Bankensterben - Chance auf ein sozialeren Kapitalismus?

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nighty

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Heute las ich die Nachricht dass auch nun in Europa das Bankensterben beginnt. Aktuell wohl die Fortis Bank. Hier sind schon der belgische und luxemburgische Staat dran die Bank "aufzukaufen". In England sieht es ähnlich aus. In den USA schon lange - wo der Staat ganz unüblich für dort beim freien Markt einschritt und Banken verstaatlicht.

Was wird eurer Meinung diese ganze Krise mitbringen? Eine Chance? Oder eine Gefahr? Man merkt dass der totale angelsächsiche Kapitalismus mehr als nur eine Krise hat. Welche Fehler wurden gemacht?

Vor allem in den USA lebten viele Menschen auf Pump. Vor allem da die Banken ihre vergebene Kredite an andere Institute weiterverkaufen konnten rentierten sich die Kredite dort immer mehr. Es wurden nichtmal mehr Gehaltskontrollen gemacht - und garnichts reguliert, was imo ein riesen Fehler war.

IMO könnte dies nun aber eine Chance (werden). Totaler Kapitalismus ist schädlich, und imo sollten die Staaten nun einen Mittelweg finden, und auch der Staat sollte find ich beim Markt eine stärkere Rolel spielen.

Was denkt ihr darüber?
 
Naja die Krise in den USA war vorhersehbar , schon seit Jahren belächelt Europa das Risikomanagment in den Staaten. Während in Europa sinnvolle Eigenkapitalvorschriften vorgegeben wurden und auf dem Weg sind (Basel II Banken und Solvency II für Versicherer ab 2012 ?) geschah in den USA nichts.. Kredite wurden immer leichter vergeben, die Krise in den USA ist auch weitaus größer wie angenommen, selbst die größten Banken und Versicherer sind angeschlagen bzw viele schon Zahlungsunfähig.
Es ist mir derzeit auch schleierhaft wie die Regierung bisher 900 MRD ! $$ aufbringen konnte zur Rettung des gesamten Kredit-Versicherungswesens (Quelle: Focus Money), die USA muss es ja Dicke haben der Irakkrieg hat bisher auch 500 MRD verschlungen -_- hier noch eine andere interessante Zahl : 10 MRD Dollar verlust meldet Merrill Lynch (US-Investmentbank) fürs 4. Quartal omg..
 
Ich traue den Amerikanern zu aus ihren Fehlern zu lernen und sich zu sanieren und zumindest mittelfristig eine Loesung zu finden NUR: Eigentlich hat die USA ja nicht nur diese Baustelle, es gibt so viele marode Stellen (z.B. Senergiesektor, Atomenergie Endlagerung) das sich die Regierungen bisher wohl nicht an Reformen getraut haben, weil sie wussten was das der Wohlstand der Buerger wohl kurzfristig fallen wird, der Staat sich ueberschulden wird etc.
Und jetzt hoffe ich regeln sie ein paar Probleme auf einmal, am besten mit neuer Regierung^^.
Das die Marktwirtschaft als ganzes an sich sozialer wird ist imo leider ein Wunschtraum, da die Systeme, die bisher eher auf soziale Marktwirtschaft gesetzt haben wie Europa und Japan(Indien ist ja schon Anfang 90er radikal der freien Marktwirtschaft beigetreten) jetzt dem Amerikanischen Modell folgen. Deshalb denke ich mal an viele lehre Versprechungen und wenig Taten. War 1997 bei der Asien Krise genau so.
 
