Retro Der Zahn der Zeit

Tskitishvili

L16: Sensei
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Ich habe in letzter Zeit eine ausgesprochen interessante Erfahrung gemacht.

Es wird ja recht häufig die Meinung vertreten, das Hobby hätte wenig Innovationen zu bieten, die Grafiksprünge zwischen den Generationen wären immer kleiner und allgemein sei unser Hobby in einer Sackgasse und entwickle sich nicht sinnvoll weiter.

Diesen Eindruck kann ich wahrlich nicht bestätigen. Das merke ich nicht unbedingt daran, dass ich mit aktuellen Spielen beeindruckende Spielerlebnisse bekomme; ich merke es viel stärker daran, wenn ich nach längerer Zeit mal wieder deutlich ältere Titel einlege und in der Vergangenheit schwelge.

Mein Beispiel, das mich dazu verleitet hat, diese Zeilen zu schreiben, ist Red Dead Redemption 2. Ich habe den ersten Teil 2010 auf der Xbox 360 gespielt. Ich erinnere mich an den Marktstart des Titels nur allzu gut denn im Frühjahr 2010 habe ich auf meine Wiedereingliederung in die Bundeswehr gewartet, war arbeitslos und habe ein zweiwöchiges Praktikum im Saturn in Freiburg in der Videospielabteilung absolviert. Ab Dienstag gingen die Anrufe los, ob RDR 1 schon erhältlich sei. Ich hatte von dem Titel noch nie etwas gehört und musste mir erst einmal erklären lassen, worum es sich da handelt. GTA im Wilden Westen reichte aus, um mein Interesse in den Negativbereich zu jagen. Von einem Freund bekam ich es damals ausgeliehen im Tausch mit Fable 2.

Diesen Sommer habe ich den Nachfolger gespielt, RDR 2 auf dem PC. Da es ja bei der Handlung wirklich extrem viele Anspielungen gibt, wollte ich den ersten Teil wegen der Handlung noch einmal spielen. Da ich das Spiel niemals besessen habe und auch keine 360 oder PS3 mehr besitze, habe ich es mir auf der One für 30€ digital gekauft und sofort angeschmissen.

Und was soll ich sagen? Meiner Meinung nach ist Red Dead Redemption 1 wirklich ausgesprochen schlecht gealtert. Damit meine ich explizit nicht die Grafik. Ich weiß, dass das Spiel auf der One X in 4k gerendert wird und dort fast schon den Scharm eines Remasters hat. Ich beziehe mich dabei auf das komplette Wesen des Spiels, das heute nicht nur veraltet, sondern fast schon unfreiwillig komisch wirkt. Speziell im Vergleich zu RDR 2 sieht man, dass innerhalb dieser acht Jahre in quasi allen Bereichen ein gigantischer Fortschritt stattgefunden hat. Das bezieht sich wie gesagt nicht nur auf die Grafik, sondern auch auf Animationen, Gameplay, Dialoge, Qualität der Erzwählweise der Geschichte etc.

Im Besonderen ernüchtert haben mich Inszenierung und Immersion. Das fängt bei so einfachen Dingen an wie den wirklich nicht mehr guten Animationen der Pferde, die einfach unfreiwillig komisch aussehen, wenn sie im Galopp unterwegs sind. Speziell die Ritte in vollem Galopp zum Ziel, während derer sich die Charaktere ganz normal unterhalten und man den Untertiteln folgen und gleichzeitig auf den Weg achten muss, sind vom Komfort her überhaupt nicht gut gelungen. Auch einem entgegenkommende Reiter, die im Vollgalopp an einem vorbeireiten, sind lange nicht so authentisch wie im zweiten Teil. Im zweiten Teil reiten sie langsam und motzen einen an, wenn man ihnen keinen Platz macht, im ersten Teil schießen sie wie auf Schienen an einem vorbei und ziehen im letzten Moment noch auf die Seite, damit es nicht zu einer Kollision kommt.

