Sammelthread Neues aus der Welt der Wissenschaft 🔬🔭

Avi

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Neues aus der Welt der Wissenschaft


Ich habe gerade in der Suchmaschine nach etwas Vergleichbares gesucht, und nichts gefunden. Gut, dann erstelle ich eben diesen Thread, in welchen wir neuste Erkenntnisse in der Wissenschaft vorstellen, und besprechen können. Das Spannende an der Wissenschaft ist immer, wenn Erkenntnisse revidiert oder ĂŒberdacht werden mĂŒssen, so wie auch im folgenden, sehr spannenden Fall:


Seine Finger- und Zehenknochen seien zudem stark gekrĂŒmmt gewesen. Den Forschern zufolge ein Hinweis darauf, dass er viel kletterte, wie es vor allem Arten taten, die deutlich frĂŒher lebten. Die Anthropologen glauben aber nicht, dass der Homo luzonensis in BĂ€umen lebte. Sie gehen davon aus, dass er aufrecht ging.

Wie der Homo luzonensis auf die Insel gelangte, ist unklar. DafĂŒr hĂ€tte er Forschern zufolge eine "erhebliche Strecke" auf dem Meer zurĂŒcklegen mĂŒssen. Auch wer seine Vorfahren waren, muss noch erforscht werden. Versuche, den Knochen DNA zu entnehmen, misslangen bisher.

2004 waren auf der indonesischen Insel Flores die Knochen des Homo floresiensis ausgegraben worden - wegen seiner GrĂ¶ĂŸe spĂ€ter "Hobbit" genannt. Forscher gehen davon aus, dass die "Hobbits" auf Flores vom Rest der Welt abgeschnitten waren und eine tausende von Jahren wĂ€hrende Schrumpfung durchlebten. Ihre GrĂ¶ĂŸe passte sich der VerfĂŒgbarkeit von Nahrung auf der Insel an. Auch der Homo luzonensis sei nur etwa vier Fuß (etwa 120 Zentimeter) groß gewesen, schreiben die Forscher in "Nature".
Die Evolution ist in meinen Augen eines der interessantesten Aspekte der Wissenschaft. Diese zu rekonstruieren ist auch nicht immer einfach, weshalb es viele Theorien ĂŒber die Ausbreitung und Entwicklung gibt. Umstritten ist auch die sogenannte "Wasseraffen - Theorie", wonach der Mensch eine geraume Zeit im Wasser lebend sein Haarkleid verlor. Vielleicht, so nun meine Theorie, hat er nicht im, sondern auf dem Wasser leben und ĂŒberleben gelernt, und konnte so mit Hilfe von primitiven Schiffen und FlĂ¶ĂŸen ferne Inseln besiedeln und sich dort weiterentwickeln? đŸ€”

In diesem Thread soll es jedoch nicht nur um Evolution, Biologie usw. gehen. Es gibt viele Spektren der Wissenschaft. Das Schwarze Loch hat seinen Platz schon in unserem Astronomie - Thread gefunden, weshalb ich hier noch kurz eine andere News posten möchte. Letzteres soll euch anregen auch etwas zu posten, was ihr gerade entdeckt habt und/oder besprechen möchtet.

Braune Zwerge könnten auch Super-Planeten sein

Braune Zwerge stehen von ihrer GrĂ¶ĂŸe her zwischen selbstleuchtenden Sternen und Gas-Planeten. Mit welchen sie stĂ€rker verwandt sind, ist bisher unklar, weil zu ihrer Entstehung noch viele Fragen offen sind. Astronomen der UniversitĂ€t Heidelberg sind der Antwort jetzt ein StĂŒck nĂ€her gerĂŒckt. Sie entdeckten, dass der Stern Nu Ophiuchi in der Milchstraße von zwei Braunen Zwergen umkreist wird. Beobachtungsdaten legen nahe, dass diese Braunen Zwerge wahrscheinlich zur gleichen Zeit wie der Stern aus einer Gas- und Staubscheibe entstanden sind. Damit wĂ€ren zumindest diese Braunen Zwerge nicht als gescheiterte Sterne, sondern eher als Super-Planeten anzusehen. Braune Zwerge unterscheiden sich von Sternen dadurch, dass ihre Masse und Temperatur nicht ausreicht, damit dort eine Wasserstofffusion ablaufen kann.
 

DeathSephiroth

L20: Enlightened
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31 Mai 2011
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Eim avi thread :fp:
Frag mich ja warum die nit einfach das zentrum unserer milchstraß beobachten.

Das soll doch auch ein schwarzes loch sein.
 
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Avi

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27 Okt 2013
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Frag mich ja warum die nit einfach das zentrum unserer milchstraß beobachten.

Das soll doch auch ein schwarzes loch sein.

