Der Euro: Eine Währung in der Krise?

TheProphet

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Sehe immer noch keinen bank run in deinem post.
Wie ich oben bereits erklärte, ist der Vertrauensverlust in die Banken(Angst ums Ersparte) primär Auslöser für so etwas, wann er passiert kann dir keiner sagen, in so unsicheren Zeiten wie aktuell können aber Kleinigkeiten zu Kettenreaktionen führen. Gerade ein Sparer-Land wie Deutschland ist hier gefährdet. Hier wird das auch schön erklärt:
Was sind Auslöser für einen Bank Run?
In der Historie gab es in Deutschland und weltweit bereits mehrfach einen Bank Run. Genereller Auslöser ist fast immer, dass Sparer und andere Bankkunden kein Vertrauen mehr in die Sicherheit des gesamten Systems haben. Damit steht in der Regel in Verbindung, dass eine Insolvenz der entsprechenden Bank befürchtet wird. Vereinfacht dargestellt wollen die Kunden dann noch schnell ihr Geld in Sicherheit bringen, indem sie dieses entweder am Schalter oder am Geldautomaten abheben.

Was sind die Gründe für einen Bankansturm?
Während der Auslöser eines Schaltersturms das verlorene Vertrauen der Kunden ist, gibt es wiederum mehrere Gründe, die Ursachen für diesen Vertrauensverlust sein können und damit gleichzeitig die Begründung für den Bank Run darstellen. In der Regel handelt es sich dabei um die folgenden Ursachen, die dem Vertrauensverlust der Kunden voranstehen:

Bankenkrise
Hyperinflation
Panik- und Herdenverhalten

Und ja, ich denke das Thema hat sich damit auch gegessen, du glaubst es geht alles gut und weiter wie gehabt und ich vermute, dass es das nicht wird, wir werden am Ende sehen wer recht behält, so oder so gehe ich hier kein Risiko ein.
 

Rick187

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@TheProphet
Ich denke das szenario in dem dein Erspartes bei einem Einbruch entwendet wird, ist wahrscheinlicher als ein Bank Run. Aber jeder so wie er möchte :nix:
 

TheProphet

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Bis es in meiner Siedlung zu Einbrüchen kommt, wird das Papier auf dem der Euro gedruckt wurde nichts mehr wert sein :ol:
 

Avi

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Hab ich was verpasst? Gibt es bald wieder die D- Mark, und jedes Land versucht sich selbst zu stabilisieren? Globalisierung gescheitert? :smoke:
 

Rick187

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Bis es in meiner Siedlung zu Einbrüchen kommt, wird das Papier auf dem der Euro gedruckt wurde nichts mehr wert sein :ol:

Sag niemals nie. Wenn die von dir prognostizierte Krise erstmal ihre volle wirkung entfacht, wird die krimknalitätsrate entsprechend steigen. Ich kenne selbst 5 haushalte bei denen eingebrochen wurde - auf dem dorf und lange vor der krise :nix:
 
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kiffi

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Und ja, ich denke das Thema hat sich damit auch gegessen, du glaubst es geht alles gut und weiter wie gehabt und ich vermute, dass es das nicht wird, wir werden am Ende sehen wer recht behält, so oder so gehe ich hier kein Risiko ein.

Naja 77 Jahre Frieden und 70+ Jahre relativer Wohlstand in Westeuropa. Wenn du dein ganzes Leben so lebst und eventuell auch schon deine Großeltern, entsteht bei vielen Menschen halt die verinnerlichte Überzeugung dieses westliche system sei im Prinzip unverwüstlich und kann beliebige Belastungen überwinden weil es praktisch über unendliche Kräfte verfügt.

Dabei stimmt das natürlich nicht. Aber der Abstieg zieht sich halt über Jahre und Jahrzehnte hin und dann kommen noch die Gewohnheitseffekte hinzu.

Der Euro ist ja schon 20 alt und die Leute die noch DM- Löhne bekommen haben mindestens Ende 30. Das heißt ein heute 30 jähriger hat bewusst Politik nur ab der era Merkel erlebt.

Viele wissen halt einfach nicht, was uns der Euro an Kaufkraft gekostet hat.
 

