Zero Tolerance Der Nahe Osten und seine politische Situation

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4) Bei kurzen Clips oder Videos, welche bewusst durch vermeintlich unangebrachtes Verhalten Stimmung machen oder Empörung auslösen sollen, bedarf es einer Einordnung in den Kontext der eigenen Argumentation.

5) Benutzt bitte Spoiler-Kästen und benennt diese entsprechend, wenn ihr besonders grausame Darstellungen, Fotos sowie Videos postet.

6) Verzichtet bitte darauf, eurem Gegenüber pauschal bestimmte Ansichten und politische Einstellungen in Bezug auf die Konfliktparteien zu unterstellen, um dessen Meinung abzuwerten.


Keine große Überraschung. Die Rede zeigt ja schon, dass er vor allem auf Provokation aus war. Und der Vorwurf des "mundtot machens" kommt auch nicht weiter überraschend, wenn man nun sieht, dass er vor allem darauf aus war, die Vorkommnisse als Hetzjagd gegen sich selber zu inszenieren. Und wie bei Verschwörungstheoretikern nimmt er es weder mit den Inhalten der Rede, noch bei den Schilderungen zu seiner "Redefreiheit" nicht ganz so genau.
 
Keine große Überraschung. Die Rede zeigt ja schon, dass er vor allem auf Provokation aus war. Und der Vorwurf des "mundtot machens" kommt auch nicht weiter überraschend, wenn man nun sieht, dass er vor allem darauf aus war, die Vorkommnisse als Hetzjagd gegen sich selber zu inszenieren. Und wie bei Verschwörungstheoretikern nimmt er es weder mit den Inhalten der Rede, noch bei den Schilderungen zu seiner "Redefreiheit" nicht ganz so genau.
Nur hat man sich das mediale damage control schon selbst versemmelt, wenn andere Repräsentanten der Gemeinde seine Version der Geschichte längst bestätigt haben:
Marc Grünbaum, Ko-Vorstandsvorsitzender und Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde, teilte der F.A.Z. mit, dass sich aufseiten des Veranstalters während der Rede die unabweisliche Überzeugung gebildet habe, dass sie dem Anlass unangemessen sei, weshalb die Veranstaltung nicht wie vorgesehen habe zu Ende geführt werden können.
Dass der vielleicht weltweit angesehenste Faschismusforscher die Aufmerksamkeit der deutschen Provinz benötigt, bezweifle ich.
 
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@Daydreamer
liest du den Artikel auch ?

Das ist ein Punkt, bei dem er die Unwahrheit sagt. Er konnte seine Rede beenden. Er wurde auch nicht von der Bühne gejagt. Niemand ist zu ihm »auf die Bühne gekommen«, wie er behauptet. Nachdem er die vereinbarte Redezeit weit überzogen hatte, bedeutete ihm unser Gemeinderabbiner Julien Chaim Soussan, dass er bitte zum Ende kommen möge. Rabbiner Soussan saß hinter Stanley auf dem Podium. Der sprach daraufhin noch einen Moment lang weiter und beendete dann die Ansprache - übrigens mit exakt jenen Schlusspassagen, die anschließend in der FAZ veröffentlicht wurden. Er ließ lediglich ein paar Absätze, die im Redemanuskript standen, wegfallen. Stanley ging zu seinem Platz. Es folgte ein Gebet des Rabbiners, dann war die Veranstaltung beendet. Das Ganze wurde anschließend absichtlich von Stanley hochgezogen, um mediale Aufmerksamkeit zu bekommen.
 
Habe ich. Gegenüber der FAZ Redaktion wurde allerdings längst schon Jason Stanleys Version von der Gemeinde bestätigt. Und zwar vom Vorstandsvorsitzenden Marc Grünbaum selbst, der selbst zugab, den Abbruch der Rede verordnet zu haben. Offizieller geht's nicht.

Ehm... Das hast du gerade wieder erfunden. Von einem Abbruch durch Grünbaum aufgrund des Inhalts kann nicht die Rede sein. Er sagt bloß, dass die Veranstaltung nicht wie geplant zuende geführt werden konnte (was ja auch im anderen Interview bestätigt wird. Jason Stanley hat seine Zeit massiv überzogen und musste deshalb Kürzungen vornehmen).
 
