kommen wo zunächst die Dividende besteuert wird (soweit so gut) aber anschließend noch eine Differenz zur Steuer auf Vorabpauschale entsteht, die auch noch mal bezahlt werden muss.
Das Problem an deiner Aussage ist, dass du deiner eigenen Schwurbelstory widersprichst. Wenn "das Instrument" wie ursprünglich von dir geschrieben lediglich dazu dient thesaurierende und ausschüttende Anteilsklassen von UCITS-Fonds hinsichtlich der Besteuerung von Dividendenausschüttungen gleichzustellen, dann kann es nicht logisch sein, dass "das Instrument" Steuern oberhalb der Höhe der Kapitalertragssteuern auf die ausgeschütteten Dividenden der im Fonds gehalten Unternehmen erhebt. Wenn sich ein Unternehmen/Aktie entscheidet eine geringe Dividende zu zahlen, ist das die Entscheidung des Unternehmens auf die weder Anleger noch Fondsbetreiber einen Einfluss hat. Was genau würde da deiner Meinung ausgehebelt werden?
Wenn das Instrument hingegen doch primär dazu dient irgendwie im hier und jetzt bereits Steuern auf keiner Grundlage von realisierten Erträgen zu generieren, dann handelt es schlicht und einfach um die Besteuerung fiktiver Kapitalerträge und muss auch solche benannt werden.
Nein es werden nicht alle ärmer gemacht.
Der heutige Anleger (egal ob thesaurierend oder ausschüttend), der zukünftige Anleger, der zukünftige Staat (weniger Steuern durch entgangene Kapitalerträge) bzw. die zukünftige Gesellschaft im Algemeinen werden ärmer.
Auch das ist als pauschale Aussage falsch.
Nein ist es nicht. Die bereits gezahlten Steuern auf Vorabpauschalen wirken sich nicht auf die Einstandspreise der gehaltenen Wertpapiere aus. Die werden separat von den Depotbanken geführt um bei Verkäufen mit inländischen Steuersitz verrechnet zu werden. Bei einem Übertrag ins Ausland haben die bereits gezahlten Steuern auf Vorabpauschale keinen mindernden Einfluss auf die im Depotzeile/Wertpapier ausgewiesen Gewinne bzw. die höhe der Einstandspreise.
Luxusproblem trifft es wegen den geringen Auswirkung durchaus.
Nein, ist es nicht. Wir reden hier über die für viele Menschen noch einzige erschwingliche und immer mehr verbreitete Assetklasse mit der sowas wie eine private Altersvorsorge in diesem Land noch möglich ist (Immobilien für die meisten Menschen unerschwinglich). Den Leuten zu sagen man müsse privat vorsorgen und gleichzeitig beim thesaurieren von Vermögenswerten Knüppel zwischen die Beine zu werfen ist absolut hirnrissig.
Und wie sieht dieses juristische evaluieren aus?
Überleg mal. Was kann man tun wenn man sich zu finanziellen, juristischen und steuerrechtlichen Themen informieren möchte und ggf. Schritte in die Wege leiten möchte? Wir können das gerne als Ratespiel machen. Du gibst deinen best guess und ich sag dann "warm" oder "kalt".