Evtl solltest du dich selbst kurz gefasst dazu äussern und klarstellen was du sagen möchtest. Ich hab deine bisherigen Diskussionen nicht verfolgt sehe hier aber das du viel schreibst, wenig sagst und den Leuten Links mit viel Text hinschmeisst der auch nur wenige zum lesen motivieren wird. Bitte nicht als Angriff sehen aber das da nicht grossartig viele Leute in der Form drauf eingehen die du dir erhoffst ist wohl vorprogrammiert.
Das ist mir alles bewusst. Bloß es gibt weit zu viele die so tun als würde sie die Sache interessieren und würden gerne mitdiskutieren, schaffen sich aber null Diskussionsgrundlage und produzieren nur Mist. Wenn man dann versucht ihnen eine gewisse Diskussionsgrundlage zu bieten, dann wird diese ignoriert. Dennoch meinen diese Leute, dass sie die Sache genauso betrifft und ihre Meinung den gleichen Wert hat als die Meinung derer, die sich informiert haben und diese Grundlage mitbringen. Das ist leider typisch Consolewars (wobei das Problem nicht nur Consolewars betrifft).
Ok sry aber ich hab keine ahnung wovon du sprichst, inwiefern ist "die Industrie" ins offene Messer gelaufen, wer hat Nintendo aus welchem Dreck gezogen, was für Probleme sind dieses mal grosser und was waren damals die Probleme? Du setzt hier imho einmal mehr voraus das sich die Leute woanders informieren oder schon informiert sind.
Die meisten erzählen hier doch öfters mal was für edle Hardcore Gamer sie doch sind, dem Non und Casual Gamer weit überlegen. Da gehe ich auch davon aus, dass sie wenigstens ein wenig Videospielgeschichte als Basis mitbringen. Der Videospielcrash der 80er Jahre ist kein unbekanntes Ereignis, sondern eigentlich sehr vielen bekannt.
Aber gut zu wissen, dass es anscheinend doch noch einige gibt, die dennoch auf CW surfen, mitreden, aber davon keine Ahnung haben (ich hoffe Captain Smoker hat dir deine Fragen diesbezüglich beantwortet). Damit will ich dich auf gar keinen Fall beleidigen oder so ähnlich, du machst es genau richtig und fragst nach. Das darf und sollte auch jeder, der etwas nicht verstanden hat (erst recht in Bezug auf meine Beiträge).
Ich persönlich finde die Probleme diesmal weit schlimmer, da einfach viel mehr darunter leiden. Damals gab es den Videospielmarkt im Grunde nur ansatzweise. Unter dem Zerfall des Marktes haben also nur relativ wenig Unternehmen gelitten. Die Probleme heute betreffen weit mehr Unternehmen, sind weit komplexer, weit schwerer zu behandeln und auch weit tiefgehender. Man hat auch gesehen, dass ein Unternehmen namens Nintendo innerhalb von wenigen Jahren den Markt wieder auf die rechte Bahn gebracht hat. Ein Unternehmen reicht nicht aus um die aktuellen Probleme zu lösen, auf gar keinen Fall. Obwohl Nintendo aktuell schon relativ hart an einige Problemen arbeitet, leidet der Markt immer noch unter vielen Problemen (zum Teil sehr, sehr, sehr stark). In meinen Augen sind die heutigen Probleme weit (!) schlimmer.
Du stürzt dich hier im Hintergedanken denke ich z.B. auf EA und kehrst mir dabei zu sehr unter den Teppich das es durchaus einige Studios gibt die mit Innovationen und neuen Konzepten gross Punkten.
Sicher. Aber es gibt nunmal heutzutage nur noch sehr, sehr, sehr wenig Unternehmen die regelmässig richtige Innovationen oder verrückte Spielkonzepte auspacken - und noch weniger sind damit dann auch halbwegs erfolgreich. Damals sah das ganz anders aus. Da war die Videospielindustrie für ihre verrückten Konzepte und Innovationen bekannt. Ein Vorteil der Videospielindustrie war auch, dass viele, kleine (und auch junge) Entwicklerteams großartige Spiele produzieren konnten. Ganz im Gegensatz zur Filmindustrie und Hollywood, wo nur noch die ganz großen, reichen und erfahrenen den Markt bestimmten. Heute nähert sich der Videospielmarkt der Filmindustrie immer mehr an und das ist garantiert nicht vorteilhaft. Die damaligen Vorteile der Videospielindustrie gehen flöten und das ist sehr, sehr, sehr schade.
