Death Stranding 2 ist wie ein Freizeitparkausflug eines Teenagers aus Münchener Vorort, der mit dem Elektro SUV der Eltern hingefahren wird und mit VIP-Pass dir Attraktionen abfährt. Es macht Spaß, aber der Highlight des Ausflugs bleibt trotzdem nur der Parkplatzstreit, den man nebenbei mitbekommt, sowie das fette Kind, das ausrastet, weil er bei einer Attraktion nicht mitfahren darf.
Death Stranding 1 ist dagegen der Brennpunktjunge aus Gelsenkirchen, der sich den Weg selbst bis zum anliegenden Spielplatz durchkämpft und erstmal an den Jugendbanden vorbei muss, mit der Hoffnung, dass der Spielplatz am Ende nicht durch betrunkene 17jährige belagert wird. Als er dann die halbzerstörte Rutsche hochklettert und bei der Abfahrt nicht in einer Drogenspritze landet, dann geht er als der glücklichste Kind ins Bett. Er erinnert sich noch viel später daran, während der Junge aus dem Münchener Vorort 3 Monate später in Disneyland Paris an der Baquette kaut.
Deshalb wird DS2 für mich persönlich immer im Schatten von DS1 bleiben, auch webb es im Grunde ein sehr gutes Spiel ist und vieles gegenüber dem Vorgänger besser macht.