Neue Aktion von AAW "Killerspiele" einsammeln und dafür an einem Gewinnspiel teiln.

Uff, wäre nett, wenn du die Fehler markiert hättest; ich will nichts abschicken, was ich nicht eigenhändig geschieben habe
 
Uff, wäre nett, wenn du die Fehler markiert hättest; ich will nichts abschicken, was ich nicht eigenhändig geschieben habe

Oh, das kann ich eben machen, kann aber etwas dauern, bis ich alle wiedergefunden habe.

Das war ehrlich gesagt nicht ganz so wenig und einige kosmetische Korrekturen waren auch dabei.^^

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen musste ich von Ihrer kommenden Aktion "Familien gegen Killerspiele" lesen und bin maßlos enttäuscht über die Tatsache, dass selbst jene Menschen, die das Massaker und seine Folgen direkt gespürt haben, sich so leicht von der Profilierungsmaschinerie der Politiker blenden und missbrauchen lassen. Ich möchte Sie bitten, meinen Text wenigstens bis zum Ende zu lesen, denn ich bin der Meinung, dass ich sehr wohl etwas Konstruktives und Sinnvolles zu diesem Thema beizutragen habe. Vielen Dank.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich das Massaker von Winnenden, sowie sämtliche anderen unmenschlichen Gräueltaten auf´s Schärfste verurteile und allen betroffenen Personen mein Beileid ausspreche. In der Tat gibt es keine vernünftige Rechtfertigung für eine solche Untat und ich verstehe, dass es im Interesse aller Menschen ist, die Ursache und eine Erklärung für ein solches Verhalten zu finden, um weitere Exzesse solcher Art zu vermeiden. In diesem Sinne finde ich die Gründung eines Verbandes wie des "Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden" nicht nur erfreulich und lobenswert, sondern auch dringend notwendig.
Allerdings muss ich in bestimmten Bereichen am Vorgehen Ihrer Organisation Kritik üben. Mir fehlen leider die Qualifikation und vor allem die Erfahrung um in allen Bereichen zu argumentieren, daher werde ich mich nur auf zwei Ihrer Zielpunkte, die mit dieser Aktion unmittelbar verbunden sind, beschränken:

-Eltern zu sensibilisieren, sodass sie ihrer Aufsichtspflicht im Umgang mit Killerspielen ihrer Kinder nachkommen.
-Verbot von Killerspielen, die dazu dienen, Menschen zu ermorden.

Zunächst einmal die Frage, was ein "Killerspiel" überhaupt sein soll. Dieser Begriff ist eine reine Erfindung von Politikern. Es gab ihn vorher nicht, er wird nirgendwo sonst auf der Welt verwendet und hat weder eine juristische noch eine wissenschaftliche Definition. Allein der "Killer"-Teil im Wort soll eine negative Konnotation hervorrufen, das Wort soll als bedrohlich und unangenehm empfunden werden. Doch was ist nun damit gemeint? Im Prinzip nichts anderes als Spiele, in unserem Fall PC- und Videospiele, in denen Gewalt vorkommt.

Doch der springende Punkt ist, dass Gewalt nicht eindimensional ist. Gewalt ist ein vielschichtiges, alltägliches Phänomen. Gewalt kann destruktiv sein, Gewalt kann aber auch konstruktiv sein.
Genauso verhält es sich in Videospielen. Man muss sich jedes Mal fragen: Warum gibt es diese Gewalt? Welchen Zweck erfüllt sie? Ist sie notwendig?
Lassen Sie mich einige Beispiele liefern: Wenn ein Spiel in einem Kriegsszenario spielt, dann ist Gewalt ein notwendiges Stilmittel. Niemand kann einen Krieg ernst nehmen, in dem kein Blut fließt, keine Menschen sterben. Ohne Gewaltdarstellung verliert das komplette Szenario an Atmosphäre und Glaubwürdigkeit. Ein negatives Beispiel wäre etwa, wenn der Spieler die Möglichkeit hätte, besiegten Gegnern einzelne Organe aus dem Leichnam zu entnehmen. Ebenso ist das Besiegen von Gegnern durch Kopfschüsse bei einem Zombiespiel dringend notwendig, da nach allgemeiner Vorstellung Zombies nur durch das Abtrennen oder Zerstören des Gehirns endgültig vernichtet werden können, eine Vorstellung, die durch diverse Bücher und Filme als plausibel angesehen wird. Jedes Mal muss man sich die Frage stellen, ist es wirklich nur das, was man oberflächlich sieht? Wie ist das im Gesamtkontext zu bewerten? Wie sieht das gesamte Szenario aus? Wie ist die dazugehörige Geschichte? Sie sehen, man darf diese Dinge nicht pauschal beurteilen. Ein Videospiel ist ein Gesamtwerk, nicht die Summe seiner Einzelteile.

Aus diesem Grund ist es schon einmal falsch, alle Spiele, die Gewalt enthalten, pauschal gleich zu behandeln. Immer ist die Rede von gewaltverherrlichenden Spielen. Aber welche Spiele verherrlichen Gewalt wirklich? Und welche nutzen sie nur, um ein Szenario zu erschaffen oder eine Geschichte zu erzählen? Gewalt verherrlichen und Gewalt darstellen sind zwei vollkommen unabhängige Dinge und ich kann Ihnen jetzt sagen, dass es nur exakt zwei gewaltverherrlichende Spiele gibt ("Mahnunt" und "Mahnunt 2"), die in Deutschland indiziert sind und selbst unter Spielern selbst verabscheut werden; der Rest ist eine Lüge, mehr nicht.

