/ajk
L16: Sensei
- Seit
- 13 Mai 2002
- Beiträge
- 10.841
Und macht euch keine Gedanken über die Ernährung. Wirklich Dicke Leute sind selten, und sie sind nicht mehr geworden.
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/429439/
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An erster Stelle nimmt er das merkwürdige Beurteilungssystem auseinander, den Bodymassindex. Der schlägt alle Menschen über einen Leisten, so als gäbe es keine genetische Veranlagung für dünn oder dick, seien alle gleich ausgestattet. Das ist natürlich Quatsch. So sind zum Beispiel Muskelmänner wie Arnold Schwarzenegger oder Schauspieler wie Brat Pitt dem BMI zufolge eindeutig übergewichtig und müssten dringend auf Diät gesetzt werden.
Schlimmer aber noch ist an diesem Gewichtsmaßstab, dass er behauptet, nur wer sich im eng bemessenen Limit aufhielte, bliebe von schwerwiegenden Krankheiten verschont, würde mithin länger und gesünder leben. Ein grandioser statistischer Betrug. Die medizinischen Studien, auf die sich die Gesundheitsexperten stützen, beweisen genau das Gegenteil: Wer ein paar Pfunde zusätzlich mit sich herumschleppt, und je älter man wird, desto mehr legt man natürlicherweise zu, der lebt länger. Dicke sterben später. Nicht sie sind besonders herzinfarktgefährdet oder bekommen häufiger Diabetes, leiden an Herz-Kreislauferkrankungen, sondern die Schlanken. Man könnte nach den Statistiken eher umgekehrt formulieren: Je schlanker einer ist, desto früher wird er in die Grube fahren.
Besonders gefährdet sind die Superschlanken, jene Models, die vielen Mädchen als Vorbild dienen. Schlimm ergeht es auch all jenen, die ständig neue Diäten unternehmen, statt sich mit ihrem Gewicht abzufinden. Sie fallen dem Jojo-Effekt zum Opfer: Der Körper reagiert auf das Hungern zwar mit Abnahme. Sobald man sich aber wieder normal ernährt, legt er vorsorglich für die nächste Hungerperiode zusätzlich Fettreserven an. Ergebnis: Nach jeder Diät hat man ein paar Pfunde mehr. Diäten - so der Ernährungsexperte - sind die beste Methode, dick zu werden.
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http://www.wissenschaft-online.de/artikel/846064
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Der BMI ist eine Erfindung der Versicherungsbranche. Um ihre Prämien kalkulieren zu können, ermittelten die Versicherungsgesellschaften die Körpergröße und das Gewicht ihrer Kunden und erhoben anschließend die Messdaten derjenigen, die am längsten lebten, zu universalen Richtwerten. Allerdings wurde dabei übersehen, dass die meisten Policen von jungen Menschen, die eine schlanke Statur und eine gute körperliche Verfassung vorweisen konnten, abgeschlossen worden waren.
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Auf den Südsee-Atollen beispielsweise leidet mittlerweile die Hälfte der Bewohner im Alter von 50 und mehr Jahren an Diabetes vom Typ 2. Hierfür gibt es eine einfache Erklärung: Wer die Gene in sich trägt, welche die Entstehung dieser Krankheit begünstigen, verbrennt weniger Kalorien und setzt leicht Fett an. Weil jedoch auf den Atollen Nahrungsmittel lange Zeit knapp waren, hatten Diabetiker dort die besten Überlebenschancen, während erst der heutige Überfluss das Gegenteil bewirkt.
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Ebenso ist es unter bestimmten Umständen durchaus ein Vorteil, unter familiärer Hypercholesterinämie zu leiden: Die extrem hohen Cholesterinwerte, die diese Krankheit mit sich bringen, schützen nämlich vor Infektionen - und haben das Sterberisiko in früheren Epochen, in denen die hygienischen Verhältnisse oft miserabel waren, erheblich reduziert. In Pollmers Augen ist deshalb ein mäßiges Übergewicht nicht nur nicht gesundheitsschädlich, sondern oft sogar gesundheitsfördernd. Gefährlich sei allein, extrem über- oder untergewichtig zu sein.