In einer Mission muss man für den Sheriff von Armadillo einen Verbrecher fangen. Die Mission endet damit, dass man auf den Verbrecher schießt, der Bildschirm wird schwarz und er befindet sich auf dem Rücken des Pferdes vom Sheriff. Der bedankt sich und reitet im Vollsprint über Stock und Stein einen steilen Abhang runter. Hier sieht man deutlich die Fortschritte im Bereich Storytelling und Animationen, die in den letzten acht Jahren gemacht wurden.

Wenn ich heute Red Dead Redemption 1 im Original spiele, kann ich mir nur sehr schwer vorstellen, dass das 2010 quasi das Beste sein soll, was es damals gegeben hat. Aber so war es tatsächlich. Das fällt einem zu dieser Zeit nicht auf, weil man es einfach nicht besser kannte. Aber in einem Rückblick ist es doch sehr interessant zu sehen, was sich seitdem alles verändert und verbessert hat.

Ich erinnere mich z.B. noch sehr, sehr gut an Mass Effect 1 damals 2007. Das dürfte so ziemlich das letzte Spiel meines Lebens gewesen sein, das ich mir nur anhand der Verpackung gekauft habe. Ich hatte absolut keine Ahnung, was mich da erwartet, ich war zur damaligen Zeit hier noch nicht angemeldet, kannte aber ein bis zwei Beiträge, in denen die Grafik der Gesichter angepriesen wurde. Mass Effect war damals eine unglaubliche Erfahrung für mich, da es so viel Wert auf Storytelling legte. Die Fülle an kinoreif inszenierten Zwischensequenzen mit voller Sprachausgabe, drei oder mehr verschiedenen Möglichkeiten zu antworten und dann auch noch eine männliche und weibliche Stimme war damals einfach der helle Wahnsinn für mich. Ich war ja auch vorher nur so Spiele wie Twilight Princess oder Oblivion gewöhnt.

Oblivion war damals auch einer der großartigsten Videospielerfahrungen, die ich jemals gemacht habe. Wohlgemerkt das Vanilla-Oblivion auf der 360. So eine große, weite Welt, in der ich tun und lassen kann, was ich will, in der man frei entscheiden kann, ob man die Haupthandlung macht, sich einer Gilde anschließt oder einfach irgendwelche freien Quests macht, war für mich damals unvorstellbar.

Und wenn man heute auf diese Spiele zurückblickt, sieht man sehr, sehr deutlich, was für große Fortschritte die Spiele doch allgemein machen. Mass Effect war damals der Gipfel des Möglichen, was man an Aufwand für ein Videospiel betreiben kann und The Witcher 3 hat das Ganze nochmal ins so Unendliche gesteigert.

Ich bin auch schon extrem gespannt darauf, wie ich The Witcher in fünf Jahren wahrnehmen werde. Ob es dann immer noch eines der für mich besten Videospiele aller Zeiten sein wird oder ob wir anhand von anderen Spielen dann schon so große Fortschritte in allen Bereichen sehen werden, dass The Witcher 3 acht bis zehn Jahre nach Erscheinen, ebenfalls schon wieder stark veraltet wirkt. Der Grafik von The Witcher 3 sieht man meiner Meinung nach im Vergleich zu bspw. RDR 2 und Assassin's Creed Origins sein Alter heute schon durchaus an.

Die Beispiele lassen sich quasi auf alle Videospiele ausbreiten. CoD MW von 2019 enthält zwei Karten von CoD 4 und der grafische Fortschritt fällt einem dann ganz besonders aus, wenn man nach Wreckfest aus der 2019er-Version mal wieder das Original von 2007 einlegt.

Bei Fifa dasselbe. Jedes Jahr heißt es, dass es immer dasselbe ist und so kleine Fortschritte macht, dass man es fast nicht merkt. Wenn man dann Fifa 20 spielt und direkt danach Fifa 15 einlegt, sieht man sehr wohl, dass da definitiv große Fortschritte gemacht werden. Sie fallen einem nur nicht so stark auf, wenn man es als fließenden Prozess über die Jahre wahrnimmt. Die großen Sprünge fehlen in der Tat. Wenn man 2019 mit 2018 vergleicht, sieht man keine großen Fortschritte aber wenn man 2019 mit 2009 vergleicht, sind sie definitiv vorhanden.

