Die Eurokrise

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Bei einem Referendum in Deutschland würde ich so abstimmen:


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Erstens kann ich nicht wissen in welchem Konzern zu arbeitest, daher weiß ich auch nicht was in deinem Fall "fair" ist. Meine Aussage betrifft die Big-Player der Stahlkonzerne. Zweitens haben wir in Österreich keine 4,2% Inflation. Drittens kann ich mir nicht vorstellen, dass ein derart kleiner Konzern (wenn 5,5% nur 3 Millionen zusätzlich kosten) 100 Millionen an die Firmenköpfe ausschütten kann.

Das würde bedeuten, dass alle Mitarbeiter zusammen jetzt 55 Mio. verdienen und die Führungsetage 100 Mio. Sorry aber irgendwas kann an deinen Zahlen nicht stimmen. Die größten Stahlkonzerne in Österreich haben alle sehr eng kalkulierte Bücher, besonders die zwei größten Konzerne AMAG (die defizitär ist) und Voestalpine (1,3%). Der Gewinn der Voestalpine würde bei konservativer Kalkulation durch 5,5% nahezu komplett aufgefressen werden, die 4,2% waren ein guter Kompromiss. Vielleicht ist es in deinem Fall nicht fair aber die meisten Arbeiter sollten damit ziemlich glücklich sein.
Ich sagte nicht dass ich in einem kleinen Betrieb arbeite. Ist auch egal wo ich arbeite, Fakt ist dass die Gewinne hoch sind. Und das nicht nur bei uns. Die Gewinnausschüttungen hat man österreichweit dieses Jahr auf 4-5 Millareden Euro beziffert wenn ich mich irre. Das sich eine höhere Lohnerhöhung ja so viele Betriebe nicht leisten können halte ich für Schwachsinn. Das ist ja genau das worauf sich die Arbeitgeberseite in ihrer ärmlichen Argumentation herausredet.
Kann ja gut sein dass manchen Betrieben eine solche Lohnerhöhung nicht schmecken würde, aber wegen deren schwachem Geschäft will ich nicht Lebensqualität einbußen. Einmal zu wenig Lohnerhöhung wirkt sich für mich bis zur Pension aus. Die Gewinne sind da, also sollen wir Arbeiter auch bitte was davon haben und nicht bei jedem Gang in den Supermarkt noch tiefer in die Tasche greifen.
 
Schon übel was gerade abgeht, nun hat man Griechenland die Waffe an die Brust gelegt. Bis Dezember gibt es keine Zahlungen mehr und sollten die Griechen gegen die EU wählen, dann wars das mit dem Land
 
Also deine Argumentation führt irgendwie ins Absurdum. Der Euro ist ja gerade da um Europa zu einen. Und da kann man jetzt schlecht sagen einige Länder hätten ihn nicht verdient - es ist ja ein gemeinsames Projekt. Das Problem ist halt dass die meisten Staaten lange Zeit einfach so weiter gewirtschaftet haben wie vor dem Euro. Aber ich denke durch diese Krise wird es möglich werden auch die südlichen Mitgliedsländer auf lange Sicht zu disziplinieren. Und gerade wir Deutsche haben hier eine große Chance die Zukunft Europas zu großen teilen mitzugestalten, was ohne den Euro wohl nicht möglich gewesen wäre. Und das beste daran ist dass wir Deutsche hier die große Chance haben ein neues Kapitel der deutschen und europäischen Geschichte zu schreiben - und nicht mehr primär mit dem 2. Weltkrieg verbunden sein müssen.
Dem stimme ich dir im Grunde zu. Im grunde ist der Euro gut und auch wichtig für ganz Europa, allerdings kann man nicht wahrlos und unkoordiniert aufnehmen, was sich auf der eurasische Kontinentalplatte befindet. Um eine stabile Währung zu haben brauchst du stabile Währungspartner. Diese sind von anfang an kaum vorhanden gewesen.

Vermutlich hätte man mit dem europäischen Kern anfangen müssen. Deutschland, Frankreich, Skandinavien, Österreich, BeNeLux-Staaten. Und danach ausweiten, langsam aber stetig.

Man hätte davon ausgehen können, dass sowas passiert. Unterschiedlich starke Wirtschaften sorgen nun einmal (im Extremfall) dafür.

Man sollte aber auch bedenken, dass die "schwächeren" Länder dafür gesorgt haben, dass der Euro-Preis nicht zuteuer wurde für einige Länder, wodurch Deutschland mächtig profitiert hat. Deutsche Qualität war darduch für einen guten Preis zuhaben. Und wir als Export-Land sind im Grunde darauf angewiesen, dass man gerne bei uns einkauft.

Deutschland sollte unbedingt den Euro beibehalten. Und die Euro-Zone sollte auch unbedingt weiter wachsen ... aber langsamer und gezielter.
 