Bond

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23 März 2010
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Globalisierung gescheitert? :smoke:


Schon vor vielen Jahren, aber der Patient wird weiterhin mit allen Medikamenten am Leben erhalten.
Zuletzt gabs die volle Dosis Nullzinsen, aber wie das so ist, mindert man damit nur kurzfristige Symptome aber löst nicht die strukturellen Probleme.

Langsam ist man nun mit allem am Ende und die Ungleichgewichte bauen sich so ab wie sie sich immer angebaut haben, durch Enteignung des kleinen Mannes mittels weginflationieren der Verwerfungen.
 

3headedmonkey

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HoemBOY
Mmmhh also Olaf Scholz soll ja in die Cum Ex Geschäfte in Hamburg verwickelt gewesen sein. Das war vor der Wahl bekannt und wenn er trotz solchen Bedenken Kanzler werden kann, denke ich nicht, dass die Regierung da großartig eingreifen wird.



Also mein Arbeitgeber ist der Ansicht, dass ich das Gehalt wert bin, dass er für mich bezahlt. Und ich bin der Ansicht, dass was er mir zahlt ganz ordentlich ist.

Ich bin auch nicht generell gegen Steuern aber die Abgaben sind in ihrer Höhe einfach übertrieben und die Ausgaben größtenteils auch nicht nachhaltig und sinnvoll. Der Staat ist ein notwendiges Übel, nicht der Selbstzweck dem wir unsere Lebens- und Arbeitszeit komplett unterwerfen sollten.



Die Staatsausgaben und Steuereinnahmen sind in der Vergangenheit permanent angestiegen, ab corona sind die Steuereinnahmen teilweise weggebrochen. Die Sozialausgaben sind ebenfalls permanent gestiegen.





Prinzipiell würde ich sagen, der Staat sollte Einnahmen und Ausgaben möglichst klein halten. Aber wenn er schon dazu gewillt ist, Unmengen an Schulden aufzunehmen und ungedeckte Forderungen zu häufen, dann sollte er zumindest mal Kohle in Dinge investieren von der die Bevölkerung im Alltag ordentlich was hat. Wasweißich z.B. dafür zu sorgen dass Pfleger und Ärzte bessere Arbeitsbedingungen haben und Krankenhäuser nicht dicht machen, dass es flächendeckend stabiles Internet auch auf dem Land gibt. Straßen und Brücken saniert werden, dass Militär einsatzfähig ist oder Sozialwohnungen gebaut werden oder eine solide Stromversorgung die uns nicht in einseitige Abhängigkeiten führen, mit denen sich als Druckmittel quasi unsere Zivilisation lahmlegen lässt.

Aber aktuell haben wir ja das schlimmste aus beiden Welten, expansive Fiskalpolitik und dass dann auch nur für Bankenrettungen und alles mögliche aber halt nichts auf eine Zukunft ausgerichtetes

Wobe der Staat insgesamt ein schlechter Bauherr ist. Ich erinnere nur mal an den Flughafen Berlin der viel längere gedauert hat und viel teurer war als notwendig. Bei der Gorch Fock dem Ausbildungsschiff der deutschen Marine, sollte dieses Kernsaniert werden. Diese Kernsanierung hat ganze sechs Jahre gedauert und statt der angesetzten 10 Mio Euro über 170 Mio gekostet.

Das ist ja das Problem mit dem Staat und dem Sozialismus. Staatseigentum gehört niemanden wirklich, darum fühlt sich keiner dafür verantwortlich, das Geld zur Finanzierung ist auch nicht das eigene und es ist theoretisch auch nicht begrenzt wie wenn du als Privatmensch etwas brauchst. Du kannst dir dann einfach mit den Zwangsmitteln des Staates mehr von den Bürgern holen. ob die wollen oder nicht. Also wo ist denn die notwendigkeit effizient zu arbeiten?



Dann hast du aber die soziale Marktwirtschaft nicht verstanden. Sie ist wie der Name schon sagt eine MARKTWIRTSCHAFT, hat also eine dominierende Marktwirtschaftliche Komponente und ist im Prinzip eine kapitalistische Gesellschaftsordnung mit Wettbewerb, Marktsteuerung durch Angebot und Nachfrage und Privateigentum, angeleitet vom Profitinteresse.

