Leon
L13: Maniac
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Frontliner schrieb:wo zur hölle hab ich gesagt das tschechien weiter ist? du hast irgendwie was falsch verstanden![]()
Klarer ausdrücken ftw!

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Frontliner schrieb:wo zur hölle hab ich gesagt das tschechien weiter ist? du hast irgendwie was falsch verstanden![]()
Leon schrieb:Frontliner schrieb:wo zur hölle hab ich gesagt das tschechien weiter ist? du hast irgendwie was falsch verstanden![]()
Klarer ausdrücken ftw!![]()
Als Josip Simunic die zweite Gelbe Karte sah, tat er zunächst nichts Ungewöhnliches. Der Kroate beschwerte sich beim englischen Schiedsrichter Graham Poll mit rudernden Armen und entsetztem Gesicht. Dann aber tat er etwas, was sich bei einer Weltmeisterschaft noch +
niemand traute: Der Verteidiger von Hertha BSC spielte einfach weiter. Drei Minuten später verwies ihn Poll doch mit Gelb-Rot des Feldes Simunic hatte ein weiteres Mal reklamiert.
Solch eine Schiedsrichter-Leistung hat die Welt noch nicht gesehen: Drei statt zwei Gelbe Karten. Ein statt drei zu gebende Elfmeter. Das entscheidende Ausgleichstor für Australien aus dem Abseits. Nicht verständlich und verzeihlich, nannte Fifa-Präsident Joseph Blatter diesen Fehlerhaufen. Für Graham Poll, einen der bislang besten Schiedsrichter des Fußballplaneten, ist die Weltmeisterschaft mit Sicherheit beendet. Inzwischen wurde die zweite Gelbe Karte aus den Statistiken der Fifa gelöscht. Der Vorfall wird als regeltechnischer Fehler gewertet. Bloß schnell vergessen!
Das geht freilich nicht. Noch lange werden die Fans über den Unparteiischen lachen, den ein berauschendes Spiel offenbar besoffen machte. Pauschale Häme ist allerdings nicht angebracht. Bisher waren die Schiedsrichter-Leistungen bei der WM überraschend gut. Referees gerade aus Ländern mit geringer Fußballerfahrung, die bei früheren Turnieren stets ein Risiko darstellten, haben im Team überzeugt und die Regeln zum besseren Schutz von Gefoulten angewandt. Nun zeigen ausgerechnet die besten Referees in den entscheidenden Spielen Nerven so wie Markus Merk, der Ghana mit einem zweifelhaften Elfmeter den Achtelfinal-Einzug erleichterte.
So wenig verzeihlich die einzelnen Fehler sind: Sie bleiben vereinzelte Fehler. Bedenklicher stimmt, dass die drei Assistenten Graham Poll mit seiner Tragik allein ließen und ihn nicht per Funk auf seine Wirrnisse aufmerksam machten. Fehler können jedem passieren. Sie einzugrenzen mit Mut zum Widerspruch, das müssen die WM-Schiedsrichter noch trainieren.
Berlin - Joseph Blatter hatte sehr nette Worte parat. Eine großartige WM finde derzeit in Deutschland statt, sagte der Präsident des Weltverbandes Fifa und nahm lächelnd seine Brille von der Nase. Die Atmosphäre im Land, besonders in Berlin, sei so beeindruckend, wie ich sie zuvor nur in Seoul und Paris erlebt habe. Sekunden später jedoch war das Zwischenfazit des mächtigsten Mannes im Weltfußball vorbei. Was Blatter anschließend sagte, war alles andere als kuschelig. Der Präsident war sauer.
Es ging um den englischen Schiedsrichter Graham Poll, der am Abend zuvor in Stuttgart geradezu kurios gepfiffen hatte. Poll hatte dem Kroaten Josip Simunic im Spiel gegen Australien (2:2) gleich drei Mal die Gelbe Karte gezeigt: Zunächst in der 61., dann in der 90. Minute, aber vom Feld geschickt hatte er den Abwehrspieler von Hertha BSC erst nach der dritten Karte in der Nachspielzeit, als Simunic meckerte. Das kann ich nicht verstehen, und das kann ich auch nicht verzeihen, schimpfte Blatter im Keller des Berliner Olympiastadions. Werde Poll nun von der Fußball-WM ausgeschlossen, wurde Blatter gefragt. Das sei Aufgabe der Schiedsrichterkommission, antwortete Blatter diplomatisch. Am Nachmittag rechne er mit einer Entscheidung. Er denke allerdings, dass die Schiedsrichterkommission so viel Fingerspitzengefühl hat, um eine richtige Entscheidung zu treffen.
Im Klartext hieß das nichts anderes als das WM-Aus für Schiedsrichter Poll und vermutlich auch für dessen Assistenten. Es waren vier Schiedsrichter auf dem Spielfeld. Wenn einer den Fehler nicht bemerkt, müssen es doch die drei anderen tun, schimpfte Blatter. Er meinte damit neben den beiden Linienrichtern auch den vierten Schiedsrichter an der Seitenlinie. Die hätten sagen müssen: Moment! Stopp! Halt! Hier stimmt was nicht! Die Folgen hätten gravierend sein können. Hätte nämlich Kroatien, das durch das 2:2 ausgeschieden ist, noch am selben Abend Protest eingelegt, hätte das WM-Spiel wiederholt werden müssen. Das Resultat bleibt aber bestehen, sagte Fifa-Mediendirektor Markus Siegler. Es gab keinen Protest.