Die Forscher erklÀren das wie folgt:

Allerdings liegt von Sagittarius A* bisher noch kein Bild vor. Und um diese Aufnahme zu sehen, muss sich die Welt auch noch ein bisschen gedulden, sagt Junkes. "In unserer Milchstraße hat man den Effekt, dass man den Wald vor lauter BĂ€umen nicht sieht." Denn die Radioteleskope mĂŒssen durch 25.000 Lichtjahre Material hindurchblicken. "Im Bereich des sichtbaren Lichts wĂ€re das gar nicht möglich. Aber auch die Radiostrahlung wird auf dem Weg durch die Materie stark beeinflusst." Deswegen sei die Datenanalyse an diesem Objekt komplizierter und ziehe sich noch hin.
:niatee:

 

Avi

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NatĂŒrlich hat jeder einmal klein angefangen - auch der berĂŒhmteste Dinosaurier der Welt. T. rex-Babys waren jedoch nicht nur klein, sondern vermutlich auch flauschig wie KĂŒken und könnten als die sĂŒĂŸesten Killer der Welt zĂ€hlen.




Sturz einer Fossil-Ikone: Vor knapp 160 Jahren wurde in Solnhofen die erste Feder eines Archaeopteryx entdeckt. Doch ausgerechnet dieses berĂŒhmte Fossil gerĂ€t nun ins Zwielicht – denn es stammt wahrscheinlich gar nicht vom Urvogel Archaeopteryx, wie neue Analysen enthĂŒllen. Stattdessen könnte ein anderer Urvogel oder sogar ein gefiederter Dinosaurier diese Feder fallengelassen haben. Das namensgebende Fossil der gesamten Archaeopteryx-Sippe ist damit als Irrtum entlarvt.




Das Bild ist eine grandiose BestĂ€tigung menschlicher Theorien und Vorstellungskraft. Das, was sich wie ein Triumph anfĂŒhlt, ist nur bedingt einer. Prof. Martin Ammon vom theoretisch-physikalischen Institut in Jena ist einerseits total begeistert und eigentlich auch enttĂ€uscht: Man hat vorher Simulationen gerechnet basierend auf Einsteins Allgemeiner RelativitĂ€tstheorie. Und die Simulationen stimmen sehr gut mit dem Ergebnis ĂŒberein, das wir gesehen haben. Eigentlich zu gut!
 

Avi

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Israelische Forscher haben mit einem 3D-Drucker ein sehr kleines Herz aus menschlichem Gewebe erzeugt. Der Prototyp ist etwa so groß wie eine Kirsche, was in etwa der GrĂ¶ĂŸe eines Hasenherzens entspricht, sagte Studienleiter Tal Dvir von der UniversitĂ€t Tel Aviv. Es sei vergleichbar mit dem Herz eines menschlichen Fötus.
 

Avi

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Neben möglichen therapeutischen Anwendungen könnten die Organoide auch helfen, unser VerstĂ€ndnis des menschlichen Gehirns zu erweitern. Hier gibt es allerdings Limitationen. Denn obwohl die zerebralen Organoide mittlerweile komplexer geworden sind, sind sie mit einem vollstĂ€ndigen menschlichen Gehirnnicht zu vergleichen. „Die Funktionsweise von Nervenzellen oder ihr Zusammenspiel kann man im Organoid untersuchen. Aber verstehen, wie ein Gedanke funktioniert, das geht nicht. Die Funktionsweise eines menschlichen Gehirns wird man nur integrativ ĂŒber theoretisches und mathematisches Modellieren verstehen“, sagt Knoblich.


Bei der Auswertung der Ergebnisse nach sechs Jahren ergab sich, dass Teilnehmer mit mehr als 3,5 Stunden TV-Konsum pro Tag ein schlechteres VerbalgedĂ€chtnis hatten als Teilnehmer mit weniger Konsum. Das verbale GedĂ€chtnis ist unter anderem entscheidend dafĂŒr, verbale Botschaften zu erfassen. BeeintrĂ€chtigungen fĂŒhren dazu, dass Betroffene in einem GesprĂ€ch schneller den Faden verlieren und sich Gesprochenes schlechter merken können.
Der gedĂ€chtnisstörende Effekt blieb auch dann erhalten, wenn Faktoren wie Gesundheitszustand, Alter, die sozialen UmstĂ€nde und die Lebensweise berĂŒcksichtigt wurden. „ Diese Faktoren erklĂ€rten 44 bis 55 Prozent dieses Zusammenhangs, aber nicht den Rest. Daher muss dieser Effekt davon unabhĂ€ngig sein„, so die Forscher. Je mehr Fernsehen die Probanden konsumierten, desto ausgeprĂ€gter war der Effekt.




Die Form des Musters erlaubt RĂŒckschlĂŒsse auf die Ausdehnung der Lichtquelle. Bisher nutzten Astronomen den Mond als Schattenwerfer: Sie haben Sterne vermessen, die vorĂŒbergehend von seinem Rand bedeckt wurden. Das funktioniert bis zu einem Winkeldurchmesser von einer tausendstel Bogensekunde. Es handelt sich dabei um die sogenannte „scheinbare GrĂ¶ĂŸe“ eines Objekts, die es aufgrund seiner Entfernung im Auge des Betrachters erhĂ€lt. Zum Vergleich: Der Winkeldurchmesser von einer tausendstel Bogensekunde entspricht der GrĂ¶ĂŸe einer MĂŒnze auf dem Pariser Eiffelturm von New York aus betrachtet. Das wirkt schon erstaunlich leistungsstark, allerdings erscheinen nicht viele Sterne am irdischen Himmel so groß.
 