Ehm... Das hast du gerade wieder erfunden. Von einem Abbruch durch Grünbaum aufgrund des Inhalts kann nicht die Rede sein. Er sagt bloß, dass die Veranstaltung nicht wie geplant zuende geführt werden konnte (was ja auch im anderen Interview bestätigt wird. Jason Stanley hat seine Zeit massiv überzogen und musste deshalb Kürzungen vornehmen).

Marc Grünbaum, Ko-Vorstandsvorsitzender und Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde, teilte der F.A.Z. mit, dass sich aufseiten des Veranstalters während der Rede die unabweisliche Überzeugung gebildet habe, dass sie dem Anlass unangemessen sei, weshalb die Veranstaltung nicht wie vorgesehen habe zu Ende geführt werden können.
Sehr unmissverständliche Darlegung der Kausalität: Rede war in den Augen der Veranstalter unangemessen -> weshalb die Rede abgebrochen wurde.
Ist nicht ideal, wenn sich die zwei Vorsitzenden vorher nicht absprechen, wer was gegenüber den Medien weitergibt.
 
Sehr unmissverständliche Darlegung der Kausalität: Rede war in den Augen der Veranstalter unangemessen -> weshalb die Rede abgebrochen wurde.
Ist nicht ideal, wenn sich die zwei Vorsitzenden vorher nicht absprechen, wer was gegenüber den Medien weitergibt.

Das ist ein Punkt, bei dem er die Unwahrheit sagt. Er konnte seine Rede beenden. Er wurde auch nicht von der Bühne gejagt. Niemand ist zu ihm »auf die Bühne gekommen«, wie er behauptet. Nachdem er die vereinbarte Redezeit weit überzogen hatte, bedeutete ihm unser Gemeinderabbiner Julien Chaim Soussan, dass er bitte zum Ende kommen möge. Rabbiner Soussan saß hinter Stanley auf dem Podium. Der sprach daraufhin noch einen Moment lang weiter und beendete dann die Ansprache - übrigens mit exakt jenen Schlusspassagen, die anschließend in der FAZ veröffentlicht wurden. Er ließ lediglich ein paar Absätze, die im Redemanuskript standen, wegfallen. Stanley ging zu seinem Platz. Es folgte ein Gebet des Rabbiners, dann war die Veranstaltung beendet.

Marc Grünbaum, Ko-Vorstandsvorsitzender und Kulturdezernent der Jüdischen Gemeinde, teilte der F.A.Z. mit, dass sich aufseiten des Veranstalters während der Rede die unabweisliche Überzeugung gebildet habe, dass sie dem Anlass unangemessen sei, weshalb die Veranstaltung nicht wie vorgesehen habe zu Ende geführt werden können.

Wo genau widersprechen sich die beiden Aussagen? Beide sind sich ja einig, dass die Rede nicht wie geplant zuende geführt wurde. Man hat ihn aber bereits länger gewähren lassen als abgesprochen. Vielleicht hätte man das bei weniger problematischen Äußerungen akzeptiert und hätte ihn noch weiter überziehen lassen, aber da hat man sich augrund der fragwürdigen Inhalte dagegen entschieden und hat ihn darum gebeten, endlich zu einem Ende zu kommen.
 
Wo genau widersprechen sich die beiden Aussagen? Beide sind sich ja einig, dass die Rede nicht wie geplant zuende geführt wurde. Man hat ihn aber bereits länger gewähren lassen als abgesprochen. Vielleicht hätte man das bei weniger problematischen Äußerungen akzeptiert und hätte ihn noch weiter überziehen lassen, aber da hat man sich augrund der fragwürdigen Inhalte dagegen entschieden und hat ihn darum gebeten, endlich zu einem Ende zu kommen.
In der Aussage gegenüber der FAZ steht klipp und klar, dass man aufgrund des Inhalts die Rede beendet habe. Dass man die Rede aufgrund formeller Gründe beendet hat, wird aus Grünbaums Mitteilung in keinster Weise ersichtlich.
Nur hat man weiter Benzin ins Feuer geschüttet - und es wohl selbst gemerkt -, indem man den von Jason Stanley dargestellten Verlauf des Abends selbst gegenüber einer renommierten Tageszeitung bestätigte. Die Aussage, dass Stanley überzogen habe und man deswegen die Rede beendet habe, wurde erst nach dem Medienrummel nachgereicht - quasi als Schadensbegrenzung. Dieses Zurückrudern wirkt unglaubwürdig und mehr wie ein Fehlereingeständnis.
 