Die staatliche Komponente bezieht sich auf jene staatliche Umverteilung/Intervention die notwendig ist, um die größten sozialen Härten auszugleichen und die Existenz und Grundrechte sicherzustellen. Zumindest sollte es so sein.

Die Menschen die sich das damals ausgedacht haben, wussten nämlich anhand zahlloser Beispiel dass reiner Kommunismus/Sozialismus eine bösartige und törrichte Ideologie ist, die extrem viel leid über die Menschen bringt.



Da sind wir uns sogar einig, dass Merkel das Geld für Unsinn zum Fenster rausgeworfen hat aber eben nicht für sinnvolle Investitionen
Du bringst unglaublich viele Sachen kontextlos durcheinander.

Wie erwähnt ist mir deine Gehaltsituation komplett egal. Da du immer noch nicht kapiert hast, dass mit Reagan der erste riesige Schritt getan wurde die reiche Klasse steuerlich zu entlasten und die Lüge der Trickle-Down Theorie begann ins politische Mainstream zu gelangen. Heute ist das die momentane Hauptursache für die riesige Schere zwischen Arm und Reich. Das Senken der Steuersätze für die Reichsten wurde hier durch die höhere Besteuerung bei Geringverdienern und bei der unteren Mittelschicht versucht zu kompensieren. Die progressive Steuerlast existiert real nicht mehr. Anders ist sie sogar degressiv durch extreme Abschreibungsmöglichkeiten beim Fiskus und Erwerb von Vermögen wie ich vorher beschrieb oder bei den sozialen Beitragsbemessungen. Die Folge: Massive Vermögensanhäufungen.

Die soziale Marktwirtschaft strebt einen wettbewerbsfähigen Markt an und war das Paradebeispiel des Neoliberalismus nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch sozial- und wirtschaftspolitische Maßnahmen soll das System aufrechterhalten werden. Da dies gut ankam, wurde der Begriff in den 70er und 80er Jahren in Südamerika übernommen, um für eine freie Marktwirtschaft zu plädieren. Mit Reagans erstem großen Schritt, den Markt sich selbst regulieren zu lassen, indem die Steuerlast der Reichsten extrem gesenkt und weitere Vorschriften gelockert wurden, hat sich der Begriff gewandelt und wird für Deregulierung neu definiert.

Und Deutschland hat das genauso über die Jahrzehnte übernommen. Hier wären die größten Eingriffe der letzten Jahrzehnte Hartz 4 mit der größten Steuersenkung für die reichste Klasse, welches Erwerbstätige einbrachte, aber nun Deutschland zu einem riesigen Lohndumpingsland transformierte und die schwarze Null bei der keine nennenswerten Investitionen getätigt wurden und man den Status Quo an toten Industrien wie Kohle, Fleisch und Autos fest hielt. Die Austeritätspoltik Deutschlands ist bekannt und wird Lautstark kritisiert und hat den gesamten Euroraum beeinträchtigt.

Die Staatsinvestitionen Deutschlands sahen in den letzten 30 Jahren eher wie folgt aus. Deutschland hat die EU förmlich ausgebremst.
impuls_grafik_554099.jpg

Und in Deutschland fehlt vernünftige Infrastruktur fürs Internet, Erneuerbare Energien, Schienen wurden 30 Jahre lang verschleißt, Schulen wurden kaputt gespart, Straßeninvestitionen wurden einseitig nach Bayern eingeführt, Zukunfstindustrien wie Eneuerbare Energien, Halbleiterindustrie, Web 2.0 wurden für den Erhalt von Automobil, Kohle und Fleisch geopfert.

Und das alles hat immer noch nichts mit dem Euro zu tun.

Dein Einwand der sozialen Aufgaben ist auch noch mal komplett falsch und ich habe gerade keine Lust mit einem schwurbelnden Pothead zu schreiben. Glücklicherweise gibt es sehr gute Anlaufstellen um sowas zu verdeutlichen wie dem bpb um das erklärt zu bekommen.

Und erst dann kann man vllt langsam verstehen wie das Lohnniveau in Deutschland für den größten Teil der Bevölkerung viel zu niedrig ist und in keinster Weise der angeblichen Produktivität gerecht wird. Btw. immer noch kein Europroblemm bzw sehr indirekt.
 