Habt ihr auch schon die Erfahrung gemacht, dass euch ein altes Spiel, das euch damals wahnsinnig gut gefallen hat, Jahre später bei einem neuen Durchgang an mancher Stelle fast schon erschrocken hat, wie altbacken und veraltet es gewirkt hat? Bei mir war es definitiv RDR 1.

Es gibt natürlich auch Beispiele, wo es anders herum ist. Dawn of War 1 gefällt mir bis heute einfach am besten und Heroes of Might and Magic 5 finde ich auch bis heute deutlich besser als die beiden Nachfolger.
 

Rappyfan

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Habt ihr auch schon die Erfahrung gemacht, dass euch ein altes Spiel, das euch damals wahnsinnig gut gefallen hat, Jahre später bei einem neuen Durchgang an mancher Stelle fast schon erschrocken hat, wie altbacken und veraltet es gewirkt hat? Bei mir war es definitiv RDR 1.

Solche Erfahrungen sind natürlich auch immer stark Subjektiv. Fallout / RDR / Mass Effect / etc haben bei mir damals wie heute absolut nichts ausgelöst, da ich einfach an den Spielen kein großes Interesse hatte. Oblivion fand ich cool aber insgesamt damals schon eher langweilig.

Bei mir war das zuletzt Final Fantasy Crystal Chronicles. Ich habe das Spiel damals gerne gespielt und habe eigentlich beim spielen nichts wirklich negativ wahrgenommen. Dafür ist mir die Welt und das drumherum gut im Gedächtnis geblieben. Aber nachdem ich das Remaster gespielt hab war ich erstmal einfach erschrocken und konnte es fast nicht glauben..... So viele Dinge beim spielen haben mich einfach tierisch gestört. Sei es das Feedback beim Angreifen oder das Aufheben von Gegenständen. Ich würde es glatt unspielbar nennen.

Wenn es um Grafik geht erinnere ich mich noch sehr gut, wie ich damals dachte bei FF8 würde alles so echt aussehen aber wenn ich mir das jetzt nochmal anschaue kommt mir alles extrem hässlich vor. Teilweise fällt es mir fast schwer zu erkennen was das für ein Gegner sein soll :coolface:

Gameplay und Optik finde ich zb auch bei den alten Pokemon Spielen unerträglich. Die QoL Verbesserungen die über die Jahre ihren Weg in die Spiele gefunden haben sind jetzt fast nichtmehr wegzudenken. Wenn Leute jetzt sagen, dass Gold/Silber/Rot/Blau noch immer die besten Teile wären, spricht da in erster Linie die Nostalgie.

Gleichzeitig, je mehr man spielt, desto schwieriger haben es "durchschnittliche" Spiele einen zu überzeugen. Wenn man aber nicht so viel spielt, kommt einem ein eigentlich nur durchschnittliches Spiel wie eine Offenbarung vor. (werde mal keine Titel nennen, da es ja er subjektiv ist :awesome:)

Über die Jahre hinweg gibt es Spiele die einfach funktioniert haben und die auch jetzt noch funktionieren, weil sie dass was sie machen wollten einfach gut gemacht haben. Anderen hingegen merkt man einfach an, dass damals Dinge gefehlt haben.
 