In der Aussage gegenüber der FAZ steht klipp und klar, dass man aufgrund des Inhalts die Rede beendet habe. Dass man die Rede aufgrund formeller Gründe beendet hat, wird aus Grünbaums Mitteilung in keinster Weise ersichtlich.
Die Aussage, dass Stanley überzogen habe und man deswegen die Rede beendet habe, wurde erst nach dem Medienrummel nachgereicht - quasi als Schadensbegrenzung. Nur hat man weiter Benzin ins Feuer geschüttet, indem man den von Jason Stanley dargestellten Verlauf des Abends selbst gegenüber einer renommierten Tageszeitung bestätigte. Dieses Zurückrudern wirkt unglaubwürdig und mehr wie ein Fehlereingeständnis.

Vielleicht solltest du berücksichtigen, dass uns die beiden Aussagen in völlig unterschiedlicher Form vorliegen. Die Aussage von Grünbaum haben wir nur als Kontext-Block in einer Zeitung, die den Gastbeitrag von Jason Stanley abgedruckt hat. Wir wissen nicht, was Grünbaum gesagt hat, sondern haben nur die Paraphrasierung, dass die Rede nicht wie von Stanley geplant zuende geführt werden konnte. Von "klipp und klar" kann also nicht die Rede sein.

Die Aussage von Benjamin Graumann haben wir aber wörtlich vorliegen, weil ein Interview geführt wurde. Dass wir da viel mehr Kontext haben, ergibt sich aus der Form der Berichterstattung und kann sicher nicht als "Zurückrudern" bezeichnet werden. Zumindest nicht, solange die FAZ keine Stellung dazu bezieht, was Grünbaum ihnen denn wirklich gesagt hat. Dafür reicht ein Satz in einem Kontext-Block schlicht nicht.

Und da blenden wir noch aus, dass selbst ein Abbruch der Rede kein Problem wäre, weil Jason stanley nicht nur völlig verrückte Verschwörungstheorien verbreitet hat, sondern auch einen Gedenkanlass genutzt hat, um sich zu profilieren. Das ist bereits von Grund auf idiotisch und muss an einem solchen Anlass sicher nicht akzeptiert werden.
 
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Vielleicht solltest du berücksichtigen, dass uns die beiden Aussagen in völlig unterschiedlicher Form vorliegen. Die Aussage von Grünbaum haben wir nur als Kontext-Block in einer Zeitung, die den Gastbeitrag von Jason Stanley abgedruckt hat. Wir wissen nicht, was Grünbaum gesagt hat, sondern haben nur die Paraphrasierung, dass die Rede nicht wie von Stanley geplant zuende geführt werden konnte. Von "klipp und klar" kann also nicht die Rede sein. Die Aussage von Benjamin Graumann haben wir aber wörtlich vorliegen, weil ein Interview geführt wurde.
Eine solche Paraphrasierung muss in jedem Fall vor dem Druck so von Grünbaum freigegeben worden sein.
 
Eine solche Paraphrasierung muss in jedem Fall vor dem Druck so von Grünbaum freigegeben worden sein.

Die Paraphrasierung ist ja auch in Ordnung? Nur muss man sie auch als Paraphrasierung verstehen und sollte nicht irgendwelche Widersprüche zwischen den beiden Aussagen interpretieren, weil in der Paraphrasierung nicht jedes Detail steht. Denn nein, in der Paraphrasierung steht nicht, dass Grünbaum die Rede abgebrochen hat. Es steht nur, dass die Veranstaltung nicht wie geplant zuende geführt werden konnte. Die ausführlicheren Informationen von Graumann sagen exakt dasselbe, geben aber mehr Kontext: es gab eine Aufruhr, die Rede von Jason Stanley war zu lange, der Rabbiner hat eingegriffen und den Redner gebeten zu einem Ende zu kommen, der Redner hat einige Passagen gestrichen und die Rede wurde beendet.

