Den besonderen Trumpf, welchen Sony hinsichtlich seiner PS4 Pro in der Hinterhand hält, heißt „Rapid Packed Math“ oder kurz RPM. Es nicht irgendein ominöser Marketingbegriff, sondern tatsächlich ein Grafikkarten-Feature, welches erst kürzlich von AMDs Radeon-Grafiksparte im Zuge der Enthüllung der neuen Vega-GPUs offiziell vorgestellt worden ist. Das AMD-SoC (System on a Chip) der aktuellen High-End-Konsole von Sony kann trotz seines Erscheinungsdatums im letzten Jahr diese brandneue Vega-Funktion nutzen, wohingegen Microsoft bei der Entwicklung des größeren, leistungsstärkeren AMD-SoC der Xbox One X darauf verzichtete. Kurz gesagt erlaubt es RPM bei bestimmten Berechnungen deutlich mehr Leistung aus der GPU herauszuholen als es die reinen technischen Daten eigentlich vermuten lassen würden.
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Das Feature erlaubt der GPU zwei Gleitkomma-Berechnungen mit halber Genauigkeit (16-Bit-Variablen) in derselben Zeit auszuführen, in der ansonsten eine Gleitkomma-Operation mit einfacher Genauigkeit (32-Bit Variablen) durchgeführt worden wäre. Somit können bestimmte Berechnungen also durch RPM beschleunigt werden, oder aber – wie im Fall der PS4 Pro gegenüber der Xbox One X – Berechnungen auf einer vermeintlich schwächeren GPU in ähnlicher Zeit bewältigt werden als auf einem technisch leistungsstärkeren Grafikchip ohne RPM.
Der von Sony auserkorene Hardware-Architekt seiner aktuellen Konsolengeneration, Mark Cerny, deutete das Potential von RPM bereits bei der Vorstellung der PS4 Pro im vergangenen Jahr an. Damals fand das Feature allerdings kaum Beachtung, da noch nicht klar war, an was AMD hier konkret werkelt beziehungsweise wie Spiele schlussendlich davon profitieren könnten. Cerny sagte jedenfalls voraus, dass die GPU der Sony PlayStation 4 Pro bei gewöhnlichen Gleitkomma-Operation mit einfacher Genauigkeit zwar einen theoretischen Leistungswert von 4,2 Teraflops erreiche, jedoch in der Lage sei, durch zwei Gleitkomma-Berechnungen mit halber Genauigkeit diesen Wert auf 8,4 Teraflops zu verdoppeln. Für Entwickler böte sich damit eine Möglichkeit, im Laufe des Lebenszyklus der Konsole mehr Performance aus dieser herauszuholen.
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