Ein weiterer Punkt, der diesen Spielen immer wieder vorgeworfen wird, ist, dass sie reale Gewalt induzieren. Schließlich gäbe es diese gesamte Diskussion nicht, wenn niemand diese Ansicht vertreten würde.
Ich möchte es an dieser Stelle kurz machen und sage: Sie werden belogen.

Ich kann jetzt verstehen, dass Sie mir nicht glauben, also lassen Sie mich meinen Standpunkt bitte erläutern.
Es ist seit jeher eine übliche Praxis der mächtigen, das Volk mit angeblichen Problemen und Feindbildern von den wahren Problemen abzulenken. In unserer heutigen Zeit sind es beispielsweise "Killerspieler". Es ist ganz einfach, denn Videospieler haben keine Organisation, keine Repräsentanten und abgesehen von wütenden Forumsbeiträgen und der einen oder anderen Demonstration zeigen sie keine Gegenwehr. Menschen, die sich mit Videospielen nicht, oder nur sporadisch auseinandersetzen, lassen sich leicht überzeugen, schließlich sehen Videoaufnahmen von solchen Spielen auch schlimm genug aus.
Doch ich wage das Gegenteil zu behaupten. Es gibt keine Studie, die belegt, dass virtuelle Gewalt reale Gewalt induziert. Auch wenn entsprechende Gruppen argumentieren "Wissenschaftliche Studien belegen, dass.." werden diese Studien nie explizit genannt, man wird nie konkret und das liegt daran, dass es keine solche Studien gibt. Es gibt Studien, die zeigen, dass bestimmte Gehirnareale, beim Spielen und einige Zeit danach, anders durchblutet und gereizt sind als sonst, aber kein ernsthafter Wissenschaftler würde daraus Erkenntnisse ableiten, dass das reale Gewalt begünstigt.
Ich gebe zu, ich habe keinen Doktortitel, bin nicht jenseits der 40, trage im Alltag keinen Anzug, also was soll mich davon qualifizieren, so etwas behaupten zu können? Ganz einfach, die Tatsachen! Sehen Sie sich bitte die folgende Auflistung an:

http://en.wikipedia.org/wiki/School_shooting#Europe

Von 13 Schulamokläufen in Europa ereigneten sich sechs Stück in Deutschland. Das sind 46%, also fast die Hälfte. Zudem weist Deutschland die meisten Todesopfer, infolge dieser Gräueltaten, auf.
Nun ist es so, dass Deutschland, von allen Ländern auf der Welt, die striktesten Vorschriften für Videospiele hat. Nirgendwo auf der Welt wird in solchem Maße zensiert, indiziert und sogar beschlagnahmt und dennoch überwiegt in dieser Statistik offensichtlich gerade Deutschland. Wenn man überhaupt einen Zusammenhang zwischen realer und virtueller Gewalt ziehen möchte, dann dass virtuelle Gewalt reale Gewalt verhindert. Natürlich möchte ich das nicht als Tatsache hinstellen, aber es sollte klar sein, dass eben die Fakten definitiv nicht dafürsprechen, dass gewalthaltige (nicht gewaltverherrlichende) Videospiele zu realer Gewalt führen.

Was ebenfalls immer wieder angeführt wird, ist, dass die Mörder mit Videospielen das Schießen und Zielen geübt haben. Jedem vernunftbegabten Menschen sollte sofort ersichtlich sein, wie unsinnig eine solche Behauptung ist. Alle Täter hatten praktische Erfahrung im Umgang mit Handfeuerwaffen, sei es als Mitglieder im Schützenverein oder über Familienangehörige und Freunde. Handfeuerwaffen sind kompliziert zu bedienen, ohne praktische Erfahrung mit einer echten Waffe ist es nicht gerade einfach, gezielt Menschen zu verletzen. Gegner verweisen gerne darauf, dass auch bei der Bundeswehr mit "Videospielen" Soldaten trainiert werden, doch jedes Mal wird verschwiegen, dass die Soldaten in voller Montur mit einer umgebauten echten Waffe vor einer riesigen Leinwand trainieren. Ein gewöhnlicher Spieler mit Computermaus und Tastatur vor einem 20 Zoll Bildschirm kann damit keine Fähigkeiten im Umgang mit Waffen erlernen.

Die allgemeine Hetze gegen Videospieler ist nichts weiter als eine Ablenkung, eine Abwälzung der Verantwortung. Videospieler sind normale Menschen. Es gibt sie unter Schülern, Studenten, Firmenchefs, Straßenarbeitern, Lehrern, Anwälten und in allen anderen Bereichen der Gesellschaft. Es ist nichts weiter als eine Freizeitbeschäftigung. Wie einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen. Von Kritikern wird immer aufgeführt, dass Videospiele etwas Anderes sind, da man selbst aktiv teilnimmt. Doch ich verweise erneut auf die unvereinbaren Tatsachen.