Das "Bankensterben" mag zwar auch in Europa beginnen, wird hier aber auch nie die Ausmaße erreichen, wie es in den USA der Fall ist. Der Hauptgrund für den Verfall sind in den USA sowohl die fehlende Kontrollinstanz, als auch die ultrakapitalistische Einstellung der USAn und erinnert mich in einem nicht unbedeutenden Maße an das Platzen der Bubble in Japan Ende der 1980er Jahre.
So wie die USA wirtschafteten, war es nur eine Frage der Zeit, bis der große wirtschaftliche endlich kam. Für den Rest der Welt sehe ich keine so große Bedrohung. Europäische und japansiche Banken sind (wenn auch erst in den vergangenen paar Jahren) durch Aufsichtsräte und boch andere Kontrollintanzen geschützt. Da hab ich eine 25seitige Seminararbeit darüber verfasst. ;)
Das der Kapitalismus "sozialer" werden wird, halte ich für sehr unwahrscheinlich. Ich sehe diese Krise eher als eine Chance, die wirtschaftlichen Beziehungen mit Russland und China zu stärken. Die Bankenkrise ist DIE Chance, den USA etwas von ihrer derzeitigen Macht zu nehmen.
 
Der Kapitalismus an sich erlebt eine Kernschmelze wie seit den 30ern nicht mehr. Wenn nicht jetzt eine Änderung eintritt dann nie...in Europa erzählen uns die neoliberalen Fanatiker noch wir sollten den ameriklanischen Vorbild folgen in Amerika selber beginnt shcon das Umdenken, wir hinken einfach schrecklich hinterher. Hier in Ö wirds die Probleme aber nicht geben, da alle Banken hier ziemlich vorsichtig waren, bzw weniger Leute riskant.

Wenn wir nun bzw wenn die Amerikaner nun nicht eine alglemeine Verbesserung gegen solchen Wahnsinn einbringen bzw ihre Ansichten ändern, können sie ihre Ideologie gleich aufgeben....das war gerade die grösste Verstaatlichung seit dem ende der UDSSR und auch noch auf Kosten der Steuerzahler....wo bleibt da der freie regulierende Markt, hätten die Banken nicht Konkurs anmelden sollen ?...nene das Sys ist gescheitert :neutral:
 
Denke, dass die Hoffnung, dass die aktuelle Krise zu zu einem reinigenden Feuer mit einem sozialeren Kapitalismus als Folge, ein Wunschtraum ist.

Es wird wohl eher anders aussehen: Der Steuerzahler hat zu leiden, es fehlt Geld für andere Investitionen, die Märkte sind instabil und man will sich vom Altbekannten nicht allzusehr lösen und probiert stattdessen klassische Lösungswege wie nun die Unterstützung durch den Staat.
 
Das das schwächen der Wirtschaft einen positiven Effekt auf den einfachen Mann haben soll glaubt doch nicht ernsthaft jemand...
 
Das das schwächen der Wirtschaft einen positiven Effekt auf den einfachen Mann haben soll glaubt doch nicht ernsthaft jemand...

das diese inhumane form der wirtschaft in den sterbenszügen liegt, wird langfristig jedenfalls nicht unbedingt für eine hochblüte der ausbeutung sorgen auch wenn man als steuerzahlenr nun kurzfristig noch schlechter dran ist als vorher.
 
Zu den glücklichen Gewinnern zählen nun die Länder, die ihre Devisen in Euro angelegt haben, wie z.B. die Vereinigten Arabischen Emirate.
Und nein - für Europa sieht es nicht so schlecht aus, wie es uns die Medien verklickern wollen. Es ist nicht die USA, von der Europa abhängig ist. Eher andersherum.
Wir in Europa sollten diese "Krise" nicht als eine Schädigung sehen, sondern eher als eine Chance.
Die USA könnten ihre Notenbank nun zu einer staatlichen Institution machen, was in einer Demokratie auch so sein sollte.
Europa hat die Chance, sich nun finanziel und politisch weniger von den USA abhängig zu machen
China und Russland haben nun die Möglichkeit stärkere Wirtschaftsbündnisse mit dem Westen einzugehen, wodurch Vorteile für beide Seiten entstünden
Japan hat die Möglichkeit ihre Rentenfonds billig aus den USA zurückzukaufen, wodurch deren Staatsverschuldung drastisch sänke - dies würde der US Wirtschaft allerdings den Rest geben
 
das diese inhumane form der wirtschaft in den sterbenszügen liegt, wird langfristig jedenfalls nicht unbedingt für eine hochblüte der ausbeutung sorgen auch wenn man als steuerzahlenr nun kurzfristig noch schlechter dran ist als vorher.