Avi

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Das Bakterium Methylocapsa gorgona braucht nur Luft zum leben. Einem internationalen Forscherteam ist es nun erstmals gelungen, die Organismen im Labor zu zĂŒchten und genauer zu untersuchen, wie sie in den «Proceedings» der US-Akademie der Wissenschaften schreiben. Methylocapsa gorgona könne das besonders klimaschĂ€dliche Gas Methan zur Energiegewinnung nutzen. Zudem nutze es auch Stickstoff, Sauerstoff, Kohlenmonoxid und Wasserstoff, heißt es in einer Mitteilung der UniversitĂ€t Wien.


Wenn ĂŒber der Erde ein Meteorschauer niedergeht, wird auch der Mond vermehrt von Meteoriten getroffen. Jetzt belegen Messungen der lunaren Orbitersonde LADEE, dass dies fĂŒr den lunaren Wasserhaushalt unerwartete Folgen hat. Denn von dem im Regolith gebundenen Wasser wird bei diesen EinschlĂ€gen ein Teil aufgewirbelt und freigesetzt, wie plötzliche Anstiege der Wasserdichte in der Mond-ExosphĂ€re wĂ€hrend dieser Ereignisse zeigen. Das aber bedeutet: Entgegen bisherigen Annahmen sind zumindest diese kleinen Meteoriten keine Wasserbringer, sondern eher Wasserdiebe: Sie lassen mehr Wasser ins All entweichen als sie mitbringen. Insgesamt könnte der Mond rund 200 Tonnen Wasser pro Jahr durch MeteoriteneinschlĂ€ge verlieren.
 

Avi

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Heliumhydrid-Ionen waren die ersten MolekĂŒle, die sich nach dem Urknall vor etwa 13,8 Milliarden Jahren im Universum bildeten. Obwohl die Existenz des Ions, eine Verbindung aus ionisiertem Wasserstoff und Helium, bereits 1925 im Labor gezeigt wurde, blieb es im All lange unauffindbar. "Es gab bislang einfach keine entsprechenden Detektoren", sagte Astrophysiker GĂŒsten.
 

Avi

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Ist Kaffee nun gesund oder nicht? Können Chipsesser besser rechnen? Wöchentlich sorgen neue ErnĂ€hrungsstudien fĂŒr Schlagzeilen. Nur sind viele dieser Studien falsch. Wie kann solche Quatschforschung verhindert werden?



Das Bild des schwarzen Lochs von M87 ging um die Welt. Aber es ist kein Foto. Niemand kann wissen, wie das Objekt wirklich aussieht. Denn acht ĂŒber die Erde verteilte Radioteleskope machen die Erde nicht zu einem großen Radioteleskop.
 

Avi

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Forscher haben einer kĂŒnstlichen Intelligenz ein „Ohr“ fĂŒr die Anzeichen einer Posttraumatischen Belastungsstörung verpasst: Das speziell trainierte Computerprogramm kann an der Stimme und Sprechweise von Menschen erkennen, ob sie von der psychischen Störung betroffen sind. Aus dem Konzept könnte sich ein telemedizinisches Schnelldiagnoseverfahren entwickeln, das etwa ĂŒber ein Smartphone funktioniert, sagen die Forscher.


"Im Prinzip sind sich alle LĂ€nder darĂŒber einig, dass der Bund hier nicht nachlassen darf", sagte Prien. "Bund und LĂ€nder sind hier in einer gemeinsamen Verantwortung fĂŒr die weiter hohen Studierendenzahlen und eine bessere QualitĂ€t in der Lehre." Schleswig-Holstein habe seine Mittel fĂŒr die Hochschulen in den vergangenen Jahren erheblich aufgestockt, sagte Prien. "Unsere Jamaika-Koalition hat fĂŒr die Jahre 2018 bis 2022 mehr als 170 Millionen Euro mehr fĂŒr den Wissenschaftsbereich vorgesehen." Wenn der Bund tatsĂ€chlich auf Dauer bei Wissenschaft und Forschung sparen wolle, stelle sich die Frage, ob die LĂ€nder noch ausreichend Geld fĂŒr eine Aufgabe haben, die fĂŒr ganz Deutschland entscheidend sei.





Mit einem neuen Verfahren lĂ€sst sich die GrĂ¶ĂŸe ferner Sterne prĂ€ziser als bisher bestimmen. Dabei fangen spezielle Teleskope feinste Schatten ein, die entstehen, wenn Asteroiden in unserem Sonnensystem vor weit entfernten Sternen vorbeiwandern.

Das internationale Forscherteam stellt die Methode im Fachblatt "Nature Astronomy" vor. Mit dem VERITAS-Verfahren (Very Energetic Radiation Imaging System) haben die Wissenschaftler unter anderem die GrĂ¶ĂŸe eines 2674 Lichtjahre entfernten Riesensterns bestimmt.

"Die extrem schwachen Schatten von Asteroiden ziehen jeden Tag ĂŒber uns hinweg", erlĂ€uterte Tarek Hassan vom Deutschen Elektronen-Sychrotron (Desy), der an der Studie beteiligt war. "Dabei ist der Rand des Schattens jedoch nicht scharf." Stattdessen sei er umgeben von Lichtmustern, die Wasserwellen Ă€hneln. Die Form dieses Beugungsmusters erlaube RĂŒckschlĂŒsse auf die Ausdehnung der Lichtquelle - und letztlich auf die GrĂ¶ĂŸe des Sterns.