Wichtiger als jemals zuvor ist ist atm einfach das die Entwickler die Spiele entwickeln die sie auch bewältigen können. Mit nem 15 Millionen Budget und nem 30 Mann starken Team erschafft man nunmal kein Final Fantasy. Ein Loco Roco, oder Geometry Wars ist da aber immer drin.
Das ist den Entwicklern schon bewusst. Aber genau das fällt ihnen auch schwer. Erstens bekommen sie mit dem Budget und den Spielen weit weniger Aufmerksamkeit im aktuellen Videospielmarkt, was natürlich ein extrem (!) großes Hindernis ist (ohne Aufmerksamkeit kann man schlecht mögliche Spieler über das Spiel informieren und diese vom Spiel überzeugen). Gleichzeitig haben wir im Videospielmarkt das Problem einer gewissen "Singularität", der Videospielmarkt hat sich auf ein Ding eingeschossen, das zieht und der Rest muss schauen wo er bleibt.
Deine Entwickler mit einem kleinen Budget sollten, wie du schon richtig sagst, nicht versuchen ein Halo, Final Fantasy und Co. zu entwickeln, das dürfte mit ziemlicher Sicherheit schiefgehen. Aber die meisten Spieler in dem Markt verlangen genau diese Titel. Zwar müssen sich die kleinen Entwickler stark von der großen Konkurrenz differenzieren, aber welche Zielgruppe sollen sie damit erreichen? Das ist nunmal eines der großen Probleme, dass der Videospielmarkt sich in den letzten Jahren auf die "eine" große Zielgruppe eingeschossen hat und von der profitieren die Großen, die Kleinen haben keinerlei Chance diese effektiv und dauerhaft zu erreichen, aber andere Zielgruppen gibt es kaum. Gleichzeitig werden die Großen immer mächtiger, die Kleinen fallen immer mehr zurück und kämpfen mit immer mehr Problemen. Das kann nicht die Zukunft des Marktes sein, in dem mal alles deutlich besser war und sich so positiv vom Filmmarkt absetzen konnte.
Wenn man sich die Charts, Wii und die Erfolge einiger ungewöhnlicher Spiele so anschaut zweifel ich an dieser und einigen deiner folgenden Aussagen.
Du vergisst, dass wir noch lange nicht von einem Standardzustand reden sollten und dass die ganze Sache relativ neu ist (erst ab 2005 ist der Stein wieder effektiv ins Rollen gekommen). 2003 und 2004 wurde noch über Nintendos Konzept groß und laut gelacht oder mit extremer Skepsis betrachtet. Das gilt für Publisher, Spieler als auch für die Presse. Der komplette Markt hat dem "New Generation" Konzept von Nintendo zu Beginn nicht vertraut. Nintendo räumte damit voll und ganz ab und erst jetzt macht sich der Markt wieder ernsthaft Gedanken über den Massenmarkt, Non und Casual Gamer und Causal Games. Vor 3 Jahren war das alles noch ganz anders.
Selbst heute ist man noch weit von einem zufriedenstellenden Zustand entfernt, 3rd Partys haben immer noch relativ große Probleme mit dem Massenmarkt und Sony / Microsoft haben es noch nicht mal versucht ihm effektiv anzunähern (ist aktuell für sie auch ein aussichtsloser Fall). Bis auf Nintendo hat noch keiner die Sache zufriedenstellend im Griff und auch Nintendo hat hier und da noch seine Problemchen. Der komplette Markt muss sich noch drastisch in Richtung Masse bewegen und damit meine ich letztendlich nicht nur die Masse an Spielern / möglichen Spielern, sondern auch die Masse an Entwicklern. Was in den letzten paar Monaten geschah, das darf nur der Anfang von etwas Großem sein, ansonsten war das alles umsonst.
Fakt ist aber: Nintendo hat die richtige Richtung eingeschlagen und wird dafür belohnt. Sie fördern mit ihrem Konzept Innovationen (bzw. fördern neue Spielkonzepte), die Markterweiterung (bzw. holen etliche neue Spieler in den Markt), kleine Entwickler und vergessen dabei nie die großen Entwickler und den Hardcore Gamer. Dennoch hat Nintendo noch lange nicht all die Probleme effektiv in Griff bekommen. Noch lange nicht. Das kann ein Unternehmen alleine aber auch nicht.
Nein ist es nicht, Nintendo subventioniert die eigene Hardware nicht und kann daher nichts bringen das mit der Highend Hardware von MS und Sony mithalten kann.