crazillo

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Ich beurteile Videospiele immer als Produkte ihrer Zeit. Wenn man zum Launch dabei war, ist man sozusagen Teil des besonderen Erlebnisses, das viele Menschen zu jenem Zeitpunkt gespürt haben bei dem Titel. Man kann sehr wohl auch später, wenn man alte Games nachholt, sehen, wieso sie so prägend für die Videospielgeschichte waren. Die Beispiele für veraltete Dinge, die du anbringst, beziehen sich vor allem auf die Technik. Und ja, die entwickelt sich immer weiter. Aber Spiele sind viel mehr als das. Wenn ich gerade Wasteland 3 spiele, so genieße ich das nicht wegen Popcorn fürs Auge, sondern weil endlich mal wieder ein Rollenspiel dem Spieler schwere Entscheidungen abverlangt, die die Welt richtig prägen. Das hatte sich nämlich bei ganz schön vielen Vertretern des Genres immer weiter abgeschliffen, bloß sollte dem Spieler kein Content genommen werden und ihm die Konsequenzen seiner Handlungen am besten schon vor der Entscheidung deutlich sein. Und warum gefällt mir das bei Wasteland 3 so? Weil es mich unfassbar an Morrowind aus dem Jahre 2002 erinnert, wo genau diese Tragweite deiner Entscheidungen bis heute einfach nur unerreicht bleibt. Gespielt Anfang 2019.
 

Heavenraiser

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Hier sollte man auch bedenken, dass Videospiele mit ihren ca. 40 Jahren Bestehen, noch ein recht junges Medium sind. Dementsprechend befinden wir uns teils noch in der Anfangszeit, was bestimmte spielerische Konventionen angeht und weshalb bestimmte Titel wie Mario 64 oder Half-Life 2 das Genre dermaßen geprägt sowie weitergebracht haben. Dies sind auch vor allem die Spiele, die uns nachträglich in Erinnerung bleiben, da deren Fortschritt derart beeindruckend im Vergleich zu anderen, im gleichen Zeitraum erschienen Spielen sind. Trotzdem habe auch weniger beachtete Titel die Weiterentwicklung voran getrieben, sei es im Bereich des UI oder der Steuerung.

Dementsprechend wirken viele Titel in der Nachbetrachtung schlecht gealtert, weil sich das Medium als solches so schnell weiterentwickelt hat. Dies ist zwar auch durch den technischen Fortschritt bedingt, aber eben nicht nur. Wie jetzt aktuell bei Kingdoms of Amalur deutlich wird, bei dem die Technik aufpoliert wurde. KoA fährt aber trotzdem jetzt schlechtere Wertungen ein, als es damals beim initialen Erscheinen der Fall war.

Ein andere Aspekt in Bezug auf die Prägung, ist die persönliche Prägung. Schließlich haben wir bestimmte Spiele in bestimmten Abschnitten unseres Lebens gespielt und verbinden mit diesen entsprechende Erfahrungen, welche man auch auf andere Art und Weise beim Heranwachsen macht. Beispielhaft wäre das Erforschen offener sowie freier Welten zu nennen, welches man zwar in OW-Spielen hat, aber auch in der Realität beim Verlassen der elterlichen Obhut hat.
 

BoosterCremberry

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Ja es wird ja immer gesagt dass sich bis auf die Grafik nichts ändert in all den Jahren aber das stimmt wie du sagst halt eben NICHT.

Ich wollte zb letzten mal wieder fable anniversary spielen habe es aber nach 10 Minuten ausgemacht weil die Steuerung einfach total kacke war. Ich wie auf Eis und an gummibändern.

Animationen und storytelling sind heute teilweise auf Kino Niveau davon konnte man damals wirklich nur träumen.

Viele Sachen von früher sollte man lieber nicht mehr spielen um sich seine schönen errinerungen kaputt zu machen.
 

Ratchet

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Mein erster Post :)

Ich glaube es ist eindeutig, dass sich Spiele objektiv verbessert und weiterentwickelt haben. Ich bin aber der Meinung, dass man viel mehr erwarten darf. Technisch machen wir regelmäßig wichtige Fortschritte, aber inhaltlich hat sich auch vieles verschlechtert.

Früher hat man auch versucht möglichst erfolgreich zu sein, aber heute gibt es so viele (in meinen Augen) Anti-Spiele, die nie mit dem Ziel einer gewissen Qualität entstanden sind, sondern möglichst alle Trends mitzunehmen und den Gewinn zu maximieren. Wenn man vergleicht, wie man heute an die Hand genommen und für Hirnamputiert gehalten wird und selbst in Spielen aus den 90ern mehr Freiheit hatte...
Auch From Software Spiele werden künstlich total aufgeblasen und ich darf von jedem normalen Menschen erwarten, dass meistern zu können. Sowas war früher nun wirklich kein erwähnenswerter Schwierigkeitsgrad.

