Ist es naiv seine Ansichten als Wahrheit zu sehen ?

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pd2

L12: Crazy
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11 Jun 2002
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Jeder Mensch (ausgenommen die die von sich selber gleich sagen, dass sie sich für total blöd halten) geht doch eigentlich davon aus, dass seine Ansichten stimmen. Nun gibt es jetzt z.B. mal Christlich-Konservative, Rechte und Linke. Nun geht jeder doch davon aus das sein denke und seine Einstellung richtig ist. Der Punk denkt schlecht über den Nazi und Ebenso. Nun ist wohl jeder davon überzaugt das seine Einstellung richtig ist. Nur kann dies ja nicht sein. Und eigentlich gibt es ja auch keine wirkliche Wahrheit hier. Auch als Frage ob Amerika den Krieg für Öl gemacht hat oder nicht. Auf der einen Seite sitzen Leute die sind davon überzeugt das sie es getan haben weil sie das Öl wollten und nicht für die Menschen, denn als Saddam die meisten Menschen töten lies, hatte Amerika nicht eingegriffen und jetzt aufeinmal müssen sie es tun. Aber auf der anderen Seite gibt es Stimmen die sagen, dass Amerika schon lange Jahre versucht hatte über Geheimdienste ihn ermorden zu lassen und es hatte nie geklappt und jetzt mussten sie irgendwann eingreifen. Oder auch hier im Board, jeder ist meist von seiner Einstellung überzeugt und denkt er hat recht, dabei kann dies unmöglich sein. Und auch mit Religionen, jeder der einer Angehört denkt sein glaube stimmt. Aber warum sollte gerade das bei einem so sein. Warum sollte der Islam der richtige Weg sein, oder warum gerade das Christentum oder der Budismus. Es kann gar nicht sein doch von jedem wirst du höre seine Glaubensrichtung stimmt. Ist es da nicht furchtbar naiv anzunehmen das seine eigenen Ansichten Stimmen. Und eigentlich kann man nie die Wahrheit erfahren. Denn man macht seine Einstellung zu ihr, aber andere sehen es eben wieder anders und so...
 
Sicher, nur weil dies jeder weis, hindert ja keinen daran darüber zu streiten.

Ich für meinen Teil kenne nur eine Warheit, und zwar das Microsoft böse ist. *g* Und das Stimmt! Bestimmt!

Aber man kann sich ja unterhalten, man kann sich streiten um einen besseren Blick auf dei Welt bekommen.


/ajk
 
Ich finde es nicht naiv, seine eigenen Ansichten als Wahrheit anzusehen... eher natuerlich. Es waere aber verblendet, wenn man alle Argumente, die gegen die eigene Ansicht stehen, ignoriert. Man sollte immer bereit sein, seinen eigenne Ansichten zu aendern, wenn man gute Argumente dafuer bekommt, denn die absolute Wahrheit gibt es nur in der Mathematik ;)
 
Hubaaaa schrieb:
Ich finde es nicht naiv, seine eigenen Ansichten als Wahrheit anzusehen... eher natuerlich. Es waere aber verblendet, wenn man alle Argumente, die gegen die eigene Ansicht stehen, ignoriert. Man sollte immer bereit sein, seinen eigenne Ansichten zu aendern, wenn man gute Argumente dafuer bekommt, denn die absolute Wahrheit gibt es nur in der Mathematik ;)

hah, und noch nicht mal unbedingt da :)
hab ich mal von nem Mathe-Lehrer gehört: Mathematik ist zwar absolut logisch und "wahr", aber nur, wenn man annimmt, dass entweder sich zwei Parallelen nie schneiden oder dass die Winkelsumme im Dreieck 180° beträgt.. darauf baut nämlich alle Mathematik auf, und die ganze Beweisführung stimmt nur dann, wenn man eine von den beiden Prämissen annimmt :o :lol:
keine Ahnung, wie weit das stimmt.. studiert hier einer Mathe?

außerdem gibts sowieso keine absolute Wahrheit.. hats nie gegeben und wirds nie geben 8-)
 
Eigentlich beruht die Mathematik hauptsaechlich auf den natuerlichen Zahlen. Diese sind sozusagen "gottgegeben". Man nimmt einfach an, dass man zaehlen kann und dass es eine Ordnung gibt. Alles andere (reele Zahlen, imaginaere, Analysis, Algebra etc...) baut darauf auf.
Das bekommt man ganz gut bei Linearer Algebra 1 mit. Da gibt es z.B. keine Zahlenkoerper, kein + kein -, kein gar nix. Es gibt nur Mengen mit Objekten und Verknuepfungen. Und daraus baut man sich dann alles andere zusammen.
 
Natürlich gibt es eine absolute Wahrheit, nur kein Mensch weiss, was sie ist.
Aber das heisst ja wohl nicht, dass es sie nicht gibt..
 
Wahrheit und Luege, Gut und Boese... alles Diskussionen ohne Anfang und Ende.