Nerazar schrieb:Cool, es gibt was wie Protest?
Schade, dass Kroatien davon nicht Gebrauch machte.
Pr :smile2: test 4 the win
Maverick55 schrieb:Stimmt, das wäre irgendwie Hirnlos :-?
24.Juni
"Katastrophe", "Weltuntergang", "Angsthasenfußball" - Die kroatischen Medien übertrafen sich nach dem Ausscheiden der Nationalmannschaft bei der FIFA WM 2006 gegenseitig mit Superlativen. Der Stachel der Enttäuschung sitzt tief im Land an der Adriaküste und pumpt dicke Tränen in die Euphorie. Nach der erfolgreichen Qualifikation und dem beeindruckenden Auftaktmatch gegen Brasilien kannten die Erwartungen bei Spielern, Medien und Fans keine Grenzen. Experten sahen die Vatreni, die Feurigen, bereits vor dem ersten Anstoß im Achtelfinale. Man diskutierte über die potenzielle Aufstellung gegen Italien und machte sich Gedanken über ein Viertelfinale. Vor dem ersten Schritt auf dem Weg zum WM-Marathon philosophierte man schon über den Zieleinlauf.
Und die erste Begegnung in der Gruppe F gab allen Anlass zum Optimismus. Gegen den fünffachen Weltmeister Brasilien zeigte die Elf von Trainer Zlatko Kranjcar eine überragende Leistung und hätte sich ein Remis verdient gehabt. "Wir können mit den Ballzauberern aus Südamerika mithalten", titulierten unisono die Tageszeitungen nach der unglücklichen 0:1-Niederlage und forderten für die kommenden Partien gegen Japan und Australien zwei Siege. Man ging sogar soweit und verglich die Mannschaft mit dem legendären Team von 1998. Dass es gegen die Kicker aus dem Land der untergehenden Sonne nur zu einem mühsamen 0:0 reichte, hätte einige Aktive und Funktionäre stutzig machen müssen. Doch das Gegenteil war der Fall. Man sah das Unentschieden als Betriebsunfall an und war überzeugt von dem Erreichen der zweiten Runde. "Es ist nichts verloren. Natürlich wäre ein Sieg gegen Japan wichtig gewesen, aber wir haben gegen Australien noch alle Trümpfe in der Hand", äußerte sich Robert Kovac nach dem unerwarteten Punktverlust.
Spätestens nach diesem mühsamen Remis hätte man bemerken müssen, dass Anspruch und Wirklichkeit beim WM-Dritten von 1998 weit auseinanderklaffen. Die Generation der Kovac, Kranjcar und Prso besitzt nicht die Qualität der "goldenen Generation" um Boban, Prosinecki oder Suker. Die Mannschaft der WM in Frankreich war gespickt mit Spielern, die in europäischen Topteams wie dem AC Mailand oder Real Madrid zu den Leistungsträgern gehörten. Acht Jahre später setzte sich der Kader aus Kickern zusammen, die in ihren Klubs oft nur die zweite Geige spielen. So haben beispielsweise von den fünf Bundesliga-Profis nur Ivan Klasnic und Josip Simunic sichere Stammplätze. Die permanenten Vergleiche mit den kroatischen Fußballidolen haben das Team von 2006 zusätzlich unter Druck gesetzt, dem sie zu keinem Zeitpunkt standhalten konnten.
Im "Finale" um den Einzug ins Achtelfinale gegen Australien kam diese Tatsache besonders offensichtlich zum Ausdruck. Trotz zweimaliger Führung gelang es der Elf um Kapitän Niko Kovac nie, das Spiel in den Griff zu bekommen und den notwendigen Sieg einzufahren. Die Mannschaft zog sich nach den Führungstreffern aus unerklärlichen Gründen in den eigenen Strafraum zurück und ließ die Socceroos kommen. Die Konsequenz dieser Taktik: Australien glich zweimal aus, qualifizierte sich verdient für das Achtelfinale und riss die Kroaten aus allen WM-Träumen. "Wir sind hoch geflogen und tief gefallen. Wir konnten unseren eigenen Ansprüchen nie gerecht werden", fasste Trainer Kranjcar die Niederlage gegen die Aussies und das Ausscheiden zusammen. Und für die Zukunft sehen die "Fussball-Auguren" schwarz. Prominente Kommentatoren wie Zvonimir Boban sehen den kroatischen Fußball "in einem Meer voller Probleme" und prophezeien eine lange sportliche Durststrecke.
Doch bei aller Kritik und Enttäuschung sollte man nicht vergessen, das Positive heraus zu streichen. Und dazu gehörten neben dem engagierten Spiel gegen Brasilien vor allem die fantastischen kroatischen Fans. Sie sorgten in Berlin, Nürnberg und Stuttgart für eine Gänsehaut-Atmosphere und feuerten ihr Team fanatsievoll und emotional an. Selbst nach der Niederlage gegen die Elf aus "Down Under" verabschiedeten sie ihre Lieblinge mit Standing Ovations. "Unsere Anhänger waren einfach sensationell. Ich bin stolz auf solche Fans und werde ihre heißblütige, aber friedliche Unterstützung bei dieser WM mein Leben lang nicht vergessen", lobte Robert Kovac zum Abschied die treuen kroatischen Fans.