Videospiele sind auf jedenfalls von allen Medien am wenigsten dazu geeignet für die Thematisieriung ethischer und moralischer Fragen oder dem Auslösen heftiger Emotionen.
Wer in Games beim virtuellen Töten Gewissensbisse bekommt, gehört wohl auch zu denen, die drauflos geheult haben als Aeris in FF7 drauf ging.
Spass beiseite, es schaffen ja selbst Filme kaum noch, heftige Gefühlsreaktionen wie Trauer, Wut oder Entsetzen zu erzeugen. 2006 hatte ich bei Hostel noch Schweißausbrüche und Herzklopfen, heute nach 8 Saw Filmen, zig Staffeln American Horror Story voll mit jedem erdenklichen Schweinkram, wird es mir bei TLOU2 herzlich egal sein, ob der gerade erlegte Gegner einen Namen hatte oder bloss ein anonymer Bit-und Byte Haufen war.
Allgemein brauche ich das gewollt Tiefgründige, Bedeutungsschwangere, vermeintlich Schockierende in Spielen nicht wirklich. Spiele sollen gut unterhalten und einfach Spass machen ohne den Spieler vor ein gekünsteltes "moralisches" Dilemma zu stellen. Das klappt ohnehin selten genug, oder hatte jemand Skrupel, die Little Sisters in Bioshock zu töten als Belohnung für mehr ADAM? Nö, ganz einfach weils das Spielziel erleichtert hat und keine nachteiligen Konsequenzen hatte.
Bei GTA IV waren die Gewissensbisse der Spielfigur in den Cutscenes sogar kontraproduktiv, weils dem anarchisch-schwarzhumorigen Geist der GTA Serie abträglich war.