grob betrachtet ist aber das von mir beschriebene Game nicht allzusehr verschieden von einem Nintendogs z.B. der Hauptunterschied ist nur das Szenario. Eine Haustiersimulation bei der das klare Ziel ist ein guter Haustierbesitzer zu sein ist wohl deswegen ein Nongame weil die Thematik bzw. das Szenario "unverbraucht" sind?
Hmm ja, so weit sind die Spiele wirklich nicht auseinander, und am Szenario sollt's wirklich nicht liegen. Gefühlsmässig kommt mir Dein Titel eher wie ein Tetris vor - man bemüht sich ständig, nicht Game Over zu gehen. Bei Nintendogs hat man sicher auch mal das Bedürfnis, neue Extras freizuschalten oder einfach mit dem Hund Spass zu haben - nebst dem, dass meiner Meinung nach nicht sehr klar ist, was ein guter Haustierbesitzer ist (und warum man das laut Spiel sein muss). Aber die Grenze ist sicher unscharf (ist bei anderen Genres auch nicht immer klar, in welche Ecke die Titel gehören & Zuteilungen sind manchmal ziemlich willkürlich). In
diesem Artikel gibt's (gerade in den Comments) auch eine ausführliche Diskussion darüber, ob der Titel jetzt ein "normales" Spiel ist oder nicht. Bei anderen Spielen dürfte es schon wesentlich klarer sein (z.B. Sim City).
Ist es nicht eher anders herum?
In den Mathe-Büchern, die ich gebüffelt habe, kam ohne Ausnahme eine strenge Definition der Begriffe, bevor irgendwas behauptet & bewiesen wurde. Andersrum versagt die Logik komplett & man kann jeden Unsinn beweisen, auf den man Lust hat (siehe "logische" Existenz- und Nichtexistenzbeweise für Gott und allerhand andere lustige Spielereien mit der Logik).
Man sollte aber eine "saubere" Klassifizierung anstreben, sonst wäre diese Disskussion sinnlos. Und dabei sollte man sich an die "Regeln" halten.
Es ist genau anders herum. Diese Definition von Play und Game aus Wiki habe ich auch nur als Bsp. genommen um zu verdeutlichen wie Definitionen und Klassifizierungen funktionieren. Und genau darum geht es. Weil ein Play sowohl Regeln beinhalten kann als ebend auch nicht, steht es über dem Game. Wenn ein Play Regeln und Ziele hat wird es auch als Game bezeichnet, aber es bleibt trozdem ein Play.
Und mir ging es nur darum, wenn ihr Nongame als aktives digitales Unterhaltungsmedium oder digitales Spiel, welches Regeln Ziele usw haben kann aber nicht haben muss, beschreibt und ein Game als ein digitales Spiel welches Regeln und Ziele haben muss.
Dann reiht sich Nongame in der Klassifizierung über Game ein und jedes Game wäre auch ein Nongame.
Einverstanden. Jetzt stellt sich die Frage, welche Erkenntnisse man aus dieser Klassifizierung gewinnen kann.
Wenn man hier etwas definieren will, sollte man auch logisch heran gehen. Denn man sieht ja was für Fragen entsehen. Ist dann ein Nongame ein Game oder ist beides getrennt oder...
Wenn man also eine "saubere" Klassifizierung anstrebt, sollte man da logisch heran gehen. (und nicht andersherum.

)
Wie waren Games denn vor dem Begriff Nongames definiert?
Denn jetzt scheinen sie ja nur Games zu sein, wenn sie Regeln und Zielen folgen. Also was stellt sich dann an die alte Definitionsstelle der Games? Oder wurden sie schon immer so definiert? Und dann sollte man sich fragen wie kann man Nongames defnieren, dass diese Definition auch logisch ist und sich in die schon vorhanden Definitionen einfügt.
Und nicht wir definieren erstmal und schauen dann wo es hinpasst bzw. wo wir das ganze hinhaben wollten.