Informieren Sie sich persönlich über Spiele, schauen Sie nicht nur einige Videos im Internet an. Sprechen Sie mit engagierten Menschen persönlich. Treten Sie einem Forum bei. Zeigen Sie, dass sie bereit sind, wirklich zu lernen, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung, anstatt sich eine Meinung vorsetzen zu lassen. Es gibt viele Spieler, die kein gutes Bild abgehen, und diese sind meist die, die am stärksten hervorragen, aber ist es nicht in allen Bereichen der Gesellschaft so? Es gibt Tausende von uns, die erwachsen und vernünftig sind, mit denen man wirklich diskutieren kann. Nirgendwo sonst in der Gesellschaft kann es sein, dass eine Anschuldigung nur einseitig geschieht. Also warum hier? Fragen Sie sich doch einmal, was unzählige Menschen dazu bewegt, immer wieder zusammenzutreffen und Counterstrike zu spielen. Ist es das kollektive bestaunen von sterbenden Menschen? Nein, es ist der Spaß an einem taktischen Spiel, sich abzusprechen, das Gelände zu erkunden, sich neue Taktiken zu überlegen um siegreich zu sein. Spaß am gemeinsamen Spiel, neue Leute kennenzulernen. Niemand stirbt, nichts wird zerstört. Es ist alles nur ein Spiel. Als Kinder haben wir früher auf dem Schulhof "Räuber und Gendarm" gespielt, unsere Finger waren unsere Pistolen, Leute sind gefallen, wurden gefangen genommen, alles im Spiel. Und danach waren wir alle wie vorher, niemand hat sich verändert, niemandem ist etwas passiert und vor allem hat niemand eingegriffen, keiner hat versucht, das Spiel zu verderben.

Gewalttätige Videospiele gehören, wie alle gewalttätigen Medien, nicht in Kinderhände, da wird Ihnen jeder Videospieler zustimmen, aber diese systematische Stigmatisierung von allen Erwachsenen ist indiskutabel. Anstatt nach einem sinnlosen Verbot zu schreien müssen sich die Eltern um ihre Kinder kümmern. Denn war es nicht das, was alle Amokläufer gemeinsam hatten? Sie waren von der Gesellschaft ausgegrenzt, einsam und psychisch krank. Wollen Sie ernsthaft noch mehr Leute aus der Gesellschaft drängen? Noch mehr Aussätzige schaffen?

Und nicht zuletzt möchte ich betonen, dass Videospiele ein öffentlich anerkanntes Kulturgut sind. Wie kommt es, dass Filme wie die ekelerregende Mordorgie "Saw" nicht nur toleriert, nein sogar als Kunst angesehen werden, obwohl das dort Gezeigte, an Ekel und Brutalität, alles übertrifft, was jemals in einem Videospiel zu sehen war? Wie kommt es, dass ein "Künstler" gefeiert wird, weil er präparierte echte Menschenleichen ausstellt (gemeint sind die Ausstellungen unter dem Namen "Körperwelten"), während computeranimierte, karikative Darstellungen von Menschen für reale Morde verantwortlich gemacht werden.

Zu Ihrer kommenden Aktion möchte ich noch anmerken, dass alleine die Idee mehr von blindem Aktionismus zeugt, als von einer echten Initiative. Erwachsene Spieler, für die diese Spiele auch gedacht sind, werden ihre Exemplare bestimmt nicht zur Vernichtung hergeben. Und wenn Eltern Kinder haben, die so etwas spielen, dann ist das Problem ein ganz Anderes, nämlich die Verantwortungslosigkeit der Eltern, und Ihre Aktion keine Lösung, sondern nur weiteres Öl in das Feuer der Verachtung und nicht zuletzt rufen Sie zur kollektiven Zerstörung von anerkanntem Kulturgut auf.


Ich finde es sehr traurig, dass ein Verein, gegründet mit einem solch edlen Ziel, weitere Bluttaten zu verhindern, sich von diesen Lügen einspannen lässt. Denn es betrifft nicht nur Videospieler. Wenn Sie weiterhin gegen harmlose Windmühlen ankämpfen, dann wird sich früher oder später ein erneutes Massaker ereignen, weil gegen die wahren Ursachen nichts unternommen wurde. Und alle Opfer von Winnenden und früherer Blutvergießen werden nicht nur umsonst ihr Leben gelassen haben, nein ihr Andenken wird erneut von populistischen Politikern durch den Dreck gezogen werden, für weitere Lügen, Ablenkungen, Verleumdungen und öffentliche Profilierung. Und es wird weitere Morde geben. Und ist es nicht gerade die Zielsetzung des AAW, genau dies zu verhindern? Videospieler sind nicht Ihre Feinde, lassen Sie sich nicht weiterhin missbrauchen und das Andenken der Verblichenen von skrupellosen Politikern schänden.

OK, bin den Text jetzt nocmal durchgegangen, diesmal noch gründlicher.^^

Die ca. 7 Kommata und 5 Punkte, sowie ca. 8 überschüssigen Buchstaben, die ich entfernt habe, konnte ich leider nicht rot markieren.*g*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hab mich gestern schon gefragt, ob man da auch 'nen Deutschlandtrikot abgeben kann und dafür ein paar Spiele mitnehmen darf :-P

Ansonsten... halt wieder ne typische Aktion die durch Halbwissen bzw. mediale Verblendung mal wieder total am eigentlichen Problem vorbeischießt.

Ich hoffe dein Brief öffnet ein paar Leuten die Augen HiPhish.

Mir persönlich sticht im letzten Absatz zu sehr dieses "Und es wird weitere Morde geben." in's Auge. Das würde ich so nicht stehen lassen, eventuell noch irgendwie ergänzen. So klingt es fast wie 'ne Drohung... es passt zwar zum nachfolgenden Satz, liest sich aber eben erstmal krass.
 