Banken brechen zusammen => Banken leihen sich gegenseitig kein Geld mehr => Banken geben kaum mehr Kredite an Unternehmen raus => Unternehmen müssen Kosten sparen (=entlassen) => Unternehmen gehen Pleite => Arbeit wird rah => der Durchscnittsbürger nimmt mehr und mehr Unanehmlichkeiten in Kauf (längere Arbeitzzeiten, weniger Gehalt) um noch einen Job zu bekommen...

...und das soll geil sein ? Schon klar...so geil wie die große Depression in den Zwanzigern die mehrere Jahre angedauert hat und so richtig erst mit dem 2ten Weltkrieg aufgehört hat.

Hussa -aber wenigsten kriegen die Bankenmanger für 10-20 Jahre keine "unfairen" Gagen mehr :rolleyes:
 
Zuletzt bearbeitet:
Jetzt kracht es ja langsam so richtig.
Nun mussten die BENELUX Staaten die Dexia Bank (meine Hausbank) ebenfalls retten.

Ich frage mich jetzt wie es wohl weitergehen wird?? Wird wieder alles verstaatlicht? Inwiefern wird die Krise uns noch weiterhin treffen? In den USA ist sie ja jetzt in vollem Gange - nachdem der Rettungsplan abgeschmettert wurde (special thanks an die Republikaner)
 
Bin zwar kein Wirtschaftsexperte, bin aber durchaus schon im Rahmen meines Studiums über ein paar Theorien gestolpert...

Eine, eigentlich gemeinhin anerkannte Theorie ist (leider den Urheber vergessen), dass die kapitalistische Wirtschaft zyklischen Hochs und Tiefs ausgesetzt ist, die sich kaum oder nur minimal beeinflussen lassen. Die Frage bleibt vielmehr, wie man sich darauf vorbereitet und ob die Rahmenbedingungen fähig sind, die Tiefs zu absorbieren.

Natürlich gibt es immer Gründe für eine Wirtschaftskrise, aber an sich ist das Teil des Systems. Die fatalen Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise der 30er Jahre werden sich imo kaum wiederholen, dafür ist das System zu stabil und die weltpolitische Lage vergleichsweise (zumindest mit den späten 20er/frühen 30er Jahren) ausgewogen, zumindest geraten die dominierenden Mächte nicht mehr so leicht ins Wanken. So weit, so weit pauschalisierend und amateurhaft. Gibt sicher User, die sich damit besser auskennen. ;)
 
Tatsache ? Der Dow ist gestern um 7% gefallen (an einem einzigen Tag !) -so viel wie noch nicht einmal zu Zeiten der Depression -so viel wie noch nie in der Geschichte.

Ich glaube viele Bürger checken einfach nicht wie groß die Auswirkungen auf sie selbst sind -die meisten denken irgendwie das es ja nur die ganzen Manager und Spekulanten trifft.

Wenn wir viel Glück haben erwischt es Europa nicht ganz so stark wie die USA, aber ehrlich...das was da auf uns zu rollt ist nicht ohne.
 
Tatsache ? Der Dow ist gestern um 7% gefallen (an einem einzigen Tag !) -so viel wie noch nicht einmal zu Zeiten der Depression -so viel wie noch nie in der Geschichte.

Ich glaube viele Bürger checken einfach nicht wie groß die Auswirkungen auf sie selbst sind -die meisten denken irgendwie das es ja nur die ganzen Manager und Spekulanten trifft.

Wenn wir viel Glück haben erwischt es Europa nicht ganz so stark wie die USA, aber ehrlich...das was da auf uns zu rollt ist nicht ohne.


Nicht ganz. Es war der höchste Verlust nach Punkten, aber nicht nach Prozent. 1987 hat der Dow 22% an einem Tag verloren.

Trotzdem sollte man sich Gedanken machen. Ich bin ziemlich pessimistisch was die nächsten Jahre angeht. Die Notenbanken werden wohl die Zinsen senken und weiter Geld in den Markt pumpen, was zu ziemlich großen Inflationsraten führen wird. Und dann ist der kleine Mann doch wieder betroffen, da die Spareinlagen immer mehr an Wert verlieren werden.