Um den Effekt auch bei sehr weit entfernten - und von der Erde aus besonders klein erscheinenden Sternen - nutzen zu können, kommen bei der VERITAS-Methode Tscherenkow-Teleskope zum Einsatz. Die Beobachtung von Sternbedeckungen durch Asteroiden mit Tscherenkow-Teleskopen liefere eine zehnmal bessere Auflösung als die Standardmethode bei Sternbedeckungen durch den Mond, sagte Michael Daniel vom Smithsonian Astrophysical Observatory (SAO).

Am Fred-Lawrence-Whipple-Observatorium im US-Bundesstaat Arizona sei es nun gelungen, das Beugungsmuster von Sternen mit besonders kleinen Winkeldurchmessern zu messen. Der Winkeldurchmesser ist die von der Erde aus wahrgenommene, scheinbare GrĂ¶ĂŸe. Die Forscher stellten mit der Methode unter anderem fest, dass der Durchmesser des Sterns TYC 5517-227-1 etwa elfmal so groß ist wie der unserer Sonne. Er zĂ€hlt damit zu den Roten Riesen.
Außerdem bestimmten sie den Winkeldurchmesser von TYC 278-748-1, der im Mai 2018 vorĂŒbergehend vom 88 Kilometer großen Asteroiden Penelope bedeckt gewesen sei. Die Auswertung habe einen Winkeldurchmesser von 0,094 tausendstel Bogensekunden geliefert, was bei einer Entfernung von 700 Lichtjahren dem 2,17-fachen Sonnendurchmesser entspreche. "Dies ist der kleinste Winkeldurchmesser eines Sterns, der je gemessen worden ist", betonte Daniel.
 

Avi

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Zivilisationsbedingte Krankheitsbilder – als eine der Ursachen dieser Problematik gelten Störungen der gesunden Bakterienbesiedlung im menschlichen Darm. Dazu prĂ€sentieren Forscher nun eine ökologisch-evolutionĂ€re Theorie: Ihrer „ÜberfĂŒtterungs-Hypothese“ zufolge entkoppelt ein unnatĂŒrlich ĂŒppiges NĂ€hrstoffangebot Bakterien von ihrem Partner und zerstört so die feinjustierte Balance der Mikrobengesellschaft. Die gewissermaßen ĂŒberfĂŒtterten Bakterien im Darm begĂŒnstigen so die Entstehung von Erkrankungen. In einem ĂŒberraschend erscheinenden System sehen die Forscher ein Modell dieses Prinzips – in den Wirts-Bakterien-Beziehungen von Meerestieren.


Bettwanzen piesacken ihre Mitgeschöpfe wohl schon weit lÀnger als bisher angenommen. Die Parasiten gab es einer neuen Analyse zufolge schon vor etwa 115 Millionen Jahren, als noch Dinosaurier auf der Erde lebten.

Damit können nicht - wie bisher angenommen - FledermĂ€use ihre erste Wirte gewesen sein: Diese bevölkerten nach derzeitigem Kenntnisstand erst rund 30 Millionen Jahre spĂ€ter den Planeten, wie es im Fachmagazin "Current Biology" heißt.

Auf welche Lebensform die frĂŒhen Exemplare spezialisiert waren, ist unbekannt. Dinos waren es wahrscheinlich nicht, mutmaßen die Forscher. Denn Bettwanzen, auch Plattwanzen (Cimicidae) genannt, piesacken stets Tiere mit einem "Zuhause", zu dem diese immer wieder zurĂŒckkehren - einem Nest, einer Höhle oder einem Bett. Eine solche Lebensweise habe es bei den Sauriern nach derzeitiger Kenntnis nicht gegeben.

Aus Erbgutvergleichen errechneten die Forscher außerdem, dass die beiden fĂŒr Menschen relevanten Vertreter - die gewöhnliche und die tropische Bettwanze - wohl deutlich Ă€lter sind als der Mensch. "Dieses Ergebnis widerspricht der gĂ€ngigen Vorstellung, dass die evolutionĂ€re Aufspaltung des Menschen in Homo erectus und Homo sapiens die Aufspaltung der Bettwanze in zwei neue Arten verursacht hat", teilte die TU Dresden mit.

Die Forscher um den Dresdner Biologen Klaus Reinhardt und seinen Kollegen Steffen Roth aus Bergen (Norwegen) schließen aus ihren Analysen zudem, dass etwa alle 500.000 Jahre eine neue Art von Bettwanze den Menschen als Wirt eroberte. FĂŒr die Zukunft rechnet Reinhardt mit mehr Tempo: "Es wird sicher nicht noch einmal eine halbe Million Jahre dauern, bis die nĂ€chste Art der Blutsauger unsere Betten bevölkert, da derzeit viel mehr Menschen auf der Erde leben und der Handel von Tieren und Haustieren viel mehr Möglichkeiten zum Kontakt bietet."