Mir persönlich sticht im letzten Absatz zu sehr dieses "Und es wird weitere Morde geben." in's Auge. Das würde ich so nicht stehen lassen, eventuell noch irgendwie ergänzen. So klingt es fast wie 'ne Drohung... es passt zwar zum nachfolgenden Satz, liest sich aber eben erstmal krass.

Genau das hatte ich mir auch schon gedacht, habe es aber mal so stehen lassen, aber dieser Satz ließe sich durch das Einsetzen des Wortes "bestimmt" entschärfen.;-)
 
OK, die Release Candiate Fassung ist fertig :D

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Entsetzen musste ich von Ihrer kommenden Aktion "Familien gegen Killerspiele" lesen und bin maßlos enttäuscht über die Tatsache, dass selbst jene Menschen, die das Massaker und seine Folgen direkt gespürt haben, sich so leicht von der Profilierungsmaschinerie der Politiker blenden und missbrauchen lassen. Ich möchte Sie bitten, meinen Text wenigstens bis zum Ende zu lesen, denn ich bin der Meinung, dass ich sehr wohl etwas Konstruktives und Sinnvolles zu diesem Thema beizutragen habe. Vielen Dank.

Zunächst einmal möchte ich betonen, dass ich das Massaker von Winnenden, sowie sämtliche anderen unmenschlichen Gräueltaten auf´s Schärfste verurteile und allen betroffenen Personen mein Beileid ausspreche. In der Tat gibt es keine vernünftige Rechtfertigung für eine solche Untat und ich verstehe, dass es im Interesse aller Menschen ist, die Ursache und eine Erklärung für ein solches Verhalten zu finden, um weitere Exzesse solcher Art zu vermeiden. In diesem Sinne finde ich die Gründung eines Verbandes wie des "Aktionsbündnisses Amoklauf Winnenden" nicht nur erfreulich und lobenswert, sondern auch dringend notwendig.
Allerdings muss ich in bestimmten Bereichen am Vorgehen Ihrer Organisation Kritik üben. Mir fehlen leider die Qualifikation und vor allem die Erfahrung um in allen Bereichen zu argumentieren, daher werde ich mich nur auf zwei Ihrer Zielpunkte, die mit dieser Aktion unmittelbar verbunden sind, beschränken:

-Eltern zu sensibilisieren, dass Sie Ihrer Aufsichtspflicht im Umgang mit Killerspielen ihrer Kinder nachkommen.
-Verbot von Killerspielen die dazu dienen Menschen zu ermorden.

Zunächst einmal die Frage, was ein "Killerspiel" überhaupt sein soll. Dieser Begriff ist eine reine Erfindung von Politikern. Es gab ihn vorher nicht, er wird nirgendwo sonst auf der Welt verwendet und hat weder eine juristische noch eine wissenschaftliche Definition. Allein der "Killer"-Teil im Wort soll eine negative Konnotation hervorrufen, das Wort soll als bedrohlich und unangenehm empfunden werden. Doch was ist nun damit gemeint? Im Prinzip nichts anderes als Spiele, in unserem Fall PC- und Videospiele, in denen Gewalt vorkommt.

Doch der springende Punkt ist, dass Gewalt nicht eindimensional ist. Gewalt ist ein vielschichtiges, alltägliches Phänomen. Gewalt kann destruktiv sein, Gewalt kann aber auch konstruktiv sein.
Genauso verhält es sich in Videospielen. Man muss sich jedes Mal fragen: Warum gibt es diese Gewalt? Welchen Zweck erfüllt sie? Ist sie notwendig?
Lassen Sie mich einige Beispiele liefern: Wenn ein Spiel in einem Kriegsszenario spielt, dann ist Gewalt ein notwendiges Stilmittel. Niemand kann einen Krieg ernst nehmen, in dem kein Blut fließt, keine Menschen sterben. Ohne Gewaltdarstellung verliert das komplette Szenario an Atmosphäre und Glaubwürdigkeit. Ebenso ist das Besiegen von Gegnern durch Kopfschüsse bei einem Zombiespiel dringend notwendig, da nach allgemeiner Vorstellung Zombies nur durch das Abtrennen oder Zerstören des Gehirns endgültig vernichtet werden können, eine Vorstellung, die durch diverse Bücher und Filme als plausibel angesehen wird. Jedes Mal muss man sich die Frage stellen, ist es wirklich nur das, was man oberflächlich sieht? Wie ist das im Gesamtkontext zu bewerten? Wie sieht das gesamte Szenario aus? Wie ist die dazugehörige Geschichte? Sie sehen, man darf diese Dinge nicht pauschal beurteilen. Ein Videospiel ist ein Gesamtwerk, nicht die Summe seiner Einzelteile.

Aus diesem Grund ist es schon einmal falsch, alle Spiele, die Gewalt enthalten, pauschal gleich zu behandeln. Immer ist die Rede von gewaltverherrlichenden Spielen. Aber welche Spiele verherrlichen Gewalt wirklich? Und welche nutzen sie nur, um ein Szenario zu erschaffen oder eine Geschichte zu erzählen? Gewalt verherrlichen und Gewalt darstellen sind zwei vollkommen unabhängige Dinge und ich kann Ihnen jetzt sagen, dass es nur exakt zwei gewaltverherrlichende Spiele gibt ("Manhunt" und "Manhunt 2"), die in Deutschland indiziert sind und selbst unter Spielern selbst verabscheut werden; der Rest ist eine Lüge, mehr nicht.

