Cybersky-TV kommt trotz Verbot auf den Markt, Premiere hat..

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Cybersky-TV kommt trotz Verbot auf den Markt, Premiere hat nicht bezahlt

Koblenz, 21.8.2006 Das seit mehr als einem Jahr andauernde totale Vertriebsverbot gegen Cybersky-TV kann der Pay-TV Sender Premiere nun nicht länger durchsetzen. Am 13.6.2006 wurde Premiere vom Landgericht Hamburg zur Zahlung von 500.000€ verurteilt, um die Vollstreckung der Einstweiligen Verfügung aufrechtzuerhalten, was jedoch zu spät bzw. bislang noch gar nicht erfolgte.

Zwischenzeitlich hat der verklagte Erfinder des Peer to Peer Fernsehens Guido Ciburski die Gunst der Stunde genutzt und diverse Vertriebsvereinbarungen abgeschlossen. Selbst wenn Premiere nun die Zahlung leisten würde, diese Vertriebsfirmen dürften in jedem Falle die Software weitervertreiben.

Denn schon seit mehr als einem Jahr besteht das Vertriebs-Verbot faktisch nur noch gegen Ciburski selbst. Die Software an sich hat bereits gerichtlich obsiegt und wurde sowohl vom OLG Hamburg, als auch vom Landgericht Hamburg als legal eingestuft, selbst wenn damit Premiere-Pay TV kostenlos oder andere illegale Streams verbreitet würden.
Denn der Hersteller einer Software kann nicht für illegale Handlungen der User haftbar gemacht werden. Insofern folgten die Richter hier der US-amerikanischen Rechtssprechung des US-Supreme Court, der im Herbst letzten Jahres ebenso entschied.

Ausnahmen gibt es nur, wenn aktiv mit illegalen Anwendungen geworben wird. Genau dies hat Premiere geltend gemacht. Auf der Website von Cybersky-TV stand: „When is premiere for this software“. Dieses Wortspiel sei nach Rechtsauffassung von Premiere eindeutig eine Aufforderung zum Rechtsbruch.
Ciburski sieht daher excellente Chancen auch im verbliebenen Fall seines persönlichen fast zweijährigen weltweiten Vertriebsverbots letztlich zu obsiegen. Er würde so an den Schadensersatz-Anspruch gelangen, den Experten auf 20-25 Mio $ schätzen. Eine Klage vor einem US-Gericht sei schon vorbereitet.

Für die Internet-TV Zuschauer hat dies keine Auswirkungen. Die Software wird – passend zum Beginn der Funkausstellung IFA - am 1. September 2006 auf der Website www.cybertelly.com zum Download bereitstehen.

Ohne den prozessuralen Schnitzer von Premiere war dies bislang nicht möglich.. Denn durch die bisherigen Urteile bestand die kuriose Situation, daß jeder auf der Welt diese als legal festgestellte Software vertreiben durfte, nur der Erfinder selbst nicht (da er ja angeblich zuvor mit illegaler Nutzung geworben hat). Dieser durfte bislang auch die Vertriebsrechte nicht an solche „Dritte“ übertragen, was er nun eilig nachholen konnte. Der Geist ist somit aus der Flasche.

„Das Spannende an CTV ist doch nicht die Möglichkeit ein paar Euro Abogebühren zu sparen, sondern dass wir mal von diesem TV Einheitsbrei wegkommen. Free Speech auch im Bereich Fernsehen wird mit Sicherheit neue unterhaltsame Formate erzeugen. Endlich kann jeder senden, was er möchte. Oder empfangen wo er möchte: Im Büro, unterwegs, weltweit, überall wo es Internet gibt.“ so Ciburski

Die Vorteile von CTV klingen vielversprechend: Eine DVD, eine Filmdatei-Sammlung oder eine TV-Karte genügen, um seine eigene TV-Station aufzubauen. Dank der Peer to Peer-Technologie verbreiten alle Zuschauer die Daten anonym und gemeinsam.
Serverkosten entfallen völlig und auch die gefährlichen Traffic-Kosten entstehen nicht, selbst wenn 1 Mio. Zuschauer gleichzeitig den Stream abrufen. Daher haben bereits viele TV-Stationen ihr Interesse bekundet, die nun auch einmal ganz einfach IPTV machen wollen. Pro Zuschauer kann die Software monatlich 5€ Traffic-Kosten einsparen und 12€ Werbeeinnahmen generieren.

„Im Moment nehmen wir fast jede Woche neue Investoren auf“ so Ciburski, „die Nachfrage ist enorm, IPTV ist ohnehin das nächste große Ding im Internet.“ Allerdings nicht, wenn man es wie Premiere/Telekom nämlich serverbasiert macht. „Das ist alter Wein in neuen Schläuchen. Das könnte ein enormer Verlustbringer werden, jedenfalls sagen das einige von deren Analysten und die kennen die Netz-Umbaukosten ja besser als wir“.

