Die machen einfach gute Spiele. Das ist es. Nicht alles was dir nicht gefällt ist 'billig' zudem dieses gesamte Gefasel über studios usw. sowieso nur so ein 'cw gossip trashtalk' ist.
Naja, wenn wir mal ehrlich sind, macht Nintendo in den letzten Jahren hauptsächlich Klein-Klein-Shit; das gesamte erste Halbjahr 2026 gab es für Switch 2 exakt nichts jenseits von "cozy"-Spielen a la Tomodachi, Pokopia und Yoshi. Fire Emblem im Mai wäre so wichtig gewesen, aber nein, man packt es nach September, womit es vorraussichtlich das einzige neue Spiel dieses Jahr sein wird, das mehr Substanz bietet und sich visuell nicht an Kleinkinder richtet.
Überhaupt ist Nintendo mittlerweile so mutlos wie kaum jemand bzw. hat sich den anderen Publishern angepasst. Was war denn das letzte Nintendo-Spiel, bei dem man noch "wow!" gesagt hat? Ein halbes "wow!" gab es bei Pokemon Welle und Wind, auch auch da nur, weil ein Pokemon mal nicht so scheiße aussah auf den ersten Blick wie alle anderen Pokemon-Spiele. Davor? Breath of the Wild. Seit BotW zehrt Nintendo von selbigem, denn alles, was danach kam, war iterativer Kram. Das gilt auch für die von mir geliebten Xenoblade-Spiele. XB1 auf Wii war mega fresh. XBX auf Wii U ebenfalls. Dann aber gab es mit XB2 einen eher konservativen Nachfolger, und mit XB3 dann ein wirklich schnödes Sequel (story-mäßig schöne Momente, aber spielerisch nichts Neues, eher sogar Rückschritte). Und wie Genesis in der Hinsicht wird, ist noch nicht ersichtlich aus dem Reveal-Trailer.
Und was können wir denn realistisch von den anderen kommenden Nachfolgern erwarten? Bei Animal Crossing wird's 1-2 neue Features geben, aber fundamental neu und ambitioniert wird nichts sein. Die Bewohner werden vermutlich nie wieder so ausdrucksstarke, bizarre Dialoge bekommen wie zu GameCube- und NDS-Zeiten. Und dann hör ich dauernd irgendwelche Nintendo-Podcaster über Luigi's Mansion 4 reden, wtf. Wieso wollen wir denn diese Franchise in eine ewige Formel quetschen? Luigi geht auf Geisterjagd, das war beim ersten Mal cool und witzig. Der Nachfolger war imo schrecklich. Und der dritte Teil für Switch 1 ziemlich müde. Nehmt doch Luigi lieber und packt ihn in unterschiedliche Szenarien, statt immer als Geisterjäger aufzutreten. Richtig unkreatiiv imo. Vom nächsten Smash Bros. muss man ja auch das Schlimmste annehmen. Wenn es nach Fan-Diskurs geht, stehen uns zwei Varianten bevor: Entweder es gibt einen Re-Release von Ultimate und die Kämpfer werden einfach erweitert und es gibt neue Stages usw.. Also weiter wie gehabt. ODER es werden über die Hälfte der aktuellen Kämpfer entfernt, dafür bekommen die verbleibenden neue Moves und das soll dann gut sein; hab ich bis heute noch nicht verstanden, wer sich über neue Moves freut, wenn dafür 40+ Kämpfer rausfallen, aber gut. Doch in beiden Fällen wäre das nichts, was imo nicht billig wäre. Mit Ultimate hat man das Prinzip perfektioniert, dann macht doch jetzt bitte was Neues. Ein 3D-Arena-Fighter bspw.. Und dann kommt irgendwann das nächste neue Zelda. Nach TotK erwarte ich da einfach nochmal dasselbe. Open World, diesmal vielleicht mit Unterwasser-Erkundung, und ansonsten wieder wenig und schlechte Story, belanglose Charaktere, und viel Minecraft-like-Gameplay, das mit Zelda nichts mehr zu tun hat. Wird wieder hohe Wertungen bekommen, alle loben es und es wird objektiv auch nicht mies sein. Aber eben auch nichts, das in der Erinnerung bleibt. Reines Content-Consuming.
Bleibt schließlich das nächste 3D-Mario und da heißt es seit langem, dass es quasi wie die Bowser-Erweiterung von Odyssey sein soll, also Open World. Ja, toll. Dann darf man also mehr hin und her laufen, wahrscheinlich gibt's irgendn shitty Gefährt (Motorräder gibt's ja bald in jeder Nintendo-Franchise, seufz), damit man die Distanzen überwinden kann. Aber konkret erwarte ich auch bei Mario keine Quantensprünge in Sachen Kreativität und Freshness. Es wird am Ende ein "billiges" Sequel, weil es für die Verkaufszahlen genug ist.
Von den großen 3 ist mir XBox aktuell sogar am sympathischsten, weil sie einerseits mehr Gameplay-Fokus in ihren Spielen haben als Sony, andererseits mehr Budget und Cinematographie aufbringen als Nintendo. Das Problem bei MS ist, dass die konkrete Spieleauswahl beschissen ist. Ich sag das aber seit 10 Jahren: MS fehlt es an sympathischen Helden, Punkt. Deshalb greifen sie auch so verzweifelt nach Marcus Fenix, weil das einer der wenigen guten Charaktere im XBox-Universum ist.
Ne, ne, es gibt aktuell wirklich wenig in irgendeine Richtung zu loben. Wir befinden uns jetzt in der zweiten "Content-Generating"-Generation, also einer Konsolen-Generation, in der es kein NextGen-Feeling mehr gibt, weil nurmehr dieselben Spiele wie zuvor entwickelt werden, nur eben mit höherer Auflösung und mehr FPS. Aber niemand wird eine PS6 brauchen für neue Spielerfahrungen. Die bietet einfach niemand mehr, auch nicht Nintendo. Alle paar Jubeljahre kommt ein singulärer Release auf den Markt, der EIN BISSCHEN fresh ist und wird dann auch sofort gehypt. Letztes Jahr war's Clair Obscure, eigentlich kein so außergewöhnliches Spiel mit Story, die nach hinten komplett scheitert, aber im Vergleich zum restlichen Industrieeinerlei hat es sich dennoch fresh angefühlt. Ständig behaupten Leute, Videospiele wären nie so gut wie aktuell. Sehe ich völlig anders. Videospiele sind so langweilig wie nie. Es ist wie mit Netflix: Content wird generiert, nicht um zu begeistern, sondern um Leute bei der Stange zu halten. Und solange das erreicht wird, ist es "gut genug". Diese Industrie hat jegliche Ambition verloren und Nintendo ist davon nicht ausgenommen. Und das nächste BotW wird nicht so bald kommen, allein schon deshalb, weil Nintendo nicht in "ernsthaftere" Franchises investiert, die nicht Zelda heißen.