Deutschland sollte dringend in der Euro-Zone bleiben und die Europa-Idee weiterverfolgen. Mittel- und längerfristig profitiert das Land immens hiervon, eine Rückkehr zur Mark würde die Exporte torpedieren.

Wobei ich grundsätzlich mal glaube, dass die Griechen durchaus für das Sparpaket/die Hilfen abstimmen können. Ab einem gewissen Punkt muss es ein demokratischer Prozess sein, der halt in beide Richtungen verlaufen kann.
Wenn Griechenland bankrott gehen sollte, muss der Rest eben schauen, was man da macht. Da kann der Ausverkauf des griechischen Staates und ihrer Ländereien schon mal beginnen...
 
Deutschland sollte dringend in der Euro-Zone bleiben und die Europa-Idee weiterverfolgen. Mittel- und längerfristig profitiert das Land immens hiervon, eine Rückkehr zur Mark würde die Exporte torpedieren.

Wobei ich grundsätzlich mal glaube, dass die Griechen durchaus für das Sparpaket/die Hilfen abstimmen können. Ab einem gewissen Punkt muss es ein demokratischer Prozess sein, der halt in beide Richtungen verlaufen kann.
Wenn Griechenland bankrott gehen sollte, muss der Rest eben schauen, was man da macht. Da kann der Ausverkauf des griechischen Staates und ihrer Ländereien schon mal beginnen...


die Idee einer "Neuen-Deutschen-Mark" steht schon.
Das nicht ohne Grund. Eine bebehaltung des Euro ist für die augenblickliche Stabilität der Eurozone (oder eher besser des Finanzsektors) unerlässlich. Das die Euro-Währung auf kurz oder lang aufgelöst werden muss, ist kann leider schon als Realität bezeichnet werden. Dies liegt aber auch daran, dass die sich exponentiell ausweitende Geldmenge nicht ewig unter Kontrolle, bzw. mit gewissen Interventionen zurück gehalten lässt.
Die großen Blasen, zuletzt 2008 in Amerika, sind alle unter anderem der Tatsache geschuldet das die Geldmenge immer höhere Ausmaße annimmt.
Seit der Auflösung des Bretton Woods Abkommens hat sich die vorhandene Menge an Geldum über 60% vergrößert...


theoretisch müssten wir ja auch pro Jahr mehr als 8% Lohnerhöhung bekommen um die Inflation überhaupt erstmal irgendwie ausgleichen zu können. (in manchen Branchen reichen die 8% Inflation jetzt schon überhaupt nicht ...)
 
Draghi senkt den Leitzins. War ja klar, dass er seinen ehemaligen Goldman Sach-Kollegen erst einmal ein schönes Geschenk macht.
 
Der Volksentscheid wurde gekippt. Mei, wie schnell das alles gehen kann...
 
@NC-Neo

Ich wüsste ja gerne woher du diese geheime Information hast dass es Pläne für eine neue DM geben würde. Halte ich für völligen Quatsch. Außer vielleicht bei der NPD. Aber die haben ja zum Glück keine Macht.
 
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@finley...ach es gibt keine idee, die so verrückt ist, dass sie csukreise und hans-werner sinn nicht schon bedacht hätten ;)
 
jeder der nein sagt, muss deutschland oder europa als gedanke ablehnen. populistische aussage ja, aber gemessen an der geschichte und dem langfristigen erfolg deutschlands, sehe ich kaum andere deutungsmöglichkeiten.

Man kann auch ganz einfach Österreicher sein, der ein wenig Action will und somit den Austritt Deutschlands befürworten :D

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Was vielen nicht klar ist: Der Euro ist nur ein Deckmantel, wir leben längst auf gut Will unserer Gläubiger, prinzipiell ist jeder Staat der EU hoffnungslos verschuldet, nicht nur Griechenland. Auch ohne die Einheitswährung müsste man Griechenland "retten" - zu hoch wären die Verluste bei einem Staatsbankrott...

Es ist nur eine Frage der Zeit bis diese tickende Bombe explodiert und das Vertrauen der Bürger in den Euro verschwindet, wie es dann weitergeht kann noch keiner sagen. Kapitalismus ist jedenfalls ein absolut fehlerhaftes und sinnfreies, sowie extrem kurfristig gedachtes Konstrukt, das längst überholt ist und von dem sich die Menschheit besser Heute als Morgen verabschieden sollte. Maßloser Konsum wird nicht nur die Menschheit, sondern auch den Ganzen Planeten in den Ruin treiben, über kurz oder lang. :brit:
 
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Mit der EU ist so n Stein ins rollen gekommen! Einfach austreten ist da leider nicht drinnen!
Hätte nie so weit kommen dürfen...
 