Ein weiterer Punkt, der diesen Spielen immer wieder vorgeworfen wird, ist, dass sie reale Gewalt induzieren. Schließlich gäbe es diese gesamte Diskussion nicht, wenn niemand diese Ansicht vertreten würde.
Ich möchte es an dieser Stelle kurz machen und sage: Sie werden belogen.

Ich kann jetzt verstehen, dass Sie mir nicht glauben, also lassen Sie mich meinen Standpunkt bitte erläutern.
Es ist seit jeher eine übliche Praxis der Mächtigen, das Volk mit angeblichen Problemen und Feindbildern von den wahren Problemen abzulenken. In unserer heutigen Zeit sind es beispielsweise "Killerspieler". Es ist ganz einfach, denn Videospieler haben keine Organisation, keine Repräsentanten und abgesehen von wütenden Forumsbeiträgen und der einen oder anderen Demonstration zeigen sie keine Gegenwehr. Menschen, die sich mit Videospielen nicht, oder nur sporadisch auseinandersetzen, lassen sich leicht überzeugen, schließlich sehen Videoaufnahmen von solchen Spielen auch schlimm genug aus.
Doch ich wage das Gegenteil zu behaupten. Es gibt keine Studie, die belegt, dass virtuelle Gewalt reale Gewalt induziert. Auch wenn entsprechende Gruppen argumentieren "Wissenschaftliche Studien belegen, dass.." werden diese Studien nie explizit genannt, man wird nie konkret und das liegt daran, dass es keine solche Studien gibt. Es gibt Studien, die zeigen, dass bestimmte Gehirnareale, beim Spielen und einige Zeit danach, anders durchblutet und gereizt sind als sonst, aber kein ernsthafter Wissenschaftler würde daraus Erkenntnisse ableiten, dass das reale Gewalt begünstigt.
Ich gebe zu, ich habe keinen Doktortitel, bin nicht jenseits der 40, trage im Alltag keinen Anzug, also was soll mich dazu qualifizieren, so etwas behaupten zu können? Ganz einfach, die Tatsachen! Sehen Sie sich bitte die folgende Auflistung an:

http://en.wikipedia.org/wiki/School_shooting#Europe

Von 13 Schulamokläufen in Europa ereigneten sich sechs Stück in Deutschland. Das sind 46%, also fast die Hälfte. Zudem weist Deutschland die meisten Todesopfer, infolge dieser Gräueltaten, auf.
Nun ist es so, dass Deutschland, von allen Ländern auf der Welt, die striktesten Vorschriften für Videospiele hat. Nirgendwo auf der Welt wird in solchem Maße zensiert, indiziert und sogar beschlagnahmt und dennoch überwiegt in dieser Statistik offensichtlich gerade Deutschland. Wenn man überhaupt einen Zusammenhang zwischen realer und virtueller Gewalt ziehen möchte, dann dass virtuelle Gewalt reale Gewalt verhindert. Natürlich möchte ich das nicht als Tatsache hinstellen, aber es sollte klar sein, dass eben die Fakten definitiv nicht dafür sprechen, dass gewalthaltige (nicht gewaltverherrlichende) Videospiele zu realer Gewalt führen.

Was ebenfalls immer wieder angeführt wird, ist, dass die Mörder mit Videospielen das Schießen und Zielen geübt hätten. Jedem vernunftbegabten Menschen sollte sofort ersichtlich sein, wie unsinnig eine solche Behauptung ist. Alle Täter hatten praktische Erfahrung im Umgang mit Handfeuerwaffen, sei es als Mitglieder im Schützenverein oder über Familienangehörige und Freunde. Handfeuerwaffen sind kompliziert zu bedienen, ohne praktische Erfahrung mit einer echten Waffe ist es äußerst schwierig, gezielt Menschen zu verletzen. Gegner verweisen gerne darauf, dass auch bei der Bundeswehr mit "Videospielen" Soldaten trainiert werden, doch jedes Mal wird verschwiegen, dass die Soldaten dabei in voller Montur mit einer umgebauten echten Waffe vor großen Leinwand trainieren. Ein gewöhnlicher Spieler mit Computermaus und Tastatur vor einem 20 Zoll Bildschirm kann damit keine Fähigkeiten im Umgang mit Waffen erlernen.

Die allgemeine Hetze gegen Videospieler ist nichts weiter als eine Ablenkung, eine Abwälzung der Verantwortung. Videospieler sind normale Menschen. Es gibt sie unter Schülern, Studenten, Firmenchefs, Straßenarbeitern, Lehrern, Anwälten und in allen anderen Bereichen der Gesellschaft. Es ist nichts weiter als eine Freizeitbeschäftigung. Wie einen Film zu schauen oder ein Buch zu lesen. Von Kritikern wird immer aufgeführt, dass Videospiele etwas Anderes sind, da man selbst aktiv teilnimmt. Doch ich verweise erneut auf die unverneinbaren Tatsachen.