John4

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juve5885
Ich empfehle allen hier mal dieses Video von Ray Dalio der sich mit den Themen "Short Term Debt Cycle" und "Long Term Debt Cycle" befasst.

Ist eigentlich alles Zeug dass man schonmal in der Schule aufgeschnappt hat, aber Ray Dalio präsentiert das ganze auf eine sehr leicht verständliche Art.


Edit: Wollte es eigentlich im Inflation Thread posten :coolface: passt aber hier auch gut rein.
 
Zuletzt bearbeitet:

kiffi

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Du bringst unglaublich viele Sachen kontextlos durcheinander.

Nein, das kommt dir vielleicht so vor.

Wie erwähnt ist mir deine Gehaltsituation komplett egal.

Wenn man nur von öffentlichen Geldern und Sozialtransfers lebt, dann kann ich mir gut vorstellen, dass einem Gehälter und Steuerbelastung egal sind.

Da du immer noch nicht kapiert hast, dass mit Reagan der erste riesige Schritt getan wurde die reiche Klasse steuerlich zu entlasten und die Lüge der Trickle-Down Theorie begann ins politische Mainstream zu gelangen.

Ich persönlich wäre für ne 25% Flattax auf alles Einkommen ohne Ausnahmen und ohne Begrenzung mit einem Steuerfreibetrag um die Existenzsicherung mit möglichst wenig Schlupflöchern und Ausnahmen.

Und was heißt denn Trickle Down? Du tust ja so, als würden Leute nur was von der Privatwirtschaft bekommen, weil der Staat Gelder umverteilt. Aber ich und auch ne ganze Menge anderer Leute kriegen echt gute Bruttolöhne gezahlt. Und auf die Bruttogehälter müsste man auf der Gehaltsabrechnung eigentlich auch die Arbeitgeberanteile der Sozialversicherungen angeben. Ist doch sowieso nur ein Hütchenspielertrick das mit dem Arbeitgeber und Arbeitnehmeranteil. Am Ende muss der Arbeitnehmer auch den Arbeitgeberanteil mit seiner Arbeitskraft erwirtschaften und der Unterschied ist nur ein psychologischer Trick um die Leute nicht zu sehr gegen den Staat aufzubringen.

Und in den Preisen selbst, sind neben der Mehrwertsteuer an sich, ja auch noch andere für den normalen Verbraucher meist unbekannte Abgaben und Steuern an den Staat eingepreist, auf die die Mehrwertsteuer am Ende erhoben wird. Also zahlt man sozusagen Steuern auf Steuern.

In der Praxis saugt also der Staat viel mehr Geld von den Arbeitskräften ab, als diese von ihren Arbeitgebern bekommen. Und einen Konzern könnte ich gegebenenfalls boykottieren oder was eigenes Aufbauen und der kann mir auch keine Knarre an den Kopf halten, sondern muss mir zumindest irgendeine Ware oder Dienstleistung anbieten, die ich will. Der Staat nimmt es sich einfach ohne dass die Bevölkerung sich dagegen wehren kann. Und teilweise schustern sie die Kohle dann auch einfach Konzernen oder irgendwelchen NGOs und Bankern zu.

Heute ist das die momentane Hauptursache für die riesige Schere zwischen Arm und Reich. Das Senken der Steuersätze für die Reichsten wurde hier durch die höhere Besteuerung bei Geringverdienern und bei der unteren Mittelschicht versucht zu kompensieren.

Das Hauptproblem ist die Besteuerung der Geringverdiener und der Mittelschicht und die Hyperbürokratisierung, also der Staat selbst. Die meisten Monopole oder Oligopole der Konzerne würden relativ schnell zerfallen und der Wohlstand weitaus gleicher verteilt und sozioökonomische Aufstiegsmöglichkeiten weitaus weiter verbreitet sein, wenn Markteintrittsbarrieren und Einschränkungen von kleinen und mittelgroßen Unternehmen niedriger wären.

Das ist der Fehler der Linken. Sie vergöttern den Staat, sehen diesen als Lösung aller Probleme an. Dabei ist das eigentliche Problem die Zentralisierung der Macht, wenn ich dem Staat zu viel Macht gebe, hat er auch mehr Möglichkeiten die Bevölkerung auszubeuten. Und diese Macht wird zwangsweise entweder von vornherein korrupte Psychopathen anlocken oder Leute korrumpieren. Und es ist ja auch eine recht bequeme Sichtweise.