Vielleicht wollte Premiere mit der Klage auch nur einen Konkurrenten für den neuen IPTV Markt loswerden? „Peer to peer tv funktioniert weltweit und überall, die VDSL-Multicast Netze sind dagegen geschlossene Insellösungen, quasi nur ein TV-Satellit mehr am Himmel. Wenn auch ein sehr teurer. Das kann nur jemand als Konkurrenz angesehen haben, der technisch etwas verwechselt hat….“

Viel wahrscheinlicher ist, daß Premiere mit dieser unsinnigen Klage nur Zeit gewinnen wollte. „Viele Analysten hatten mich während des Börsenganges von Premiere besorgt angerufen“, so Ciburski, “offenbar konnte Premiere mit diesem zeitgleich bewirkten Verbot aber alle beruhigen“. Der normale Aktionär fand von diesem Risiko im Prospekt zwar kein einziges Wort. Deutlicher wurde seinerzeit aber der Premiere Presse-Sprecher Michael Juchan einen Monat nach (!) dem Börsengang, Zitat: „Wenn Cybersky-TV kommt, kann Premiere zu machen“.

Doch nun kommt Cybersky-TV und Premiere hat sein Ziel, die Software juristisch auszubremsen komplett verfehlt.
„Premiere ist hier zudem ein unnötig hohes Schadensersatz-Risiko eingegangen“ so Ciburski, „denn man hat sich im Verfügungsantrag – willentlich oder nicht- weit mehr verfügen lassen, als zum Schutz der eigenen Interessen notwendig gewesen wäre“. Auch das könnte teuer werden.

Vielleicht sogar schneller als erwartet. Denn Ciburski eröffnet nun auch auf einer anderen Ebene den Gegenangriff:
„Wir müssen nicht mehr auf das OLG oder den BGH warten. Wir haben einen Eilantrag vorbereitet, der die Einstweilige Verfügung nach §927 ZPO einstweilig unterbrechen soll. Hintergrund sind neue Fakten, die nur durch Zufall ans Licht kamen. Ein Premiere Anwalt hatte unbeabsichtigt offenbart, daß Premiere seit jeher ein Macrovisions-Signal mitsendet. Nach einem solchen Erkennungssignal hatten die Richter aber bereits seit mehr als 12 Monaten gefragt. Und Premiere wurde mehrfach richterlich aufgefordert, ein solches Signal bereitzustellen, damit die Software Premiere ausfiltern kann und nicht in Gänze verboten werden muß.
Die Krönung des Münchner Schildbürgerstreiches ist aber, daß dieses Signal ein analoger Kopierschutz ist und solche Signale seit jeher ohnehin nicht von Cybersky-TV eingelesen werden können!!
Es kommt aber noch schlimmer: Kurze Zeit nachdem Premiere hierüber in Kenntnis gesetzt wurde, hat man - offenbar in völliger Panik - das Macrovisions-Signal abgeschaltet. Das bedeutet aber, daß zukünftige Cybersky-Clients von Drittanbietern weder Premiere ausfiltern können, noch veranlasst sind, diesen Filter einzubauen. Sollte Premiere dann irgendwann wieder Macrovision ausstrahlen, wären Clients im Umlauf, die trotzdem Premiere einspeisen könnten. „Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, daß hinter den Kulissen etwas Chaos herrscht“ so Ciburski und weiter:
„Unsere CTV Software war immer koscher, was nun die neuen Vertriebspartner im Ausland so alles releasen, darauf haben wir keinen Einfluss mehr. Ich hatte mehr als einmal angeboten, vernünftig ins Gespräch zu kommen. Zig Schreiben direkt an den Vorstand, aber nie auch nur eine Antwort erhalten.
Premiere ist für CTV doch völlig uninteressant. Wir haben nicht in die Software-Entwicklung investiert, um ständige Spielfilm-Wiederholungen abofrei anschauen zu können. Bei CTV geht es vielmehr um eine neue Art von Fernsehen und um kostenfreies Broadcasten. Das ist eine neue Basistechnologie, die alle serverbasierten Streaming-Lösungen definitiv ablösen wird. Daher sind wir froh, diese sinnfreie Attacke früher als erwartet überwunden zu haben und freuen uns auf das, was es in Cybersky-TV zu sehen geben wird.“


Über Cybersky-TV:
Cybersky war die erste Software, die Peer to Peer Technologie eingesetzt hat, um über das Internet Realtime-TV in hoher Qualität zu streamen (IPTV). Es wurde kurz nach Ankündigung im Dezember 2004 durch eine einstweilige Verfügung seitens premiere verboten, noch bevor es released werden konnte. Die mögliche Gefahr, daß jemand einmal premiere hierüber veröffentlicht, galt bislang als offizielle Begründung für dieses weltweite Verbot. -> www.cybertelly.com

Über Premiere:
Premiere ist Deutschlands führender Pay-TV Anbieter mit mehr als 3 Million Abonnements. Zusammen mit der Deutschen Telekom wurde ein VDSL Netzwerk errichtet, mit dem Cybersky-TV konkurriert hätte. Beide Technologien sind derzeit die einzige Möglichkeit sehr große Zuschauerzahlen gleichzeitig über das Internet mit Streams großer Bandbreite zu versorgen, da Client-Server-Technologien auf kleine Zuschauerzahlen begrenzt sind. -> Premiere
Quelle

Wie geil ist das den :grin3: ich hoffe alles geht gut und es ist wirklich am 01.09.06 verfügbar.
Ja ja Premiere und ihre Klagen, ich hoffe den geht es jetzt richtig an die Knödeln dieser Scheisshaufen. :x
 
lol schöne scheisse für premiere :rofl:
hoffentlich klappts und wir können in 4 tagen das programm laden :lol: (is doch freeware oder?)
 
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