Entwickler & Publisher kommentieren Xbox 360 Modelle
18.08.05 - Next-Gen.biz hat Entwickler und Publisher gefragt, was sie von den gestern angekündigten Xbox 360 Modellen halten.
Lyle Hall (Studio Director), Heavy Iron Studios
Aus der Sicht eines Entwicklers und Publishers macht es keinen Unterschied, wie man die Spiele herstellt, weil Microsoft sie bereits im Vorfeld darüber informiert hat, dass es ein Modell ohne Festplatte geben wird. Auf lange Sicht könnte es aber das technische Potential der Konsole etwas einschränken, wenn man gleich zum Start eine geteile Zielgruppe hat.
Das könnte aber wieder korrigiert werden, wenn ein absolutes 'Must Have'-Spiel erscheint, dass die Festplatte voraussetzt.
Scott Miller (CEO), 3D Realms
Miller bezeichnet die Entscheidung, zwei Modelle herauszubringen, als Fehltritt. Entwickler werden sich immer nach der Konsole mit den niedrigsten Daten ausrichten, damit man so viele Kunden mit seinem Spiel erreicht wie möglich. Miller glaubt, dass in Wirklichkeit nur ein paar Spiele maßgeblich von der Festplatte Gebrauch machen werden, da die Platte lediglich eine Option ist, auf die man nicht zählen kann.
David Perry (Präsident), Shiny Entertainment
Perry war schon immer ein großer Fan von Dingen, die man via Upgrade erweitern kann. Er freut sich, wenn er mehrere Auswahlmöglichkeiten hat. Er vergleich die Situation mit der des PCs, wo die Leute sich das System nach Belieben zusammenstellen können, so wie es ihr Geldbeutel zulässt. Die Xbox 360 würde den PC aber schlagen, weil beide Modelle als Gemeinsamkeit die hochqualitative 3D Grafik haben.
Mark Rein (VP), Epic Games
Er begrüßt Microsofts Entscheidung, zwei Varianten der Xbox 360 anzubieten. Preisbewusste kaufen das Core System, wer alles haben will nimmt das Komplettset. Den Entwicklern wurde von Microsoft schon immer gesagt, dass sie keine Festplatte in jedem Modell erwarten sollen. Deshalb hat auch niemand Spiele in der Annahme entwickelt, dass plötzlich doch eine Festplatte in jeder Xbox 360 ist.
Viel wichtiger ist für Rein, dass die Konsolen jetzt 512 MB RAM haben. Ihm war klar, dass man nicht 512 MB RAM bekommt und dann noch in jedem Modell eine Festplatte. Der Speicher sei aber wichtiger. Im Prinzip könnte sich später jeder die Festplatte nachträglich kaufen.
CS Weaver, Gründer von Bethesda Softworks
Weaver attackiert Microsoft und ist mit den zwei Modellen nicht einverstanden. Das Basismodell vergleicht er mit dem Kauf eines Ferrari F430, der nur im ersten Gang fahren würde. Er bezeichnet die Entscheidung als dummes Marktkonzept, dass sich ein Nicht-Spieler mittleren Alters ausgedacht hat, der mal bei Proctor & Gamble gearbeitet hat.
Die Basisversion für Euro 299,99 sei unangemessen, um das Recht zu haben, jetzt über Sony zu prahlen. Er rät Microsoft, dass sie niemals ihre Kunden verächtlich behandeln sollten. Er würde es verstehen, wenn Microsoft sagt, dass man nicht mit dem PS3-Preis gleichkommen kann. Doch Microsoft sollte den Handel nicht mit einem nahezu nutzlosen Modell verwirren.
Doug Hare (VP of product development), The Collective
Hare sieht die Sache vom Entwickler-Standpunkt und geht davon aus, dass wohl alle Spiele so entworfen werden, dass sie auch ohne Festplatte perfekt funktionieren.
Jon Middleton (VP business development), Mad Catz
Middleton lobt Microsofts Start-Strategie als kreative Preisgestaltung. Gerade die Massenmarktgemeinschaft könnte durch das günstigere Basismodell eher zugreifen. Händler könnten zudem flexibler Hardware-Bundles anbieten. Außerdem würde es helfen, dass sich Zubehör der Drittanbieter besser verkaufen wird.