Anzuempfehlen waere all jenen die daran interessiert sind vllt. ein kleiner Diskurs ueber Kants kategorischen Imperativ (z.B. hier: http://www.math.fu-berlin.de/~rademach/philo/kant.html).

Uebrigens... aufgrund fundierter Diskussionen und aehnlichem bin ich multipler Solipsist (nein, das ist keine Sekte *grmpfl*), wobei ich auf das "multi" Werte lege (so ein egoistisches Kerlchen bin ich schließlich net).
 
Natürlich ist es naiv von euch, eure Überzeugungen für wahr zu halten. Woher wollt ihr wissen, was wahr ist? Ihr wißt ja noch nicht einmal, ob ihr existiert! Was wäre, wenn ihr in Wirklichkeit nur Produkte meiner Einbildung wärt, die ich mir ausgedacht habe, damit mir nicht so langweilig ist? Dann wären eure Meinungen eigentlich meine Meinung - oder ich hätte mir konträre Meinungen ausgedacht, damit ich was zum diskutieren habe! Denkt mal drüber nach!
 
Gotchi schrieb:
Wahrheit und Luege, Gut und Boese... alles Diskussionen ohne Anfang und Ende.

Anzuempfehlen waere all jenen die daran interessiert sind vllt. ein kleiner Diskurs ueber Kants kategorischen Imperativ (z.B. hier: http://www.math.fu-berlin.de/~rademach/philo/kant.html).

Uebrigens... aufgrund fundierter Diskussionen und aehnlichem bin ich multipler Solipsist (nein, das ist keine Sekte *grmpfl*), wobei ich auf das "multi" Werte lege (so ein egoistisches Kerlchen bin ich schließlich net).

Ich würde hierbei aber nicht unbedingt auf den kategorischen Imperativ verweisen, sondern eher auf Kants gesamte Transzendentalphilosophie.
Um diese kurz zu erläutern möchte ich ein Stück aus meiner Facharbeit anfügen ;) :
"Um sich mit Kants Meinung zur Religion auseinanderzusetzen, ist es logischerweise erforderlich, sich zuvor den Hintergrund vor Augen zu führen, auf dem er seine Theorien konzipiert. Dieser Hintergrund besteht in diesem Fall, aus seiner Weltsicht, die sich in seiner Philosophie widerspiegelt. Zu diesem Zweck werde ich nun die Philosophie Kants, in ihren Grundzügen, kurz erläutern. In seiner Transzendentalphilosophie beschäftigt er sich nicht mit den Gegenständen an sich, sondern mit der menschlichen Erkenntnisart der Gegenstände. Vor jedweder Erfahrung, a priori (vor der Erfahrung), lägen in unserem Verstand Formen, Kategorien und ähnliches, nach denen wir das Objektive erfahren und ordnen. Von daher kann man sagen, dass alles Objektive, subjektiv geformt sei. Hinter der Welt unserer Erfahrung läge eine Welt der Dinge an sich, über die der Mensch nichts wissen kann. Alles über das er etwas wissen und lernen kann, ist die Funktionsweise seines Verstandes, denn nur durch ihn sieht er die Dinge. Raum und Zeit existierten nicht unabhängig von uns, sondern würden erst vom Menschen in die Welt hineingetragen. Gleiches gilt auch für die Naturgesetze. In seinem Werk Kritik der praktischen Vernunft stellt Kant den berühmten kategorischen Imperativ auf: "Handle so, dass die Maxime deines Handelns, jederzeit zugleich auch als Prinzip einer allgemeinen gültigen Gesetzgebung sein könnte?. Der Wille sei unmittelbar durch das moralische Gesetz bestimmbar. Nur ein Handeln aus Pflicht, das von äußeren Bestimmungen und inneren Neigungen frei ist, sei sittlich."

Das ist, ganz ganz grob skizziert, seine Transzendentalphilosophie. Für genauere Ausführungen bitte ich seine "Kritik der reinen Vernunft" heranzuziehen.

@ Kringel: dir kann ich, jedenfalls bei deiner Einstellung, mal raten dich mit dem Skeptizismus bzw. Dualismus Rene Descartes auseinanderzusetzen, dürfte sehr interessant für dich sein. Er zweifelt auch alles an, hinterfragt die Existenz von allem und kommt im Endeffekt auf die einfache Formel "cogito ergo sum". Eigentlich ein sehr interessanter Ansatz.
 
@Schäfchen: Descartes muß ich nicht erst lesen - das habe ich mir doch alles ausgedacht!
Keine Angst, das sollte nur ein Scherz sein.
Im Ernst: Man sollte nicht allzusehr von sich selbst und seinen Vorstellungen überzeugt sein. Es ist mir schon mehr als einmal passiert, daß ich absolut fest von etwas überzeugt war, dann aber irgendwann feststellen mußte, daß ich mich geirrt hatte. Das waren zwar nur Kleinigkeiten, aber wer sagt, daß das nicht im größeren Maßstab auch zutreffen kann? Man muß keine alten Philosophen gelesen haben, um zu gewissen Erkenntnissen zu kommen - ein bißchen gesunder Menschenverstand reicht in den meisten Fällen aus. In schwereren Fällen könnt ihr ja mich fragen ;)
 
Kringel schrieb:
Man muß keine alten Philosophen gelesen haben, um zu gewissen Erkenntnissen zu kommen - ein bißchen gesunder Menschenverstand reicht in den meisten Fällen aus.