Zur Zeit sehe ich mir die Möglichkeit so gut wie möglich zu streuen (wenn man noch Geld hat :neutral: ).

Zum Kernthema: Es kann und darf nicht sein, dass Gewinne privat bleiben und Verluste vom Steuerzahler getragen werden. Falls doch ist das System in dieser Form gescheitert.
 
Japan hat die Möglichkeit ihre Rentenfonds billig aus den USA zurückzukaufen, wodurch deren Staatsverschuldung drastisch sänke - dies würde der US Wirtschaft allerdings den Rest geben

UH.... tödlicher Fehler.... Dadurch wäre die USA so gut wie tot. Und egal was man von der USA hält, eine Supermacht in diese ecke zu drängeln wäre eine ziemlich gefährliche Idee.
 
Natürlich zahlt der Steuerzahler, aber das is doch letzten Endes der Beweis für das Scheitern, dieses menschenverachtenden Systems....:neutral:
Ich bezweifle, dass die US-Wirtschaft je wieder dermassen unverantwortlich agieren kann, wie die letzten jahren, alleine schon durch den politischen "Wechsel" werden wohl einige zusätzliche Kontrolmechanismen eingesetzt....und dieses Scheitern war angesichts der Verantwortungslosigkeit und der leeren Blasen überfällig.
 
ich finde solche krisen gehören zum kapitalismus eben dazu... eine bessere alternative gibts trotzdem (noch) nicht

für mich beweisen solche krisen eher die selbstregulierung des marktes, anstatt sie zu widerlegen... wenn ein unternehmen zu gross und gierig wird, muss es eben irgendwann platzen - denn solche "monster" schaden dem markt... darum sehe ich die krise als die logische folge der marktentwicklung

ich bin aber stark dagegen, irgendwelche elitären banken durch steuergelder zu retten - wer mist baut soll auch die strafe bekommen
deshalb denke ich, dass weniger und nicht mehr staatliche regulierungen die lösung wären... man darf nicht versuchen irgendwelche riesesunternehmen künstlich am leben zu halten, sondern lieber die existensgründung erleichern, damit neue unternehmen den platz der alten einnehmen können... es ist ja nicht so, dass die nachfrage verschwindet, nur weil eine grossbank weg ist...

freie marktwirtschaft bedeutet nunmal bewegung und dazu gehören pleiten dazu, aber auch aufstiege...
 
ich finde solche krisen gehören zum kapitalismus eben dazu... eine bessere alternative gibts trotzdem (noch) nicht

für mich beweisen solche krisen eher die selbstregulierung des marktes, anstatt sie zu widerlegen... wenn ein unternehmen zu gross und gierig wird, muss es eben irgendwann platzen - denn solche "monster" schaden dem markt... darum sehe ich die krise als die logische folge der marktentwicklung

ich bin aber stark dagegen, irgendwelche elitären banken durch steuergelder zu retten - wer mist baut soll auch die strafe bekommen
deshalb denke ich, dass weniger und nicht mehr staatliche regulierungen die lösung wären... man darf nicht versuchen irgendwelche riesesunternehmen künstlich am leben zu halten, sondern lieber die existensgründung erleichern, damit neue unternehmen den platz der alten einnehmen können... es ist ja nicht so, dass die nachfrage verschwindet, nur weil eine grossbank weg ist...

freie marktwirtschaft bedeutet nunmal bewegung und dazu gehören pleiten dazu, aber auch aufstiege...



fände ich zumindest konsequenter als diese pseudokommunistischen verstaatlichungen hier :lol:

aber sag mal, ist es verantwortbar das tausende und zehntausende arbeitnehmer ihre jobs verlieren, weil die chefetagen nicht richtig wirtschaften können, aber wohl selber mit genug abfindungen davonkommen :/ bzw genug zur seite gelegt haben.

da fehlen mir iwie die proportionen.
 
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