Der eigene Wohlstand und das eigene Lebensglück wird nicht als tagtägliche Herausforderung angesehen, die unentwegte Anstrengungen voraussetzen, sondern etwas, dass einem eine übermächtige Bürokratie quasi zuteilt. Und das ist eine Illusion.

Die progressive Steuerlast existiert real nicht mehr. Anders ist sie sogar degressiv durch extreme Abschreibungsmöglichkeiten beim Fiskus und Erwerb von Vermögen wie ich vorher beschrieb oder bei den sozialen Beitragsbemessungen. Die Folge: Massive Vermögensanhäufungen.

Ich würde lieber in einem System mit großer Vermögensungleichheit leben in denen es allen Personen absolut betrachtet besser geht, als in einer extrem gleichen Gesellschaft, in der es den meisten Menschen aber absolut betrachtet schlechter geht als den ärmeren der ungleichen Gesellschaft. Und ich würde es auch akzeptieren können, dass die Reichen ihr Vermögen verfünffachen können, wenn ich dabei meines z.B. verdoppeln könnte.

Das wäre objektiv das vernünftige, der Gleichheitswahn beruht nicht auf Vernunft, sondern aus einem krankhaften Neid.

Die soziale Marktwirtschaft strebt einen wettbewerbsfähigen Markt an und war das Paradebeispiel des Neoliberalismus nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch sozial- und wirtschaftspolitische Maßnahmen soll das System aufrechterhalten werden. Da dies gut ankam, wurde der Begriff in den 70er und 80er Jahren in Südamerika übernommen, um für eine freie Marktwirtschaft zu plädieren. Mit Reagans erstem großen Schritt, den Markt sich selbst regulieren zu lassen, indem die Steuerlast der Reichsten extrem gesenkt und weitere Vorschriften gelockert wurden, hat sich der Begriff gewandelt und wird für Deregulierung neu definiert.

Also den Menschen ging es in der Reagen-Ära besser als z.B. in der Carter-Era und die sozialistischen Eskapaden der Südamerika sind allgemein eher schrecklich ausgegangen. Der Sozialismus wird doch sowieso eher von irgendwelchen verwöhnten, weltfremden Akademikern des Westens verherrlicht, die darüber theoretisch nachdenken. Nicht von einfachen Leuten, die tatsächlich in solchen Gesellschaften leben mussten. Die wissen nämlich woran das konkret scheitert.

Und Deutschland hat das genauso über die Jahrzehnte übernommen. Hier wären die größten Eingriffe der letzten Jahrzehnte Hartz 4 mit der größten Steuersenkung für die reichste Klasse, welches Erwerbstätige einbrachte, aber nun Deutschland zu einem riesigen Lohndumpingsland transformierte

Deutschland hat im europäischen Vergleich gesehen, sogar ziemlich hohe Bruttomindest- und durchschnittslöhne.

und die schwarze Null bei der keine nennenswerten Investitionen getätigt wurden und man den Status Quo an toten Industrien wie Kohle, Fleisch und Autos fest hielt.

Ich weiß ja nicht ob du jemals in einer Behörde gearbeitet oder nennenswerten Kontakt zu solchen Bürokraten hattest. Aber es gibt eigentlich keinen Ort, an dem Menschen weniger Kreativität, Anpassungsfähigkeit und Pragmatismus aufweisen. Und in der Regel sind die auch unglaublich Risikoscheu und Phantasielos. Und die sollen dann über die Investitionen entscheiden, mit denen sie innovative Branchen fördern?

Für Innovation und die Schaffung neuer Branchen, braucht man phantasievolle, mutige Leute mit Pragmatismus und Unternehmergeist, die auch keine Angst davor haben, zu scheitern.

Die Staatsinvestitionen Deutschlands sahen in den letzten 30 Jahren eher wie folgt aus. Deutschland hat die EU förmlich ausgebremst.

Trotzdem ist Deutschland eine der stärksten Volkswirtschaften. Das heißt die Investitionen äussern sich nicht wirklich in Wirtschaftskraft.