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Nach Pollmer rührt das daher, dass sich der Körper nicht überlisten lässt und früher oder später einen Weg findet, sich die Nährstoffe zu beschaffen, die ihm vorenthalten werden. Pollmer hält deshalb auch nicht viel davon, Kinder zu kontrolliertem Essen zu erziehen. Je konsequenter das erfolge, desto größer sei die Gefahr, dass die automatischen Regulationsmechanismen des Körpers aus dem Tritt geraten und schwere Essstörungen auftreten könnten. Außerdem sei längst erwiesen, dass die Ernährungsgewohnheiten, das Ernährungswissen, der Bildungsgrad und der soziale Status der Eltern das Gewicht des Nachwuchses nur unwesentlich beeinflussen würden.
Tiere in freier Wildbahn brauchen keinen Ernährungsberater. Sie wissen stets intuitiv, welche Nahrung sie in welcher Menge zu sich nehmen müssen. Nach Pollmer sind auch Menschen dazu ohne weiteres im Stande, dank ihres "Darmhirns", das die Zusammensetzung der Nahrung äußerst genau analysiert. Pollmer rät dringend, auf dieses Darmhirn zu hören - auch wenn es sich von Aromastoffen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln immer wieder in die Irre führen lässt.
Landauf und landab wird heute ständig verkündet, dass die deutschen Kinder unaufhaltsam verfetten würden. Pollmer kann jedoch allenfalls eine geringfügige Gewichtszunahme ausmachen, die er in erster Linie auf den gestiegenen Anteil von Kindern anderer Ethnien zurückführt. Hingegen bestreitet er entschieden die gängige Auffassung, dass falsche Ernährung und Bewegungsmangel die Hauptursachen der Verfettung seien. Was Kinder in Wahrheit dick macht, behauptet er, sind im Wesentlichen Schlafmangel, Fernsehkonsum und psychosozialer Stress, bedingt durch Arbeitslosigkeit der Eltern, und andere Faktoren.
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Ein Interview: http://www.fr-online.de/in_und_ausl...t=739951&sid=ae1dc991a3f6abef472c01a6a120b5cf
Und jetzt esst normal.
Der Körper weiß schon was er braucht.
gruß,
/ajk
http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/kritik/429439/
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An erster Stelle nimmt er das merkwürdige Beurteilungssystem auseinander, den Bodymassindex. Der schlägt alle Menschen über einen Leisten, so als gäbe es keine genetische Veranlagung für dünn oder dick, seien alle gleich ausgestattet. Das ist natürlich Quatsch. So sind zum Beispiel Muskelmänner wie Arnold Schwarzenegger oder Schauspieler wie Brat Pitt dem BMI zufolge eindeutig übergewichtig und müssten dringend auf Diät gesetzt werden.
Schlimmer aber noch ist an diesem Gewichtsmaßstab, dass er behauptet, nur wer sich im eng bemessenen Limit aufhielte, bliebe von schwerwiegenden Krankheiten verschont, würde mithin länger und gesünder leben. Ein grandioser statistischer Betrug. Die medizinischen Studien, auf die sich die Gesundheitsexperten stützen, beweisen genau das Gegenteil: Wer ein paar Pfunde zusätzlich mit sich herumschleppt, und je älter man wird, desto mehr legt man natürlicherweise zu, der lebt länger. Dicke sterben später. Nicht sie sind besonders herzinfarktgefährdet oder bekommen häufiger Diabetes, leiden an Herz-Kreislauferkrankungen, sondern die Schlanken. Man könnte nach den Statistiken eher umgekehrt formulieren: Je schlanker einer ist, desto früher wird er in die Grube fahren.
Besonders gefährdet sind die Superschlanken, jene Models, die vielen Mädchen als Vorbild dienen. Schlimm ergeht es auch all jenen, die ständig neue Diäten unternehmen, statt sich mit ihrem Gewicht abzufinden. Sie fallen dem Jojo-Effekt zum Opfer: Der Körper reagiert auf das Hungern zwar mit Abnahme. Sobald man sich aber wieder normal ernährt, legt er vorsorglich für die nächste Hungerperiode zusätzlich Fettreserven an. Ergebnis: Nach jeder Diät hat man ein paar Pfunde mehr. Diäten - so der Ernährungsexperte - sind die beste Methode, dick zu werden.