Die beiden Aussagen sind nicht Widersprüche, die eine Aussage ist nur detaillierter. Für eine Paraphrasierung reicht das, was bei der FAZ steht, völlig. Du hast da nur viel zu viel reininterpretiert, was gar nicht da steht.
 
Also musste der Stargast seine Rede etwas abkürzen nachdem er diese überzogen hatte und dazu aufgefordert wurde zum Ende zu kommen. Was möglicherweise nicht passiert wäre, hätte die Rede den Veranstalter und Teile des Publikums nicht massiv vor den Kopf gestoßen.
Der Rest verläuft symptomatisch:
Die Medien haben ihre Story, der Stargast seine Aufmerksamkeit, und ein paar Social Media Kläffer den nächsten Anlass ein paar Juden ans Bein zu pinkeln.
 
Albert Einstein würde beim heutigen repressiven Meinungsklima wohl wegen Volksverhetzung verklagt, von Institutionen gecancelt sowie ein Redeverbot erteilt werden, da er einen jüdischen Nationalstaat ablehnte. Die Forderung eines binationalen Staates (≠ Zweistaatenlösung) mit gleichen Rechten für alle ohne demographischen oder konstitutiven Exklusivitätsanspruch für Juden werten heutige Israel-Apologeten bereits als Aufruf zum Genozid oder als „Vernichtung“ Israels. Dass diese stets bemühte Einordnung nichts mit dem Schutz von Juden oder Antisemitismusbekämpfung zu tun hat, sondern eher einer Antisemitismusförderung gleicht, ist evident. Zu Ahrendt kann ich keine Aussage treffen, da ich ihre Position zu Israel nicht ausreichend kenne.
 
Also musste der Stargast seine Rede etwas abkürzen nachdem er diese überzogen hatte und dazu aufgefordert wurde zum Ende zu kommen. Was möglicherweise nicht passiert wäre, hätte die Rede den Veranstalter und Teile des Publikums nicht massiv vor den Kopf gestoßen.
Der Rest verläuft symptomatisch:
Die Medien haben ihre Story, der Stargast seine Aufmerksamkeit, und ein paar Social Media Kläffer den nächsten Anlass ein paar Juden ans Bein zu pinkeln.

Das ganze wirft vor allem auf den Historiker ein unfassbar schlechtes Licht. Denn der hat nicht nur eine Rede mit Unwahrheiten gespickt, er hat auch noch die Geschehnisse vor Ort völlig verdreht und sich als Opfer inszeniert.

Albert Einstein würde beim heutigen repressiven Meinungsklima wohl wegen Volksverhetzung verklagt, von Institutionen gecancelt sowie ein Redeverbot erteilt werden, da er einen jüdischen Nationalstaat ablehnte. Die Forderung eines binationalen Staates (≠ Zweistaatenlösung) mit gleichen Rechten für alle ohne demographischen oder konstitutiven Exklusivitätsanspruch für Juden werten heutige Israel-Apologeten bereits als Aufruf zum Genozid oder als „Vernichtung“ Israels. Dass diese stets bemühte Einordnung nichts mit dem Schutz von Juden oder Antisemitismusbekämpfung zu tun hat, sondern eher einer Antisemitismusförderung gleicht, ist evident. Zu Ahrendt kann ich keine Aussage treffen, da ich ihre Position zu Israel nicht ausreichend kenne.

Nenn mir ein Beispiel eines Auftritts, der aufgrund seiner anti-israelischen Haltung abgesagt wurde. :ugly:
Nochmal: du darfst offen zur Auslöschung des Staats Israel auf Kosten eines palästinensischen Einheitsstaats aufrufen und dir passiert... nichts. Jüdische Künstler verlieren ihre Auftritte, völlig egal, wie sie zum Regime in ihrem Heimatland stehen.

Keine Ahnung, woher dieses Hirngespinnst kommt, dass aktuell Pro-palästinensische Stimmen unterbunden werden.
 
