Den letzten Berliner Volksentscheid zur Rekommunalisierung der Stromversorgung haben SPD und CDU bewusst nicht am Tag der Bundestagswahl stattfinden lassen, um die Beteiligung so gering wie möglich zu halten. Damit haben beide Parteien gezeigt, was sie von Einflussnahme der Bürger halten: nichts. Diesmal sollte der Berliner Senat mutiger sein und den Volksentscheid am 25. Mai stattfinden lassen, dem Tag der Europawahl. Der Senat muss gar nicht ängstlich sein: Viele Berliner, die nicht als direkte Anwohner vom Park profitieren, würden vielleicht für eine Bebauung stimmen.
Doch wenn sich die Initiative durchsetzt und den Plan des Senats verhindert, wäre das eine Entscheidung mit hoher Symbolkraft. Berlin ist nicht die einzige Stadt, die sich um Baupläne streitet. Auch in Stuttgart und Hamburg sorgen Projekte für Konflikte, in München wurden die Olympischen Spiele durch einen Volksentscheid verhindert. Wenn das Beispiel Schule macht, erleben deutsche Großstädte nach Jahren der neoliberalen Umstrukturierung und überteuerten Leuchtturmprojekte bald eine neue, demokratischere Stadtentwicklung. Das Tempelhofer Feld könnte nur der Anfang einer Tradition sein. Das wäre doch nach vielen Jahren mal wieder ein gutes Signal von einem Berliner Flughafen.