Nintendo hätte ohne (!) jegliche Probleme eine ähnliche Hardware a la Sony und Microsoft bieten können. Das Unternehmen um Shigeru Miyamoto und Co. ist eines der reichsten in ganz Japan, schließlich haben sie in ihrer weit (!) über 100-jährigen Geschichte immer schwarze Zahlen geschrieben (nur 2003 hat man am Ende des Jahres rote Zahlen verbucht, wobei daran primär die japanische Wirtschaft schuld gewesen sein soll). Bloß was hätte es ihnen gebracht? Schau dir doch einfach mal an wert aktuell abräumt, warum hätte Nintendo also Sonys / Microsofts Pfad gehen sollen?
Letztendlich geht es bei einem profitorientierten Unternehmen darum Gewinn zu erwirtschaften und zwar einen möglichst großen. Nintendo subventioniert ungern, weil sie Gewinn machen möchten (was nunmal das Ziel eines profitorientieren Unternehmens ist). Nintendo folgte dem Pfad von Sony und Microsoft nicht, weil es Nintendo und dem Markt nichts bringt. Man hat den Markt analysiert und nach einem Pfad gesucht der Nintendo und den Markt wieder nach vorne bringt und wo ein profitorientiertes Unternehmen auch seine großen Erfolge feiern kann. Während Sony (bzw. SCE) und Microsoft (bzw. die Entertainment Abteilung) etliche Monate lang rote Zahlen schreiben musste, hat Nintendo mal wieder von Tag eins ab schwarze Zahlen geschrieben. Gleichzeitig (!) weist Nintendo die besseren Verkaufszahlen (im Hardware- als auch Softwaresegment) vor, was wiederum heißt, Nintendo schreibt nicht nur schwarze Zahlen, sondern nimmt auch weit mehr Geld ein. Man hat mit dem "New Generation" Konzept bis dato die "Next Generation" weit (!) hinter sich gelassen.
Mit Wii wurde es ein Erfolg, Wii2 kann in der nächsten Gen dagegen schon genau so ein grosser Flop werden falls die Leute auf einmal keine Lust mehr auf sowas haben, die Konkurrenz stärker wird, oder auf den gleichen Zug mit aufspringt.
Natürlich werden in der neuen Generation die Karten neu gemischt. Das hat uns die Videospielgeschichte so gelehrt und ist auch vollkommen logisch. Fakt ist aber - und das war schon immer so - wer die meisten Spieler erreicht, der räumt ab. Daran wird sich auch in der kommenden Generation nichts ändern.
Hat Nintendo ja schon selbst gesagt das sie den Erfolg von Wii und auch DS so nicht erwartet haben, das Glück das einige richtige Entscheidungen zum rechten Zeitpunkt getroffen wurden hat dabei eine entscheidende Rolle gespielt.
Nintendo hat einen derart großen Erfolg nicht erwartet bzw. dass es eigentlich relativ schnell und einfach voran ging. Aber glaubst du ernsthaft, dass Nintendo kein Stück mit einem Erfolg gerechnet hat? Ich habe Nintendo schon vor Satoru Iwata zu diesem Schritt geraten und er war in meinen Augen auch immer logisch. Nintendo hatte im Grunde damit in den 80er Erfolg, Sony in den 90er und Nintendo wieder aktuell (nur wurde das Erfolgskonzept immer wieder optimiert). Nintendo macht eigentlich nur das was schon immer in dem Markt zum Erfolg geführt hat: Man bot eine fortschrittliche Hardware an, welche massenmarkttauglich ist (in Bezug auf Spieler als auch Entwickler). Diese Hardware bekommt noch das richtige Marketing und das richtige Software LineUp ab - und schon ist man auf dem Weg nach vorne. Man war letztendlich einfach weit massenmarkttauglicher als die Konkurrenz und das führte zum Erfolg. Aber es war keine Überraschung für Nintendo. Man hat den Markt genau analysiert und eben die richtigen Schlüsse daraus gezogen (das Konzept wurde nicht einfach mal per Zufall vorgeschlagen). Wäre sich Nintendo nicht sicher gewesen, dann hätten sie garantiert nicht so viel Geld in die Analysen, Entwicklung der Hardware, Produktion der Hardware und Softwareentwicklung gesteckt - und das hat garantiert Milliardenbeträge verschluckt. Außerdem wissen wohl nur noch wenige was Hiroshi Yamauchi zur "New Generation" sagte - und zwar: Falls dieses Konzept aufgeht, dann ist Nintendo im Himmel, falls dieses Konzept versagt, dann wird Nintendo in der Hölle landen. Man hat also sehr stark auf die "New Generation" aufgebaut und das macht man nicht, wenn man nicht an sich und das Konzept glaubt.