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http://www.wissenschaft-online.de/artikel/846064
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Der BMI ist eine Erfindung der Versicherungsbranche. Um ihre Prämien kalkulieren zu können, ermittelten die Versicherungsgesellschaften die Körpergröße und das Gewicht ihrer Kunden und erhoben anschließend die Messdaten derjenigen, die am längsten lebten, zu universalen Richtwerten. Allerdings wurde dabei übersehen, dass die meisten Policen von jungen Menschen, die eine schlanke Statur und eine gute körperliche Verfassung vorweisen konnten, abgeschlossen worden waren.
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Auf den Südsee-Atollen beispielsweise leidet mittlerweile die Hälfte der Bewohner im Alter von 50 und mehr Jahren an Diabetes vom Typ 2. Hierfür gibt es eine einfache Erklärung: Wer die Gene in sich trägt, welche die Entstehung dieser Krankheit begünstigen, verbrennt weniger Kalorien und setzt leicht Fett an. Weil jedoch auf den Atollen Nahrungsmittel lange Zeit knapp waren, hatten Diabetiker dort die besten Überlebenschancen, während erst der heutige Überfluss das Gegenteil bewirkt.
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Ebenso ist es unter bestimmten Umständen durchaus ein Vorteil, unter familiärer Hypercholesterinämie zu leiden: Die extrem hohen Cholesterinwerte, die diese Krankheit mit sich bringen, schützen nämlich vor Infektionen - und haben das Sterberisiko in früheren Epochen, in denen die hygienischen Verhältnisse oft miserabel waren, erheblich reduziert. In Pollmers Augen ist deshalb ein mäßiges Übergewicht nicht nur nicht gesundheitsschädlich, sondern oft sogar gesundheitsfördernd. Gefährlich sei allein, extrem über- oder untergewichtig zu sein.
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Nach Pollmer rührt das daher, dass sich der Körper nicht überlisten lässt und früher oder später einen Weg findet, sich die Nährstoffe zu beschaffen, die ihm vorenthalten werden. Pollmer hält deshalb auch nicht viel davon, Kinder zu kontrolliertem Essen zu erziehen. Je konsequenter das erfolge, desto größer sei die Gefahr, dass die automatischen Regulationsmechanismen des Körpers aus dem Tritt geraten und schwere Essstörungen auftreten könnten. Außerdem sei längst erwiesen, dass die Ernährungsgewohnheiten, das Ernährungswissen, der Bildungsgrad und der soziale Status der Eltern das Gewicht des Nachwuchses nur unwesentlich beeinflussen würden.
Tiere in freier Wildbahn brauchen keinen Ernährungsberater. Sie wissen stets intuitiv, welche Nahrung sie in welcher Menge zu sich nehmen müssen. Nach Pollmer sind auch Menschen dazu ohne weiteres im Stande, dank ihres "Darmhirns", das die Zusammensetzung der Nahrung äußerst genau analysiert. Pollmer rät dringend, auf dieses Darmhirn zu hören - auch wenn es sich von Aromastoffen, Geschmacksverstärkern und Konservierungsmitteln immer wieder in die Irre führen lässt.
Landauf und landab wird heute ständig verkündet, dass die deutschen Kinder unaufhaltsam verfetten würden. Pollmer kann jedoch allenfalls eine geringfügige Gewichtszunahme ausmachen, die er in erster Linie auf den gestiegenen Anteil von Kindern anderer Ethnien zurückführt. Hingegen bestreitet er entschieden die gängige Auffassung, dass falsche Ernährung und Bewegungsmangel die Hauptursachen der Verfettung seien. Was Kinder in Wahrheit dick macht, behauptet er, sind im Wesentlichen Schlafmangel, Fernsehkonsum und psychosozialer Stress, bedingt durch Arbeitslosigkeit der Eltern, und andere Faktoren.
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Ein Interview: http://www.fr-online.de/in_und_ausl...t=739951&sid=ae1dc991a3f6abef472c01a6a120b5cf
Und jetzt esst normal.
Der Körper weiß schon was er braucht.gruß,
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