Was ich damit sagen möchte: Man muss bei dieser Frage einfach den Markt berücksichtigen und so komme ich zum Ergebnis: Weiterentwicklung? Ja, eindeutig. Aber nicht auf dem Level, wie es längst hätte sein können, ja müssen. Aber in der heutigen Zeit wird ja auch nur noch über Technik geredet und irgendwas kompensiert, was hier nichts zu suchen hat. Sobald ein Spiel mittelmäßige, aber funktionierende Mechaniken hat, gilt es schon als tolles Gameplay.

Wichtig zu erwähnen: Ich verlange nicht, dass jeder total den Skill haben muss. Aber die Publisher übertreiben es maßlos und werfen oft das komplette Balancing über Bord, nur damit auch jeder Kevin-Schantall das Ende erreicht.

Meine Meinung dazu und ich hoffe man nimmt es nicht negativ auf ??
 

360Junkie

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Mein erster Post :)

Ich glaube es ist eindeutig, dass sich Spiele objektiv verbessert und weiterentwickelt haben. Ich bin aber der Meinung, dass man viel mehr erwarten darf. Technisch machen wir regelmäßig wichtige Fortschritte, aber inhaltlich hat sich auch vieles verschlechtert.

Früher hat man auch versucht möglichst erfolgreich zu sein, aber heute gibt es so viele (in meinen Augen) Anti-Spiele, die nie mit dem Ziel einer gewissen Qualität entstanden sind, sondern möglichst alle Trends mitzunehmen und den Gewinn zu maximieren. Wenn man vergleicht, wie man heute an die Hand genommen und für Hirnamputiert gehalten wird und selbst in Spielen aus den 90ern mehr Freiheit hatte...
Auch From Software Spiele werden künstlich total aufgeblasen und ich darf von jedem normalen Menschen erwarten, dass meistern zu können. Sowas war früher nun wirklich kein erwähnenswerter Schwierigkeitsgrad.

Was ich damit sagen möchte: Man muss bei dieser Frage einfach den Markt berücksichtigen und so komme ich zum Ergebnis: Weiterentwicklung? Ja, eindeutig. Aber nicht auf dem Level, wie es längst hätte sein können, ja müssen. Aber in der heutigen Zeit wird ja auch nur noch über Technik geredet und irgendwas kompensiert, was hier nichts zu suchen hat. Sobald ein Spiel mittelmäßige, aber funktionierende Mechaniken hat, gilt es schon als tolles Gameplay.

Wichtig zu erwähnen: Ich verlange nicht, dass jeder total den Skill haben muss. Aber die Publisher übertreiben es maßlos und werfen oft das komplette Balancing über Bord, nur damit auch jeder Kevin-Schantall das Ende erreicht.

Meine Meinung dazu und ich hoffe man nimmt es nicht negativ auf ??

Ganz deiner Meinung.
Ich stelle mir öfter mal die Frage, für wie dumm die Entwickler uns Spieler halten.
Laufe dort entlang, drücke Knopf X Y, hier ein Hinweis, dort ein Hinweis.

Da kommt man sich schon manchmal wie ein Vollidiot vor ???
 

Ratchet

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Es ist auch echt so. Was denkst du warum Indies auch so erfolgreich wurden? Imo haben sie ganz klar Eigenschaften aufgegriffen, die bei Triple A Titeln verschwunden waren.

Aktuelles Beispiel: Spelunky 2. Bekommt Traumwertungen und ob zurecht sei mal dahingestellt. Aber: es setzt Reize, es lässt dich machen, es überrascht dich.
 

crazillo

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Das war auch eigentlich der wichtigste Punkt in meinem Posting: Diese auf Mainstream gebürstete Vereinfachung tut vielen Spielen nicht gut. Und da machen sie eher Rückschritte. Klar gibt es viele technisch beeindruckende Entwicklungen, die die Immersion steigern können.
 