Deutschland ist Euro!!! Ich hätte auch gerne DM und würde für nen 50Mark Schein mein Einkaufswagen vollmachen. Aber so schlecht sind wir auch net drauf.

Voll Kacke was die Abziehen erst Miliarden pumpen und sagen wollt ihr nun bleiben oder nicht??? äääähhhh what??? somit zieht sich der Griechischepremier sich aus der Affäre vieleicht noch ein paar Milliönchen einsacken und gut ist.
 
Oder wir helfen Griechenland einfach so lange nicht bis die Amis genug Angst bekommen das die Griechen wirklich Pleite gehen würden was dann ja zu folge hätte das die ganzen Kreditausfallversicherungen greifen müssten und da es großteils Amikonzerne sind bekommt Obama Panik das die das nicht mehr stemmen könnten und schon bekommen die Griechen ne Finanzspritze direkt vom Weißen Haus , lol
 
@NC-Neo

Ich wüsste ja gerne woher du diese geheime Information hast dass es Pläne für eine neue DM geben würde. Halte ich für völligen Quatsch. Außer vielleicht bei der NPD. Aber die haben ja zum Glück keine Macht.

ich habe mich sicherlich etwas missverständlich ausgedrückt.
In Ökonomenkreisen wurde das schon durchgespielt! Ebenso wie die mögliche, gleichzeitige Einführung eines neuen Gold-Standards zur Stabilisierung und der Eindämmung einer unkontrollierten Geldmengenausweitung.
Es gibt selbstverständlich keine politischen Pläne dazu ;-) ... also nichts offizielles :-)
hier zum nachlesen (ist leider nur Focus mal zum nachlesen, also bitte keine absolute Qualität erwarten) http://www.focus.de/finanzen/news/s...rung-der-neuen-deutschen-mark_aid_666371.html

@MTC001

Man sagt auch gern das der Kapitalismus nichts weiter ist, als eine Aneinanderreihung von Krisen!
Stimmt grundsätzlich ja auch, jedoch ist es immer noch die beste Wirtschaftsform die uns aus heutiger Sicht bleibt.
Das der Kommunismus nie funktionieren wird, hat sich ja schon länger herausgestellt ... viel bleibt da erstmal nicht. Gab mal ein paar Österreicher die gute Ansätze hatten. Aber damit habe ich mich nie genau beschäftigt.
 
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Das Problem am Kapitalismus sind die immer mächtiger werdenden Banken und Großkonzerne! Die kontrollieren auch die Politik und Medien!
Deren Ziel ist es natürlich aus allem Profit zu schlagen! Sie verschulden auch die Länder und somit den Bürger, der so quasi versklavt ist...

Schätze mal das jede Wirtschaftsform von den Mächtigen ausgenutzt werden kann! Von der Idee war der Kommunismus jedenfalls nicht falsch...
 
@Junkman

Kommnunismus widerstrebt nur leider komplett der Evolution. Das Prinzip des am besten an die Umwelt angepassten und den daraus folgenden Wettbewerb ist nunmal bestandteil der Natur. Deshalb hat Kommunismus auch nie funktioniert. Die Menschen sind nunmal nicht gleich... und deshalb kann man sie auch nicht alle gleich entlohnen - bei unterschiedlicher Leistung.

Womit ich mich allerdings anfreunden könnte wäre eine Gehaltsobergrenze sowie eine Gehaltsuntergrenze. Ja und die Banken alle auf Sparkassenniveau stutzen ohne große Spekulation - und zwar weltweit. Das hohe Risiko dass die Banken eingehen können muss verboten werden - dann muss die Allgemeinheit auch nicht mehr dafür haften.
 
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Der Euro ist so gut wie Geschichte. Italien ist quasi-Pleite (ohne EZB könnte man sich aktuell kaum noch refinanzieren), die Märkte haben jegliches Vertrauen in das Land verloren. Eigentlich auch völlig verständlich, schließlich ist die EFSF-Garantie von ca. 20% schon ein Geständnis wie unsicher diese Papiere sein werden.
 
Keine Frage, die EZB muss das richten, kann sonst niemand mehr. Ansonsten ist der Euro in seiner aktuellen Form in kurzer Zeit Geschichte. Wilhelm Buiter, der Chefökonomen von Citibank, hat das mal durchgerechnet und liegt damit ganz auf meiner Wellenlänge.

Essentially, a central bank can print legal tender and, if necessary, can make up for any losses by borrowing against its future ability to create central bank money, says Buiter. This is not necessarily a highly attractive option, as excessive recourse to central bank money creation would create unwanted inflation. However, even if the central bank only prints enough money to keep inflation at 2%per year from now on, it would be able to survive massive losses on its balance sheet, as large as 3 trillion according to our calculations.


John McDermott kommentiert dazu: Unfortunately, this is not about ‘cannot’ it’s ‘will not’. Exakt. ;-)
 
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