Zum Westjordanland: Es ist unbestritten, dass ausufernde und tödliche Gewalt gegen Nichtjuden zum Alltag gehört. Es ist jedoch nicht so, dass Israelis davon nichts wissen wie der folgende Meinungsartikel konstatiert, sondern dass sie sich entscheiden, bei den Verbrechen wegzuschauen und so der Eindruck entstehe, sie wüssten von nichts. Das Wegschauen bei Verbrechen ist allerdings ein übliches Muster in der Geschichte. Umso wichtiger, dass man Gruppen und Kräften mehr Gehör schenkt, die nicht wegschauen.



Nenn mir ein Beispiel eines Auftritts, der aufgrund seiner anti-israelischen Haltung abgesagt wurde. :ugly:
Nochmal: du darfst offen zur Auslöschung des Staats Israel auf Kosten eines palästinensischen Einheitsstaats aufrufen und dir passiert... nichts.

Für solche Fälle existiert keine Straffreiheit, allerdings wird dieser Vorwurf gerne so aufgebläht, dass er sich von einer juristisch-rationalen Grundlage entfernt. Denn jener auf Maximalempörung und Daueralarmismus ausgelegte Vorwurf ist gerade Teil einer groß geschwungenen aber mittlerweile an Wirkung verlorenen Antisemitismuskeule, mit dem man propalästinensische Stimmen zum Schweigen bringen will, wo wir wieder beim repressiven Klima wären. Im Übrigen ist mir die proisraelische Cancel Culture in den letzten zwei Jahren nicht entgangen. Dass es im Nachhinein niemand gewesen sein soll, ist eine Verdrängungsrhetorik, die man nur allzu gut kennt.
 
Für solche Fälle existiert keine Straffreiheit, allerdings wird dieser Vorwurf gerne so aufgebläht, dass er sich von einer juristisch-rationalen Grundlage entfernt. Denn jener auf Maximalempörung und Daueralarmismus ausgelegte Vorwurf ist gerade Teil einer groß geschwungenen aber mittlerweile an Wirkung verlorenen Antisemitismuskeule, mit dem man propalästinensische Stimmen zum Schweigen bringen will, wo wir wieder beim repressiven Klima wären. Im Übrigen ist mir die proisraelische Cancel Culture in den letzten zwei Jahren nicht entgangen. Dass es im Nachhinein niemand gewesen sein soll, ist eine Verdrängungsrhetorik, die man nur allzu gut kennt.

Es ist lustig, wie hier diverse Leute immer wieder behaupten, dass die Proisraelische Cancel Culture doch so eindeutig ist, aber keiner auch nur ein einziges Beispiel vorbringen kann, während seit Monaten regelmäßig Demonstrationen straffrei durchgeführt werden, bei denen mit einer völligen Selbstverständlichkeit zur Auslöschung Israels aufgerufen wird.

Versteh mich nicht falsch: man kann durchaus der Ansicht sein, dass Israel in der Region nichts verloren hat. Und ich bin auch nicht der Meinung, dass diese Stimmen unbedingt verboten werden müssen. Aber wenn das gestattet ist, soll mir bitte keiner ankommen und behaupten, dass anti-israelische Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Denn das ist einfach absurd.
 
Es ist lustig, wie hier diverse Leute immer wieder behaupten, dass die Proisraelische Cancel Culture doch so eindeutig ist, aber keiner auch nur ein einziges Beispiel vorbringen kann

Würde sagen da bringt @Komori einfach was durcheinander ;)

Die Freie Universität scheint kein Ort zu sein, an dem man gefahrlos über das Massaker, bei dem 1200 Juden ums Leben kamen, sprechen kann. Die Entwicklung der Universität zum Risikogebiet für Juden begann im Dezember 2023 mit einer Hörsaalbesetzung durch propalästinensische Aktivisten, die von der Polizei geräumt wurde. Ein jüdischer Student, die gegen die Besetzung protestierte, wurde später von einem Kommilitonen der FU brutal zusammengeschlagen und betritt den Campus heute nur noch unter Polizeischutz.

Stattfinden konnte dort in diesem Jahr eine Veranstaltung, die zur Globalisierung der Intifada aufrief. Gastrecht genoss auch die UN-Sonderberichterstatterin Francesca Albanese, die den antisemitischen Charakter des Massakers vom 7. Oktober in Abrede stellt. Die Verdrängung von Juden aus der akademischen Öffentlichkeit schreitet voran.
 