Das Forscherteam hatte ĂŒber 15 Jahre hinweg weltweit in Museen und im Freiland Bettwanzen eingesammelt und ihr Erbgut untersucht, um die evolutionĂ€ren Verbindungen innerhalb der Gruppe und zum Menschen zu klĂ€ren.
Heutzutage haben rund zwei Drittel der Plattwanzen-Spezies FledermĂ€use als Wirt, die ĂŒbrigen vor allem Vögel. Mehr als 100 Arten sind bekannt, allesamt blutsaugende Parasiten.

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Hey cool, hier kann ich dann in ein paar Jahren meine Diss verlinken :coolface:
Ich bin schon gespannt. :smoke:
 

Avi

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Seit Monaten geht es jedoch nicht mehr weiter. „Wahrscheinlich ist der Halt des Maulwurfs im umgebenden Boden unter der geringeren Schwerkraft auf dem Mars nicht ausreichend”, schrieb das DLR. Er könne auch von einem Stein gestoppt worden sein, was jedoch unwahrscheinlich sei.

Der Marsmaulwurf war im Rahmen der InSight-Mission der US-Raumfahrtagentur Nasa im November 2018 auf unserem Nachbarplaneten gelandet und hatte Ende Februar begonnen, sich in den Marsboden zu hÀmmern.
Nun plant das DLR zusammen mit der Nasa, die auf dem Maulwurf sitzende StĂŒtzstruktur mit einem Roboterarm des LandegerĂ€ts „InSight” wegzuheben. Somit könne einerseits die Situation genauer betrachtet werden. Andererseits werde es möglich, den Marsmaulwurf beim weiteren HĂ€mmern direkt mit dem Roboterarm zu unterstĂŒtzen.
Ich bin mal gespannt, was er alles an Daten liefert, insofern er wieder weiter operieren kann.
 

Avi

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Diese Entdeckung hat möglicherweise eine anthropologische Bedeutung, sagen die Wissenschaftler: FrĂŒhe Menschen könnten sich in jodarmen Regionen ebenfalls ĂŒber Wasserpflanzen mit dem fĂŒr die Gehirnentwicklung wichtigen NĂ€hrstoff versorgt haben.

Gab es einst auch menschliche Wasserpflanzen-Fischer?

Wie er und seine Kollegen erklĂ€ren, liegt die besondere Bedeutung der Studie aber in den Hinweisen auf die menschliche Evolution. „Die Ergebnisse unserer Studie liefern ein Modell dafĂŒr, wie sich prĂ€historische menschliche Populationen, die in das Kongobecken eingewandert sind, mit dem lebensnotwendigen Mineral Jod versorgt haben könnten“, sagt Hohmann.


„EvolutionĂ€re Szenarien gehen davon aus, dass sich entscheidende Entwicklungsschritte der menschlichen Evolution in KĂŒstengebieten abspielten. „Die Ergebnisse unserer Studie liefern Indizien dafĂŒr, wie die an maritime Nahrungsressourcen gewöhnten homininen Populationen bei der Besiedlung kontinentaler TropenwĂ€lder ihren Jodbedarf durch den Verzehr von Wasserpflanzen aus SĂŒmpfen im Wald zumindest teilweise gedeckt haben könnten“, resĂŒmiert Hohmann.


Überbevölkerung, Gewalt, Infektionskrankheiten, Umweltverschmutzung – das sind typische Sorgen in modernen MegastĂ€dten. Doch genau solche Sorgen plagten auch schon die Bewohner der ersten Siedlungen vor Tausenden von Jahren, als die nomadischen JĂ€ger und Sammler ihren Lebensstil aufgaben und zu sesshaften Landwirten wurden. Das berichteten am Montag Wissenschafter auf der Grundlage von Funden in einer prĂ€historischen AusgrabungsstĂ€tte in der sĂŒdlichen TĂŒrkei.

Die Forscher untersuchten 742 menschliche Skelette, die aus den prĂ€historischen Ruinen von ÇatalhöyĂŒk ausgegraben worden waren. Die Siedlung existierte zwischen 9100 und 7950 Jahren vor heute wĂ€hrend einer kritischen Zeit der menschlichen Evolution. Die Forscher suchten dort nach Indizien, wie das Leben in einer der frĂŒhesten grossen Siedlungen, die ArchĂ€ologen bekannt ist, ausgesehen haben mag. Zu ihren Hochzeiten lebten in der «Proto-Stadt» 3500 bis 8000 Menschen.

Infektionen und Gewalt

Wie die Funde von ZĂ€hnen und Knochen zeigen, litten die Einwohner an vielen Infektionen. Sie wurden vermutlich durch Krankheiten hervorgerufen, die sich in der ĂŒberbevölkerten Siedlung bei schlechten hygienischen Bedingungen ausbreiteten, sagten die Wissenschafter. Die Überbevölkerung könnte auch zu GewaltausbrĂŒchen zwischen den Einwohnern beigetragen haben. Viele SchĂ€del weisen auf der Oberseite oder der RĂŒckseite Anzeichen von geheilten BrĂŒchen auf. Die Form dieser Verletzungen deutet darauf hin, dass sie durch harte Tonkugeln verursacht sein könnten, die man in ÇatalhöyĂŒk gefunden hat. Forscher vermuten, dass die Kugeln als Projektile fĂŒr Steinschleudern verwendet wurden.