Informieren Sie sich persönlich über Spiele, schauen Sie nicht nur einige Videos im Internet an. Sprechen Sie mit engagierten Menschen persönlich. Treten Sie einem Forum bei. Zeigen Sie, dass sie bereit sind, wirklich zu lernen, bilden Sie sich Ihre eigene Meinung, anstatt sich eine Meinung vorsetzen zu lassen. Es gibt viele Spieler, die kein gutes Bild abgehen, und diese sind meist die, die am stärksten hervorragen, aber ist es nicht in allen Bereichen der Gesellschaft so? Es gibt Tausende von uns, die erwachsen und vernünftig sind, mit denen man wirklich diskutieren kann. Nirgendwo sonst in der Gesellschaft kann es sein, dass eine Anschuldigung nur einseitig geschieht. Also warum hier? Fragen Sie sich doch einmal, was unzählige Menschen dazu bewegt, immer wieder zusammenzutreffen und Counterstrike zu spielen. Ist es das kollektive bestaunen von sterbenden Menschen? Nein, es ist der Spaß an einem taktischen Spiel, sich abzusprechen, das Gelände zu erkunden, sich neue Taktiken zu überlegen um siegreich zu sein. Spaß am gemeinsamen Spiel, neue Leute kennenzulernen. Niemand stirbt, nichts wird zerstört. Es ist alles nur ein Spiel. Als Kinder haben wir früher auf dem Schulhof "Räuber und Gendarm" gespielt, unsere Finger waren unsere Pistolen, Leute sind gefallen, wurden gefangen genommen, alles im Spiel. Und danach waren wir alle wie vorher, niemand hat sich verändert, niemandem ist etwas passiert und vor allem hat niemand eingegriffen, keiner hat versucht, das Spiel zu verderben.

Gewaltdarstellende Videospiele gehören, wie alle gewaltdarstellenden Medien, nicht in Kinderhände, da wird Ihnen jeder Videospieler zustimmen, aber diese systematische Stigmatisierung von allen Erwachsenen ist indiskutabel. Anstatt nach einem sinnlosen Verbot zu schreien, müssen sich die Eltern um ihre Kinder kümmern. Denn war es nicht das, was alle Amokläufer gemeinsam hatten? Sie waren von der Gesellschaft ausgegrenzt, einsam und psychisch krank. Wollen Sie ernsthaft noch mehr Leute aus der Gesellschaft drängen? Noch mehr Aussätzige schaffen?

Und nicht zuletzt möchte ich betonen, dass Videospiele ein öffentlich anerkanntes Kulturgut sind. Wie kommt es, dass Filme wie die ekelerregende Mordorgie "Saw" nicht nur toleriert, nein sogar als Kunst angesehen werden, obwohl das dort Gezeigte, an Ekel und Brutalität, alles übertrifft, was jemals in einem Videospiel zu sehen war? Wie kommt es, dass ein "Künstler" gefeiert wird, weil er präparierte echte Menschenleichen ausstellt (gemeint sind die Ausstellungen unter dem Namen "Körperwelten"), während computeranimierte, karikative Darstellungen von Menschen für reale Morde verantwortlich gemacht werden.

Zu Ihrer kommenden Aktion möchte ich noch anmerken, dass alleine die Idee mehr von blindem Aktionismus zeugt, als von einer echten Initiative. Erwachsene Spieler, für die diese Spiele auch gedacht sind, werden ihre Exemplare bestimmt nicht zur Vernichtung hergeben. Und wenn Eltern Kinder haben, die so etwas spielen, dann ist das Problem ein ganz Anderes, nämlich die Verantwortungslosigkeit der Eltern, und Ihre Aktion keine Lösung, sondern nur weiteres Öl in das Feuer der Verachtung, und nicht zuletzt rufen Sie zur kollektiven Zerstörung von anerkanntem Kulturgut auf.


Ich finde es sehr traurig, dass ein Verein, gegründet mit einem solch edlen Ziel, weitere Bluttaten zu verhindern, sich von diesen Lügen einspannen lässt. Denn es betrifft nicht nur Videospieler. Wenn Sie weiterhin gegen harmlose Windmühlen ankämpfen, dann wird sich früher oder später ein erneutes Massaker ereignen, weil gegen die wahren Ursachen nichts unternommen wurde. Und alle Opfer von Winnenden und früherer Blutvergießen werden nicht nur umsonst ihr Leben gelassen haben, nein ihr Andenken wird erneut von populistischen Politikern durch den Dreck gezogen werden, für weitere Lügen, Ablenkungen, Verleumdungen und öffentliche Profilierung. Und es wird traurigerweise noch weitere solcher Morde geben. Und ist es nicht gerade die Zielsetzung des AAW, genau dies zu verhindern? Videospieler sind nicht Ihre Feinde, lassen Sie sich nicht weiterhin missbrauchen und das Andenken der Verblichenen von skrupellosen Politikern schänden.

Hab' die Rechtschreibfehler nun ausgebessert, danke an auch zwei, und ich habe Excaliburns Vorschlag zu Herzen genommen. Der Satz ist fett markiert.

Jetzt stellt sich nur die Frage, wie ich das übergeben soll. Wenn ich eine eMail schreibe, ist mein wahrer Name dabei, und... wie soll ich das sagen, ich habe keinen deutschen namen, das wird die Glaubwürdigkeit ziemlich runterziehen :hmpf2: Hat Jemand eine Idee?
 
Zuletzt bearbeitet:
OK, die Release Candiate Fassung ist fertig :D



Hab' die Rechtschreibfehler nun ausgebessert, danke an auch zwei, und ich habe Excaliburns Vorschlag zu Herzen genommen. Der Satz ist fett markiert.

Jetzt stellt sich nur die Frage, wie ich das übergeben soll. Wenn ich eine eMail schreibe, ist mein wahrer Name dabei, und... wie soll ich das sagen, ich habe keinen deutschen namen, das wird die Glaubwürdigkeit ziemlich runterziehen :hmpf2: Hat Jemand eine Idee?