Ohne zu recherchieren fallen mir zwei Veranstaltungen ein die von Francesca Albanese an deutschen Unis abgesagt worden sind. Zum Palästina-Kongress, der vorzeitig von der Polizei im letzten Jahr aufgelöst wurde, wurde einer Person am Flughafen die Einreise verweigert. Ein Gericht stellte vor paar Tagen erst fest, dass dies rechtswidrig war.
Oder der israelische Philosoph Omri Boehm, den wir auch hier besprochen haben, wurde auch von einer Veranstaltung ausgeladen. Letztes Jahr wurde eine Veranstaltung in Hamburg mit Kinderzeichnungen aus Gaza abgesagt.
Gibt auch eine Liste von über 200 Ausladungen und Absagen:
 
Israel nutzte wohl menschliche Schutzschilde im Gazakrieg. Das, was einige Recherchen schon vor Monaten ergeben haben, wird aber durch neue Informationen gestützt.

Tatsächlich lohnt sich nochmal darauf zu achten, was Israel der Hamas noch so alles vorgeworfen hat. Eventuell könnte sich einiges als Projektion bewahrheiten. 👇🏼


Es ist lustig, wie hier diverse Leute immer wieder behaupten, dass die Proisraelische Cancel Culture doch so eindeutig ist, aber keiner auch nur ein einziges Beispiel vorbringen kann, während seit Monaten regelmäßig Demonstrationen straffrei durchgeführt werden, bei denen mit einer völligen Selbstverständlichkeit zur Auslöschung Israels aufgerufen wird.

Kannst du diese ominöse Straffreiheit (von strafrechtlich relevanten und nicht eigenwillig interpretierten Ausrufen) mit fundierten Quellen belegen (mit der Bitte um Verzicht auf belanglose Googlebilder von irgendwelchen Schildern)?

Versteh mich nicht falsch: man kann durchaus der Ansicht sein, dass Israel in der Region nichts verloren hat. Und ich bin auch nicht der Meinung, dass diese Stimmen unbedingt verboten werden müssen. Aber wenn das gestattet ist, soll mir bitte keiner ankommen und behaupten, dass anti-israelische Stimmen zum Schweigen gebracht werden. Denn das ist einfach absurd.

Ich kann dich beruhigen: Die Hemmschwelle, israelkritische Stimmen zu canceln, ist weitaus niedriger. Hier ein Beispiel:

Ausstellung der jüdischen Künstlerin Candice Breitz wird wegen Aussagen zum Nahostkonflikt und darauf folgenden politischen Druck abgesagt - Künstler sehen sich daraufhin in einer Erklärung in ihrer Meinungs- und Kunstfreiheit bedroht

Der Vorfall findet sich ebenso in der Liste vom Archive of Silence im Post von Daydreamer, wo mehrere dutzende Fälle gelistet sind.

Ich erspare mir, alle hier einzeln aufzulisten, allerdings sollten einige Fälle für Leute, die in den letzten Jahren Zugang zum Internet hatten, bekannt sein.


Wie ich schon 2024 mehrmals schrieb: Aufgrund einer sonderlichen und weltfremden Haltung sind viele Juden Und Nichtjuden gecancelt worden und standen unter öffentlichem Druck. Dieses Muster einer Hexenjagd gegenüber Andersdenkende wird aber nicht als Antisemitismus gesehen oder groß medial als solches thematisiert. Immerhin scheint es in der deutschen Politikerkaste nur Juden mit guter oder schlechter Meinung zu geben, wobei man zweitere offenkundig aus dem Diskurs verdrängen kann, um bedingungslose Israelsolidarität als Symbolbild der Vergangenheitsbewältigung zu machen.

Es ging nie um Bekämpfung von Antisemitismus.
Es geht einzig und allein darum, Juden ungeniert zum Zweck politischer Forderungen zu machen, während man schöne Symbolbilder produzieren und inhaltsleere Lippenbekenntnisse liefern kann, die die israelische Regierungslinie mitfahren. Dass man dabei selbst nach der eigenen Logik zum Antisemiten wird, ist wohl die große Ironie an der Sache.
 
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