«Eine Hauptbotschaft ist, dass unser heutiges Verhalten tiefe Wurzeln in der Menschheitsgeschichte hat», sagt Clark Spencer Larsen. Der Anthropologe von der Ohio State University leitete die Studie, die in den «Proceedings of the National Academy of Sciences» nachzulesen ist. «Die Menschen, die in dieser Gesellschaft lebten, mussten sich in den Siedlungen mit fundamentalen Problemen auseinandersetzen», sagt Larsen: «Was soll ich essen, wer produziert die Nahrung, wie wird das Essen verteilt, welche sozialen Normen fĂŒr die Arbeitsteilung sind gĂŒltig?»

Besiedlung nach der KĂ€lte

Nach der letzten Eiszeit ermöglichten die wĂ€rmeren Bedingungen die ZĂŒchtung von Nutzpflanzen, und vor 12 000 bis 10 000 Jahren fand an verschiedenen Orten ein Übergang von der Lebensweise als JĂ€ger und Sammler zur Landwirtschaft statt. Die Menschen bauten Weizen, Gerste und Rogen an, und sie hielten Schafe, Ziegen und schliesslich auch Vieh. Wandmalereien und andere Kunstwerke zeigen Tiere und korpulente Frauen.

Die Einwohner von ÇatalhöyĂŒk lebten in LehmziegelhĂ€usern, die Appartements Ă€hnelten. Die Siedlung war ungefĂ€hr 13 Hektaren gross, etwa 1150 Jahre lang kontinuierlich besiedelt und scheint eine weitgehend egalitĂ€re Gesellschaft gewesen zu sein. Die Siedlung wurde am Ende aufgegeben, weil die Verschlechterung der Umweltbedingungen durch die Bevölkerungsdichte und ein trockener werdendes Klima die Landwirtschaft immer mehr erschwerten, sagten die Wissenschafter.




„Das war jahrelang ein Mysterium [...] Wir wussten nicht, ob das Elasmosaurier sind oder nicht“, erzĂ€hlt JosĂ© O’Gorman, ein PalĂ€ontologe des Nationalen Rats fĂŒr wissenschaftliche und technologische Forschung (CONICET) in Argentinien, der allerdings am Museum von La Plata bei Buenos Aires arbeitet. „Sie waren irgendeine Art Plesiosaurier, die niemand kannte.“

Die Forscher benötigten ein besser erhaltenes Exemplar, und wie es der Zufall wollte, hatte William Zinsmeister von der Purdue University 1989 wĂ€hrend einer Expedition einen potenziellen Kandidaten auf Seymour Island entdeckt. Die Insel liegt ein kleines StĂŒck sĂŒdlich der Nordspitze der Antarktischen Halbinsel. Damals hatte er allerdings nicht die Mittel, um das Fossil auszugraben, und informierte daher Forscher in Argentinien ĂŒber seine Entdeckung.

(...)

Ein Gigant unter Riesen

Im Jahr 2017 wurden die Grabungsarbeiten endlich abgeschlossen. Das Team hatte einen betrĂ€chtlichen Teil des Skeletts zutage gefördert, welches O’Gorman und seine Kollegen in ihrer Abhandlung beschrieben, die in „Cretaceous Research“ erschien.

„Wir haben zwar keinen SchĂ€del, aber wir haben eine Menge Bestandteile des Exemplars“, so O’Gorman.
Ihren SchĂ€tzungen zufolge wog der bislang unbenannte Elasmosaurier zwischen 11,8 und 14,8 Tonnen und maß von Kopf bis Schwanz um die 12 Meter. Auch wenn einige zuvor entdeckte Mitglieder der Gattung Aristonectes es auf etwa 11 Tonnen gebracht haben, wogen die meisten Elasmosaurier nur um die 5 Tonnen.
 

Avi

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The camera was able to capture images of these at the same time, showing that they'd both shifted the same way despite being split. In other words, they were entangled.

While Einstein made quantum entanglement famous, the late physicist John Stewart Bell helped define quantum entanglement and established a test known as 'Bell inequality'. Basically, if you can break Bell inequality, you can confirm true quantum entanglement.

"Here, we report an experiment demonstrating the violation of a Bell inequality within observed images," the team write in Science Advances.

"This result both opens the way to new quantum imaging schemes ... and suggests promise for quantum information schemes based on spatial variables."
 

Avi

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Schemenhafte Bilder, krisselige Aufnahmen in Schwarz-Weiß - rund 600 Millionen Menschen weltweit verfolgen vor den Fernsehern live die Apollo-11-Mission. Im Juli 1969 setzt die LandefĂ€hre "Eagle" auf dem Mond auf. Neil Armstrong und Buzz Aldrin schreiben ein StĂŒck Menschheitsgeschichte, als sie den Mond betreten: die ersten Menschen auf dem Mond.
Der ehemalige deutsche Astronaut Thomas Reiter erinnert sich, wie ihn sein Vater in der Nacht weckte. Reiter war damals elf Jahre alt. Zusammen seien sie zu Nachbarn gegangen, die als eine der ersten in der Gegend einen Farbfernseher gehabt hÀtten: "Ich kann mich noch gut an die schemenhaften Bilder erinnern, als Neil Armstrong die Leiter runtergehopst ist und dann auf den Mond trat."
 