Mach dir doch eben eine andere Mail-Adresse, mit einem anderen Namen, wobei ich nicht der Meinung bin, dass ein ausländischer Name die Glaubwürdigkeit herunterzieht, denn das was zählt, ist schließlich der Inhalt.;-)
 
Mach dir doch eben eine andere Mail-Adresse, mit einem anderen Namen, wobei ich nicht der Meinung bin, dass ein ausländischer Name die Glaubwürdigkeit herunterzieht, denn das was zählt, ist schließlich der Inhalt.;-)

Wir reden hier von Leuten, die öffentlich zu einer digitalen Bücherverbrennung auffordern, denen traue ich alle möglichen mentalen Kunsstücke zu.

Joa, dann werde ich mir eben eine neue eMail Adresse zulegen müssen :neutral:
 
Sind immer noch Rechtschreibfehler drin.

Warum weigerst du dich so standhaft, "Manhunt" richtig zu schreiben? ^^
Und gibt es gewalttätige Videospiele und Medien?
 
@phyt...dito, das wird mit soviele dingen angewandt das symbol....locker bleiben :-)

Ney, da bleibe ich nicht locker.

Wenn man Kulturgut mit Nazitum gleichsetzen mag, ok, aber dann ohne mich :aehja:
Diese Leute schießen weit über ihr Ziel hinaus und haben imho schon die Grenze des Erträglichen überschritten.
 
@Nerezar

Es ging mir nur um das Zeichen da. Das Symbol gibt es ganz normal für "Leute, schmeißt den Müll weg!"
Dann haben irgendwelche linken aus Müll nen Hakenkreuz gemacht.

Aber dieses Abfalleimer-Symbol hat NIX mit sowas zu tun...
 
Trotzdem ist zu vermuten, dass genau das Symbol mit dem Hakenkreuz in den Mülleimer die Anregung war für das Symbol mit der Disc in den Mülleimer.

Und selbst wenn nicht zeigt dieses Symbol doch eindeutig eine "Zero Tollerance"-Haltung. Statt sich mit der komplexen Thematik auseinander zu setzen wird hier alles "Böse" einfach vernichtet. Wenn man zynisch wäre, könnte man behaupten, die Aktivisten handeln nach dem Motto "Erst schießen, dann fragen".

Und um eines nicht zu vergessen. Ich kenne diese Symbolik mit dem Mülleimer genau für zwei Sachen, außer dem "echten" Müll: dem Hakenkreuz und die Disc. Und ich bin mir ziemlich sicher, dass es den meisten anderen genauso geht und den meisten in diesem Verein auch. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass sie sich exakt bei diesem Hakenkreuz-in-den-Mülleimer-Symbol die Inspiration geholt haben und wirklich den Nationalsozialismus und gewalthaltige Computerspiele auf einer Stufe sehen.
 
Ich denke, die Inspiration ist doch offensichtlich, aber das Problem ist, dass es eine haltlose Behauptung ist. Jeder Idiot könnte sich darauf berufen, dass es vom Müll-wegwerf-Männchen stammt. und dann stehts du ziemlich blöd da, selbst wenn du weißt, dass du recht hast.

Sind immer noch Rechtschreibfehler drin.

Warum weigerst du dich so standhaft, "Manhunt" richtig zu schreiben? ^^
Und gibt es gewalttätige Videospiele und Medien?

Wäre auch nett, wenn du sie mir zeigen würdest ^^ Manhunt hhab' ich korrigiert, und gewalttätig durch gewaltdarstellend getauscht. War ziemlich blöd von mir, gewalttätig bedeutet ja, dass Videospiele selbst Gewalt ausüben würden.


Wenn keine weiteren Verbesserungsvorschläge mehr kommen, dass wird di eMail heute Abend abgeschickt :scan:
 
Die Mail wurde gestern abgeschickt. Eine Antwort bleibt noch aus. Wie es scheint, bin ich nicht der Einzige, der sich zu Wort meldet. ich hoffe nur, dass meine Mal nicht im Berg von Hasstiraden untergeht :shakehead:

http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2946

Nach dem die Informationen in den letzten Tagen nur schrittweise an die Öffentlichkeit gelangt sind hier das Bekannte im Überblick:

Das “Aktionsbündnis Amoklauf Winnenden” (AAW) ruft dazu auf am 17.10.2009 zwischen 10 und 19 Uhr vor der Staatsoper in Stuttgart Videospiele im Rahmen einer öffentlichen Zeremonie in einem Container zu sammeln, um sie anschließend in dem MHKW Göppingen bei Temperaturen von mehr als 850 °C zu verbrennen. Unter den Teilnehmern wird ein vom WM-Kader signiertes Trikot der deutschen Fußballnationalmannschaft verlost.

Inanbetracht dessen, dass Videospiele nicht nur faktisch ein Teil der (Jugend-) Kultur sind, sondern die Spielebranche auch im Deutschen Kulturrat vertreten ist, kann hier offiziell von der organisierten Vernichtung von Kunst- und Kulturgütern gesprochen werden.


Besonders erschreckend: Die Aktion findet nicht nur vor der Stuttgarter Staatsoper statt sondern mit Anneliese Hermes ist auch noch eine Künstlerin an der Aktion beteiligt, die den Container bei einem Straßenfest gestaltet hat. Hier wird offenbar versucht den eigenen Anspruch auf die kulturelle Deutungshoheit zu demonstrieren.