Und in Deutschland fehlt vernünftige Infrastruktur fürs Internet, Erneuerbare Energien, Schienen wurden 30 Jahre lang verschleißt, Schulen wurden kaputt gespart, Straßeninvestitionen wurden einseitig nach Bayern eingeführt

Ja, das Geld ist dafür stärker in Sozialausgaben, Eurorettung und Bankenrettungen investiert worden.

, Zukunfstindustrien wie Eneuerbare Energien, Halbleiterindustrie, Web 2.0 wurden für den Erhalt von Automobil, Kohle und Fleisch geopfert.

Opfern kann man nur etwas, dass man bereits hat. Und Halbleiter, Computer, Mikrochips, Software, Telekommunikation usw. sind ja eigentlich auch schon wieder ziemlich alte Industrien. Deutschland hat da einfach den Anschluss verpasst, weil die Bürokraten nicht erkennen können welche Industrien Zukunftsfähig sind und welche nicht und wo man möglichst früh einsteigen sollte und woran man nicht unbedingt festhalten sollte. Das heißt schon in den 90ern waren wir was die Technologien betraf 10-20 Jahre zu spät bei der Party.

Mit den erneuerbaren Energien wie Solarpanels wurden auch massive Subventionen investiert. Aber konkurrenzfähig sind die nie geworden. Die Unternehmen konnten nur durch die Subventionen am Leben erhalten werden.

Und das alles hat immer noch nichts mit dem Euro zu tun.

Auf deiner Graphik sind die Nettoinvestitionen nach der Euroeinführung besonders stark gefallen. Und die Nettoinvestitionen geben ja auch gar nicht an, wieviel Profit die Investitionen einbringen. Was bringen die größten Investitionen, wenn sie im Prinzip keinen Mehrwert bringen?


Und erst dann kann man vllt langsam verstehen wie das Lohnniveau in Deutschland für den größten Teil der Bevölkerung viel zu niedrig ist und in keinster Weise der angeblichen Produktivität gerecht wird.

Staatsausgaben selbst, geben nichts über eine Effizienz aus.

Btw. immer noch kein Europroblemm bzw sehr indirekt.

Weniger Geld/finanzielle Haftung für Euro- und Bankenrettung = mehr Kohle für Investitionen ins eigene Land. Das ist ja jetzt nun wirklich nicht schwer zu verstehen
 

Otis

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Also das Fragezeichen kann nun wirklich aus dem Titel raus oder? ^^
Der Euro ist in einer absoluten Krise- nun auch für (fast) jeden klar ersichtlich.
 

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Also das Fragezeichen kann nun wirklich aus dem Titel raus oder? ^^
Der Euro ist in einer absoluten Krise- nun auch für (fast) jeden klar ersichtlich.
Bitte hier nicht mit zuviel Kritik indirekt die Außenpolitik der Bundesregierung unterlaufen. ;)

Wie schon hier gesagt wird:
Wir leben in Zeiten brutaler Grenzüberschreitungen. Der Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine ist der größte. Benzinpreise über zwei Euro, die hohe Inflation, sinkende Aktienkurse sind demgegenüber das kleinere Überschreitungsübel.
 

Bond

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Steinbrück bei Maischberger erfrischend offen wer Schuld ist am Niedergang, nämlich die EZB mit ihrer unverantwortlichen Geldschwemme.

Kann er jetzt ja auch offen sagen als Rentner und muss nicht die Schuld woanders suchen wie viele andere aktive Politiker, die alles verantwortlich machen von Corona bis Russland, aber nur nicht die völlig verfehlte Geldpolitik beim Euro beim Namen nennen



Steinbrück, der als Minister mit der Euro-Finanzkrise konfrontiert war, kritisierte den Umgang der Europäischen Zentralbank (EZB) mit der Inflation. Diese sei vorhersehbar und „ein, zwei Jahre über uns schwebendes Risiko“ gewesen. Die aktuelle Situation sei nicht allein dem Krieg geschuldet. Viel mehr sei das Risiko schon vorher angelegt gewesen, „unter anderem durch eine ultraexpansive Politik der EZB“.

Die Bank habe die Inflation unterschätzt und versucht zu camouflieren. Steinbrück warf der EZB vor, sie habe „sehr viel Geld in die Märkte gepumpt und hätte wissen müssen, dass die Frage ansteht: Wie kriege ich die Zahnpasta wieder in die Tube?“.