Avi

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Update 18. Juli 2019: Im September nĂ€hert sich der Asteroid "2006 QV 89" der Erde - in diesem Jahr wird es noch gut ausgehen, der Brocken wird die Erde verfehlen. Die Wahrscheinlichkeit fĂŒr eine Kollision lag bei 1:7299. Doch ganz gebannt ist die Gefahr noch nicht - der Himmelskörper wird im September 2023 erneut erscheinen und sich möglicherweise dann wieder der Erde gefĂ€hrlich nĂ€hern.



Auf einer Teleskopaufnahme, auf der mit roten Kreuzen der Abschnitt der Laufbahn markiert ist, der fĂŒr die Erde hĂ€tte gefĂ€hrlich werden können, ist nichts als ein einheitlich grauer Farbton zu sehen. "Allerdings könnte sich der Asteroid möglicherweise im September 2023 noch einmal der Erde nĂ€hern."

Der Brocken hĂ€tte im September dieses Jahres die Erde treffen können. Die Chance fĂŒr eine Kollision lag vor der Beobachtung mit dem Teleskop laut Risikoliste der Esa bei 1 zu 7299. Zum Vergleich: FĂŒr einen Lottogewinnmit sechs Richtigen plus Zusatzzahl liegt die Chance bei 1 zu 140 Millionen.

Gesteinsbrocken aus dem All in dieser GrĂ¶ĂŸenordnung können immense SchĂ€den anrichten. "Die Druckwellen werden mit den gleichen Sensoren ermittelt wie bei Atomwaffentests", sagte der Esa-Experte fĂŒr Weltraumschrott, Holger Krag, aus Anlass des Internationalen Asteroidentags am 30. Juni.
 

Duncan

L16: Sensei
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23 MĂ€rz 2004
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ByteCulture
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DuncanGallagher




Zeit die Bohrcrew auszubilden.
 

tnt4life

L14: Freak
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tnt_2k8
Wir brauchen keine Himmelskörper, um den Himmel zu verdunkeln.
Ich prophezeihe:

"Die Ära endet, nach dem endgĂŒltigen Zerfalls der Geliebten Zeus' , das Tal des Gelben Steins seine Pforten öffnet und die Spreu vom Weizen zu trennen vermag.
Dekaden vergehen, doch Phönix wird belehrt und innerlich vereint aus der Asche emporsteigen"

:alt:
 

Avi

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Und nochmal:


Ein Asteroid ist am Donnerstag in geringem Abstand an der Erde vorbeigeflogen. Der rund 100 Meter große Brocken mit der Bezeichnung "2019OK" verfehlte den Planeten nach Angaben der europĂ€ischen Weltraumagentur Esa um etwa 71 000 Kilometer. Das ist weniger als ein FĂŒnftel der Entfernung zwischen Erde und Mond, und fĂŒr astronomische VerhĂ€ltnisse ein Klacks.

Fast wĂ€re das 88 000 Kilometer pro Stunde schnelle Geschoss unbemerkt geblieben. Erst rund einen Tag vor dem Vorbeiflug hatte das brasilianische Sonear-Observatorium den Asteroiden entdeckt. "Die ausbleibende Warnung zeigt, wie schnell sich potenziell gefĂ€hrliche Asteroiden an uns anschleichen können", schreibt der australische Astronom Michael Brown in einem Blogbeitrag. Aufgrund der kurzen Beobachtungszeit gibt es nur wenige verlĂ€ssliche Daten ĂŒber "2019 OK". Die Nasa schĂ€tzt seinen Durchmesser auf 57bis 130 Meter. Damit ist er der grĂ¶ĂŸte Asteroid unter jenen, die in diesem Jahr nĂ€her als der Mond an die Erde herankamen.

In zehn Jahren wird ein 400 Meter großer Asteroid der Erde noch nĂ€her kommen

Der Meteor, der 2013 ĂŒber dem russischen Tscheljabinsk in der Luft explodierte, entfaltete bei einem Durchmesser von etwa 20 Metern die Sprengkraft von 30Hiroshima-Atombomben. WĂ€re "2019 OK" auf der Erde eingeschlagen, hĂ€tte er große Zerstörung anrichten können, wĂ€re aber noch keine weltweite Bedrohung gewesen. Der Asteroid, der vor 65 Millionen Jahren am Aussterben der Dinosaurier beteiligt war, maß etwa 16 Kilometer.

"2019 OK" zĂ€hlt zu den erdnahen Objekten (NEOs). Diese schneiden wĂ€hrend ihres Laufs um die Sonne gelegentlich die Umlaufbahn der Erde. 866 NEOs fĂŒhrt die Esa derzeit auf einer Risikoliste - sie könnten irgendwann mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit auf der Erde einschlagen. "2019 OK" ist auf absehbare Zeit jedoch keine Gefahr. Eins der brenzligsten Manöver der nĂ€chsten Zeit dĂŒrfte sich im Jahr 2029 ereignen. Dann soll der 400 Meter breite Apophis - ĂŒbrigens an einem Freitag, dem 13. - im Abstand von 30 000 Kilometern an der Erde vorbeifliegen.
 