Stimmt an und für sich schon, dennoch ist es doich oft interessant was die "alten Herren" so geschrieben und gedacht haben, und insbesondere bei komplexeren Gedankengängen kommt doch so manches zu Tage, auf das man auf Anhieb vielleicht nicht so direkt gekommen wäre.
Und sooo furchtbar lang sind descartes und kant auch noch nicht her, dass man sie "alte Philosophen" nennen müsste. Wäre ich jetzt mit Aristoteles gekommen ok, aber so...... ;)
Na wie auch immer, ich orientiere mich bei solchen Fragen gerne auch an Theorien die schon ein wenig länger bestehen und auch schon so manchen Zweifler überlebt haben ;)
 
@Hubaaaa, schon klar, dass 1 + 1 gleich zwei ist, und "gottgegeben", naja.. common sense, würd ich sagen :)
aber man muss sich nur mal die komplexen Zahlen anschauen, wo die Wurzel aus -1 plötzlich definiert ist.. naja, wie auch immer, ich versteh von Mathe zu wenig, um darüber zu argumentieren :blushed:

@pd2

vielleicht ist est naiv, wenn man seine Ansichen als allgemein gültige, universelle und für alle verpflichtende Wahrheit ansieht.. "persönliche" Wahrheit, falls es so etwas geben sollte, sind Ansichten jedenfalls allemal, geht ja auch gar nich anders :)
 
Nun, auch das + ist eigentlich nur eine Definition... und 1+1 nicht immer gleich 2 (z.B. dann nicht, wenn der Zahlenraum nur aus 0 und 1 besteht ;))... aber das führt von Thema weg.
Was ich eigentlich sagen will.... niemand kann irgendwo behaupten, die einzig gültige und unumstössliche Wahrheit zu besitzen. Es dreht sich nur darum, wer die besten Argumente hat und natürlich ist man bei den Dingen, die man selbst für richtig hält, der Meinung, man selbst habe die besten Argumente. Das ist auch OK so, man sollte halt nur nicht den Fehler begehen und sich darauf versteifen. Wenn jemand anderes bessere Argumente hat, dann sollte man das akzeptieren.
 
Hey ich habe das kategorische imperativ verstanden. Glaub ich..

"Tue anderen nicht, daß Du nicht willst das man Dir tut" ist auch so eine gute Idee.
Und umgekehrt, tue anderem das Du willst das man Dir tut.

Aber was bedeutet das Wort Imperativ? Kategorisch heißt doch irgendwas wie völlig oder so "Kategorische Ablehnung" also absolute völlige Ablehnung..

Und aufgrund der Subjetiven erfahrung aller Dinge, sind Massenreligionen so gefährlich weil sie den Menschen ein gewissen Bild in den Kopf setzen wollen. Außerdem ist es auch noch interessant zu bedenken, daß ein Mensch nur etwas so versteht wie sein "Erfahrungshorizont" es zulässt. Wie sollte dann die Schule sein, und vorallem sollte man jegliche Ideologien aus dem Unterricht verbannen. Auch Religionen.

/ajk
 
Kategorischer Imperativ: Bei Immanuel Kant das vom freien und vernünftigen Menschen nicht zu umgehende Sittengesetz – in seiner allgemeinsten Formulierung: „Handle stets so, dass die Maxime deines Willens jederzeit zugleich als Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung gelten könne”.

Imperativ (lateinisch imperare: befehlen): Teilkategorie des Modus der Verben, die zur Bezeichnung eines Befehls oder einer Aufforderung verwendet wird.

Der Imperativ ist neben Indikativ und Konjunktiv eine Teilkategorie des Modus. Der Imperativ bezeichnet entweder eine Aufforderung zu einer Handlung („Lies das!”) oder ein Verbot einer Handlung („Lies das nicht!”). Im Deutschen gibt es nur für die 2. Person eine eigene Imperativform (Singular „lies!”, Plural „lest!”), im Singular ist die Form meist mit dem Verbstamm identisch. Für die anderen Personen werden andere Konstruktionen benutzt: z. B. die höfliche Anrede (3. Person Plural), die die normale Präsensform in inversierter Stellung benutzt („Sie gehen”, „gehen Sie!”, vergleiche hierzu aber auch die generelle Form der Anrede an 3. Personen (Jussiv): „Jeder begebe sich nach Hause!”, meist formengleich mit dem Konjunktiv). Im Imperativ können im Deutschen keine Tempusunterscheidungen ausgedrückt werden.

Klar?
 
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