Ich hab gestern Abend das Spiel durchgespielt & habe zum Ende eigentlich nicht so viel zu ergänzen. Ich denke die meisten haben sich dafür entschieden, dass
Versos Ende das "richtigere Ende" darstellt.
Dadurch, das ich einiges an Endgame-Content gemacht habe, war der finale Bosskampf sehr leicht. Die "Unspektularität" hat mich etwas verwundert.
Als Fazit kann ich sagen, dass CO33 eine hervorragende Spielerfahrung war. Vor allem weil es ein neues Setting, ein einzigartigen Soundtrackt & ein evolutioniertes Kampfsystem zu bieten hatte, was einem in den Bann zieht, wie es Spiele heute noch selten machen, weil man als Erwachsener nicht mehr dasselbe, unerfahrene Immersivitäts-Empfinden wie in der Jugend besitzt.
Der letzte große Twist in der Story am Ende von Akt 2 hat mich nicht so gepackt, aber wenn man zurückdenkt, hat schon einiges in die Richtung angedeutet.
Die Charaktere bzw das Team fand ich toll geschrieben, aber mit dem Cast habe ich nicht so eine starke Bindung "aufgebaut" wie in anderen (J)RPGs. Dort hätte es noch mehr Potenzial nach oben gegeben.
Das Kampfsystem ist wie bei Persona 5 dynamisch & hat einige sinnvolle Ergänzungen vorgenommen, sodass es eine frische Erfahrung war. Der Schwierigkeitsgrad war das ganze Spiel über gesehen anspruchsvoll, nicht zu leicht, nicht zu schwer, auch wenn manche Bosse mir fast den Nerv geraubt hätten. Man kann es sich natürlich zu einfach machen, wenn man im Internet irgendwelche Builds "klaut".
Kritisch finde ich die viel zu große Anzahl an Pictos. Das artet viel zu sehr in Mikromamagement aus. In so einem Spiel will ich nicht zu einem Drittel der Zeit im Menü festhängen. Durch die Pictos wird das Spiel gerade im letzten Drittel recht unbalanciert, weil mehr die Pictos als das Level bzw. die Waffen entscheindender sind.
Die Welt an sich fand ich schön gestaltet. Die 2 Städte, die es gab, waren leider eher leere Kulissen. Es gab viele zu kleine Orte, wo man sich nur ein Item bzw Musikplatte besorgen oder nur ein Nevron besuchen konnte. Das hätte man sich eigentlich sparen oder besser verpacken können. Ich hätte mir eine Funktion gewünscht, den Ort in der Karte für sich abhaken zu können, weil es so zu unübersichtlich wurde.
Ich selbst hadere noch ein wenig, ob ich dem Spiel eine 8.9 von 10 oder eine 9 von 10 gebe, was aber nicht so wichtig ist, da es ein tolles Game ist.
Ob man das Projekt als Indie-Game durchgehen lassen kann? Das Hauptteam besteht zwar aus nur ca. 30 Leuten, aber es wurden noch diverse Teams für alles andere beauftragt. Das war nur möglich, weil man einen starken Investor hinter sich hatte. Das haben Indies in der Größenordnung normalerweise nicht, weswegen diese Chance ein Privileg war. Natürlich muss man das Geld auch vernünftig nutzen, was hier gemacht worden ist.
Ich bin gespannt, was als nächstes kommt. Ein zweites Werk in dem Universum benötige ich nicht. Man hat sich zwar eine kleine Lücke gelassen, aber was da im Hintergrund zwischen den beiden Parteien abläuft, interessiert mich nicht sehr. Man hat sich ja bewusst dagegen entschieden, das im Spiel zu vertiefen & ich denke es wäre viel zu schwer, darauf ein interessantes Spiel aufzubauen, was sich dann mit ihrem Erstlingswerk messen lassen muss.
Beim 2. Projekt wird man wohl ein größeres Budget haben. In Sachen Grafik ist ordentlich Luft nach oben. Die diversen Ruckler in Zwischensequenzen sollten gerade bei so einem story-drivem Game nicht in dem Ausmaß vorkommen. Ansonsten hatte ich noch 2-3 Einfrierungen im ganzen Spiel über, sodass das Spiel technisch recht sauber war. Allerdings habe ich es auch erst fast ein Jahr nach Release begonnen.
Im Endgame könnte ich noch den Turm, das Heerenhaus inklusive Clea & in Versos Entwürfen inklusive Simon machen, aber das scheint ziemlich spaßbefreit zu haben. Mein Team ist bei den Leveln 65 - 70 & ich habe keine Lust bis Level 90 - 99 hochzuleveln für etwas, das keine Storyrelevanz besitzt. Die wesentlichen Szenen habe ich mir bei Youtube angeschaut & das sah nicht so aus, als hätte sich der Aufwand für die paar Schnippsel gelohnt.
Eigentlich wollte ich noch den kompletten OST durchgehen, um mir die Namen der besten Tracks zu merken, aber 5 Stunden sind schon sehr krass.