In den Printmedien wird aus einer etwas eigenartigen Perspektive über die Aktion berichtet. Mit Unverständnis wird beschrieben, dass sich Gamer eher ablehnend äußern und der geplanten Vernichtung von Kulturgut kritisch gegenüberstehen. 200 Mails hätten inzwischen das AAW erreicht, in denen sich die Verfasser von dem Vorhaben distanzieren und zum Teil auch beleidigende Worte finden. Der Vorstand des AAW, Hardy Schober, wird wie folgt zitiert:

“Mit so viel Bosheit habe ich nicht gerechnet. Betroffene Hunde bellen.”

Ich weiß nicht welch ein Verhältnis Herr Schober zu Kunst- und Kulturgütern pflegt, aber mich würde es betroffen machen, wenn angesichts der Verbrennung von Medien, egal ob es sich bei ihnen um Bücher, Musik-CDs, Filme oder Videospiele handelt, kein Aufschrei durch die Gesellschaft geht.

Nichtsdestotrotz legt die Presse den Schwerpunkt auf die empörte Internetgemeinde, gegen die man sich nun mit Polizeikräften und einem privaten Sicherheitsdienst wappnet. Die Berliner Morgenpost bringt es sogar fertig die Leser über den Inhalt der Aktion im Unklaren zu lassen. Es wird lediglich geschrieben, dass “Wachschutz für Angehörige von Amoklauf-Opfern” notwendig sei, da es Proteste gegen die Aufstellung eines Containers gebe, “in dem Material gesammelt” werden solle.

Die Aktion soll nach Auskunft von Simone Thieß übrigens keine einmalige Sache bleiben sondern zu einer dauerhaften Institution werden. Der Container wird abwechselnd an verschiedenen Stellen im Landkreis, unter anderem vor Schulen, abgestellt werden.

Während der Piratenstammtisch Stuttgart Vorbehalte hat, wird der VDVD eine Mahnwache abhalten. “Anstatt anerkanntes Kulturgut zu vernichten” wolle man bei der Gegenaktion abgegebene Videospiele - sofern sie geeignet sind – unter Beachtung der Vorschriften des Jugendschutzgesetzes weitergeben um sie zur Integration einzusetzen. Schließlich schaffe gemeinsames Spielen Freundschaften und würde somit zu einem besseren Miteinander beitragen. Man wird sich um 10:30 Uhr unter dem Motto “Videospiele – Menschen verbinden statt aufhetzen” auf dem Schlossplatz Stuttgart einfinden.

Update:
Gegenüber den Stuttgarter Nachrichten hat sich Hardy Schober zur Aktion des VDVC geäußert:

“Sie haben unsere Aktion nicht verstanden. Wir gehen nur gegen Killerspiele vor.”

Schober wird hier offenbar von den Tücken des Begriffs der “Killerspiele” überrascht. Während das AAW unter “Killerspielen” eigentlich solche Spiele versteht, “die dazu dienen Menschen zu ermorden“, sollen bei der Aktion solche Spiele abgegeben werden, “die das Töten von Menschen” simulieren. Unter dieser Definition kann man freilich auch Brettspiele wie Schach, Aufbauspiele wie die “Anno”-Reihe, Rollenspiele wie “Gothic” oder “World of Warcraft” und natürlich auch Ego-Shooter wie “CounterStrike” und verbotene Spiele wie “Manhunt” subsumieren. Was für Spiele aber nun gemeint sind ist nicht erkennbar.
 
Die Aktion ist echt erschreckend falsch. Wieder mal wird ein Problem nur verlagert statt gelöst und mit Hilfe von Projektion in Reinform abgearbeitet.

Tja, vor siebzig Jahren waren es Bücher, heute sind es Videospiele - aber die Lemminge hüpfen jedes Mal wieder munter von der Klippe.
 
Der eiwge Hass gegen Medien seit Jahrhundetren weil Menschen sich nicht trauen daran zu denken, dass sie selber das Problem sind und nur selber lösen können.
 
Die Mail wurde gestern abgeschickt. Eine Antwort bleibt noch aus. Wie es scheint, bin ich nicht der Einzige, der sich zu Wort meldet. ich hoffe nur, dass meine Mal nicht im Berg von Hasstiraden untergeht :shakehead:

http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2946
Gute Sache von dir.Glaub aber nicht daran,dass sie beantwortet wird.
Traurig,aber ich weiß nicht wie man den Zustand ändern sollte.Wenn man Zeilen wie "dass Wachschutz für Angehörige von Amoklauf-Opfern notwendig sei" liest hetzt das die Allgemeinheit nur noch mehr gegen Videospiele auf.Unsere Position interessiert mittlerweile eh niemanden mehr.
Sicher darf man gerade in der Situation nicht mit aggressiven Mails antworten,aber ich kann den Hass der Videospiel-Community schon verstehen.So viel unwahres wird da in der Welt verbreitet und die Leute glauben das natürlich alles (Beckstein ist z.B. immer noch der festen Überzeugung,dass CS vom US-Militär programmiert wurde,um die Tötungshemmungen zu senken).Und Schobers "Sie haben unsere Aktion nicht verstanden.Wir gehen nur gegen Killerspiele vor" Satz kann er sich sonstwohin stecken.Der weiß genau was für Reaktionen er damit hervorbringt und genau das will er auch.
Sorry,aber ich weiß nicht mehr wie man dagegen ankämpfen soll...
 
Lol ja nie kam jemand billiger an ein Deutsches Fussball Trikot mit allen Autogrammen^^
War ja ma voll der Reinfall die Aktion.
 
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