Die formallogische Herangehensweise ist nur einer von vielen möglichen Wegen, um Erkentnisse zu gewinnen. Und es kann durchaus der Fall sein, dass vorhandene Defintionen angepasst werden müssen, wenn neues Wissen im Widerspruch zu diesen steht.
Definitionen für Spiele gibt's verschiedene, wobei nach meinem bisherigen Verständnis eine häufig genannte Abgrenzung zwischen Spielerei (im Sinne von Play) und strukturiertem Spiel (im Sinne von Game) die Einführung von bindenden Regeln, Strukturen und Zielen ist. Dies zeigt sich bei Kindern, die ab einer gewissen Altersstufe beginnen, Spiele mit bindenden Regeln, Gewinnern & Verlierern etc. zu spielen, und nicht nur "mit den Bauklötzen oder den Puppen herumspielen". Natürlich ist der Übergang da auch fliessend (gewisse Regeln oder Ziele werden vielleicht schon früh befolgt, aber evtl. während des Spiels wieder fallen gelassen).
Ein klassischer Begriff für die Aktivität des Spielens (im Sinne von Game) ist auch der "Magic Circle" (magischer Kreis). Dieser besagt, dass Spiele vom Alltag verschieden sind (und ihr Ziel in sich selber haben) und zeitlich und räumlich begrenzt sind (man betritt den Magic Circle freiwillig und fängt so an einem Ort zu einer Zeit an zu spielen, irgendwann ist das Spiel wieder vorbei und man verlässt den Magic Circle wieder). So gesehen bilden Spiele ein Paralleluniversum, das man auf Wunsch betreten und wieder verlassen kann.
Auch hier "ecken" Non-Games an, wenn z.B. ein Bänker täglich Gehirnjogging benutzt, um sein Gehirn fit zu halten, tut er das nicht, um vom Alltag wegzukommen & sich zu amüsieren (auch wenn das ebenfalls passieren kann). Oder wenn ein Kind in Japan (wo viele Leute sehr kleine Wohnungen haben & kein Haustier halten können) Nintendogs als Hunderersatz "hält", kann man auch kaum mehr von einem Magic Circle sprechen. Das Kind wird seine virtuellen Hunde in den Alltag einbeziehen und täglich nach ihnen schauen, manchmal sicher nicht freiwillig (das Spiel zwingt einen, die Hunde regelmässig zu pflegen). Zu anderen Zeiten wird es wahrscheinlich auch einfach ein wenig mit dem Hund spielen wollen (klarer Fall von Play).
Etwas näher am Gamer-Alltag: Man ist gerade daran, GTA durchzuspielen (sprich Missionen zu lösen, Kohle zu verdienen etc.). Auf einmal hat man keinen Bock mehr darauf, den vorgefertigten Zielen nachzugehen & holt sich nen schicken Schlitten, cruist ein wenig durch die Stadt oder sucht sich eine hübsche Aussichtsplattform. Vielleicht legt man sich auch mit der Polizei an und schaut, wie lange man überlebt. In jedem Fall bleiben die Regeln des Spiels intakt, ganz im Gegensatz zur Struktur und dem Spielziel, welche völlig links liegen gelassen werden. GTA kann so (als open world simulation oder wie man es auch nennen mag) zum Non-Game werden.
Eine Frage, die sich Spieleentwicklern immer stellen müssen, ist: Werden die Leute ihr Spiel kaufen und damit Spass haben? Sprich: Wollen die Leute überhaupt so etwas spielen? Und genau da haben Spiele wie The Sims oder Nintendogs ganz klar gezeigt, dass es neben den Normalo-ShooterBemuRPG AdventureJump&RunRätselStrategieKartenSportRennSpiel- Fans auch ne ganze Menge Leute gibt, die auf etwas anderes stehen, wie auch immer man das nennen will. Was dieses etwas ist, sollte genau untersucht werden, damit zukünftige Spiele davon profitieren können.