Avi

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Ein Japaner darf als erster Forscher weltweit Mensch-Tier-ChimÀren erzeugen und bis zur Geburt wachsen lassen. Tokio erlaubt und fördert ein entsprechendes Projekt, berichtet unter anderem die Nachrichtenseite des Fachjournals "Nature".

Die Tier-Embryonen sollen mit menschlichen Zellen bestĂŒckt und einem Muttertier eingepflanzt werden, das sie zur Welt bringt. ZunĂ€chst will die Forschergruppe um Hiromitsu Nakauchi von der University of Tokyo und der Stanford University in Kalifornien das Verfahren in MĂ€usen und Ratten testen.

Langfristiges Ziel ist es, Mischwesen aus Mensch und Tier herzustellen, denen menschliche Organe wachsen, die dann transplantiert werden können. Die Technik soll eines Tages Patienten helfen, die auf ein Spenderorgan warten. Kritiker bezweifeln allerdings, dass das mit dem Verfahren jemals möglich sein wird.

Schon seit einiger Zeit experimentieren Wissenschaftler in verschiedenen LĂ€ndern mit Mischwesen aus Mensch und Tier. Bislang dĂŒrfen sie diese jedoch nur wenige Wochen im Muttertier heranreifen lassen. Ausgetragen wurden die ChimĂ€ren noch nie. Das Ă€ndert sich nun. Bis MĂ€rz 2019 durften die Mischwesen auch in Japan maximal 14 Tage im Muttertier wachsen. Dann passte das Wissenschaftsministerium die Regularien an.

Embryonen sollen sich 70 Tage lang in Schweinen entwickeln

Nakauchi ist der erste Forscher, der davon profitiert. Offiziell vom Wissenschaftsministerium genehmigt werden die Versuche wohl im August. Ein Expertengremium hat sich aber bereits dafĂŒr ausgesprochen.

ZunĂ€chst plant Nakauchi, Ratten mit menschlichen Zellen 15,5 Tage in einem Muttertier heranzuzĂŒchten. Die Organe der Tiere seien dann fast vollstĂ€ndig ausgebildet. Im nĂ€chsten Schritt möchte der Forscher die Regierung um Erlaubnis bitten, Mischembryonen ĂŒber 70 Tage in Schweinen wachsen lassen zu dĂŒrfen.

Bei den menschlichen Zellen, die in die Tiere eingepflanzt werden sollen, handelt es sich um sogenannte induzierte pluripotente Stammzellen (iPS-Zellen). Sie entstehen, indem Forscher beispielsweise Hautzellen in ein frĂŒhes Entwicklungsstadium zurĂŒckversetzen. Diese können sich dann wieder in jede Art von Gewebe und in verschiedene Organe entwickeln.

Die menschlichen iPS-Zellen, die Nakauchi dafĂŒr verwenden will, sollen sich zu BauchspeicheldrĂŒsen entwickeln. Das Verfahren hat der Forscher zuvor mit iPS-Zellen von MĂ€usen getestet, die Rattenembryonen eingepflanzt wurden.

Nakauchi hofft, dass er die Öffentlichkeit mit der Zeit von seinem Vorhaben ĂŒberzeugen kann, Tiere mit menschlichen Organen bis zur Geburt heranzuzĂŒchten. Einige Fachleute befĂŒrchten, dass sich die menschlichen Zellen in den Tieren an Orten einnisten könnten, an die sie nicht gehören - etwa im Gehirn - und so beispielsweise die Kognition der Tiere verĂ€ndern.

Nakauchi will das verhindern, indem er die Zellen genetisch so anpasst, dass sie sich nur in einen bestimmten Zelltyp entwickeln können.

Dennoch bleiben Zweifel. So hat Nakauchi bereits versucht, menschliche iPS-Zellen in Schafembryonen wachsen zu lassen. Nach 28 Tagen waren kaum menschliche Zellen ĂŒbrig. Weil sich die Arten so stark unterscheiden, wurden die fremden, menschlichen Stammzellen abgestoßen, vermutet der Forscher. Er will nun versuchen, das Problem mithilfe von Gentechnik zu lösen. Das könnte allerdings noch Jahrzehnte dauern.

Eine Schwierigkeit ist auch, dass evolutionÀr weit voneinander entfernte Spezies unterschiedliche Tragzeiten haben. So haben Forscher 2017 erstmals chimÀrische Embryonen aus Mensch und Schwein geschaffen. Diese wuchsen sechs Wochen lang im Körper einer Sau heran, bevor das Experiment abgebrochen wurde. HÀtten sich die Mischwesen weiterentwickelt, wÀren sie nach knapp vier Monaten auf die Welt gekommen, statt nach neun Monaten, wie es beim Menschen der Fall gewesen wÀre.

Viele Wissenschaftler halten daher AnsĂ€tze fĂŒr vielversprechender, bei denen ausgewachsene Organe von Tieren so aufbereitet werden, dass sie Menschen eingesetzt werden können.


 
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