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In der Regel ist es bei mir so, dass ab dem Moment, wo der Nachfolger eines Spiel erscheint, der Vorgänger (gerade wenn viele Jahre dazwischen liegen) bei erneutem Anspielen schnell ernüchtert... eben weil sich auch jenseits der Grafik so viel verbessert hat, was man als einzelnen Aspekt vielleicht nicht mal wahrnimmt, aber in der Summe ein ganz anderes Feeling bietet. Ist für mich auch mit der Grund, warum ich inzwischen durchgespielte Spiele fast immer wieder verkaufe... früher hab ich oft gesagt, wow, das behälst du aber für später, das war so gut, das spielst du sicher nochmal... wenn ich es dann aber tatsächlich später nochmal eingelegt habe, war es meist ernüchternd. Alte Spiele sind daher für mich per se nix... und auch mit richtig alt, so Retro Pixel Games kann ich absolut null anfangen. Ich behalte Spiele von früher gerne in guter Erinnerung, nochmal spielen muss und will ich sie aber nicht.
 

LuckyJack

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Wenn ich das/die Spiele damals gespielt habe kann ich in der Regel über die Schwächen hinwegsehn, so spiele ich heute noch gerne Vagrant Story, Fable, Tenchu, oder OoT, usw..

Spiele die ich jetzt erst nachhole.........nunja die haben halt nicht den inneren "Nostalgie-Bonus", das ist mir extrem bewusst geworden als ich mir vor ein paar Jahren die PS4 geholt habe und dann natürlich mir die Spiele zugelegt habe von denen immer und überall geschwärmt wurde.
Ich habe die UC-Teile nur angespielt, wenn man erst mit der PS4 anfing dann sind zumindest UC1-3 nah an der "höchstens im Paket für 5 Euro vom Grabbeltisch-Schublade", auch das heißgelobte TLoU war für mich nunja höchstens nett, aber im Vergleich würde ich zB. übertrieben gesagt ein Jade Empire wesentlich höher bewerten.
Denke wenn ich sie zu PS3 Zeiten gespielt hätte würde ich sie auch heute noch wesentlich besser finden.

Also um zum Thema zurückzukommen wenn man es für sich persönlich schafft die Nostalgie-Brille abzusetzen merkt man Recht schnell das trotzdem extreme Weiterentwicklungen stattgefunden haben. Ob dies Entwicklungen zum besseren waren abseits von Animationen, Grafik, Sound müsste man nochmal gesondert bewerten.
Wie Ratchet es oben ja schon sagte, ein DS hätte Dir was den Schwierigkeitsgrad angeht früher nur ein müdes Lächeln abgerungen, dafür fehlen heute viele Sachen die sträflich vernachlässigt wurden, was die Möglichkeiten/Mechaniken angeht hätte ich im Laufe der Jahre mehr erwartet - zumindest bei den einzelnen Genres - stattdessen neigten diese Gen/teilw. auch letzte Gen sämtliche OW-Adventures sich an der Ubi-Formel zubedienen, jetzt halt Ubi mit W3 gemischt. Dafür nähert sich der Rest entweder Diablo oder Dark Souls an vom Kampfsystem.
Es fehlt einfach das was viele Spiele früher besonders gemacht hat, egal in welchem Genre bis auf Story und Optik ist es doch alles nahezu der gleiche Mist nach
Schema F.
 
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sircav

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cavemunk
Ist meiner Meinung nach ein Problem was man selbst erschaffen hat.
Jeder geht und ist natürlich nach " seiner Zeit", und genau da wird dann schon wieder komisch subjektiv.
Versteht es nicht falsch bitte aber "Objektivität in Videogames zu suchen ist Sinnlos".
Das ist natürlich für die ganzen Selbstverliebten nicht zu verstehen, brauchen ja immer einen Grund für ihr Rechthaberisches Gehabe ^^.
Ich für meinen Teil, brauch halt mal länger oder kürzer bis ich mich auf etwas eingespielt habe, weswwgen ich sage: nöö, einen Zahn der Zeit "fühle ich nicht" 8)
 
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