 

Rick187

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Steinbrück bei Maischberger erfrischend offen wer Schuld ist am Niedergang, nämlich die EZB mit ihrer unverantwortlichen Geldschwemme.

Kann er jetzt ja auch offen sagen als Rentner und muss nicht die Schuld woanders suchen wie viele andere aktive Politiker, die alles verantwortlich machen von Corona bis Russland, aber nur nicht die völlig verfehlte Geldpolitik beim Euro beim Namen nennen







Klingt sehr naiv. Die Ursache für komplexe Probleme ist oft ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie man in aktuellen Lage gut sehen kann :nix:
 

3headedmonkey

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Klingt sehr naiv. Die Ursache für komplexe Probleme ist oft ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie man in aktuellen Lage gut sehen kann :nix:
Steinbrück sieht auch keine alleinige Schuld anders als ein User, der das behauptet :nix: Genauso ist die Niedrigzinspolitik seit einem Jahrzehnt in der Kritik und ist auch in der EZB bekannt. Nur drängte Deutschland jedem und vor allem sich eine extreme Austeritätspolitik, sodass die Kaufkraft und der Import in Deutschland extrem leidet(e) und wie Steinbrück gut erklärt hat die EZB nur ein Mandat.
 

Bond

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Klingt sehr naiv. Die Ursache für komplexe Probleme ist oft ein Zusammenspiel mehrerer Faktoren, wie man in aktuellen Lage gut sehen kann :nix:

Mehrere Faktoren gibt es immer, die Grundlage damit diese Faktoren dann so richtig durchschlagen wurde aber nur von einem geschaffen und das ist die Notenbank

Wer überall trockenes Stroh auslegt, muss sich nicht wundern wenn der kleinste Funken einen Grossbrand auslöst
Dann ist vielleicht der Funke der Auslöser, der letzte Tropfen, aber das Fass war vorher schon bis zum Rand gefüllt worden
 

Naldan

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Du bringst unglaublich viele Sachen kontextlos durcheinander.

Wie erwähnt ist mir deine Gehaltsituation komplett egal. Da du immer noch nicht kapiert hast, dass mit Reagan der erste riesige Schritt getan wurde die reiche Klasse steuerlich zu entlasten und die Lüge der Trickle-Down Theorie begann ins politische Mainstream zu gelangen. Heute ist das die momentane Hauptursache für die riesige Schere zwischen Arm und Reich. Das Senken der Steuersätze für die Reichsten wurde hier durch die höhere Besteuerung bei Geringverdienern und bei der unteren Mittelschicht versucht zu kompensieren. Die progressive Steuerlast existiert real nicht mehr. Anders ist sie sogar degressiv durch extreme Abschreibungsmöglichkeiten beim Fiskus und Erwerb von Vermögen wie ich vorher beschrieb oder bei den sozialen Beitragsbemessungen. Die Folge: Massive Vermögensanhäufungen.

Die soziale Marktwirtschaft strebt einen wettbewerbsfähigen Markt an und war das Paradebeispiel des Neoliberalismus nach dem Zweiten Weltkrieg. Durch sozial- und wirtschaftspolitische Maßnahmen soll das System aufrechterhalten werden. Da dies gut ankam, wurde der Begriff in den 70er und 80er Jahren in Südamerika übernommen, um für eine freie Marktwirtschaft zu plädieren. Mit Reagans erstem großen Schritt, den Markt sich selbst regulieren zu lassen, indem die Steuerlast der Reichsten extrem gesenkt und weitere Vorschriften gelockert wurden, hat sich der Begriff gewandelt und wird für Deregulierung neu definiert.

Und Deutschland hat das genauso über die Jahrzehnte übernommen. Hier wären die größten Eingriffe der letzten Jahrzehnte Hartz 4 mit der größten Steuersenkung für die reichste Klasse, welches Erwerbstätige einbrachte, aber nun Deutschland zu einem riesigen Lohndumpingsland transformierte und die schwarze Null bei der keine nennenswerten Investitionen getätigt wurden und man den Status Quo an toten Industrien wie Kohle, Fleisch und Autos fest hielt. Die Austeritätspoltik Deutschlands ist bekannt und wird Lautstark kritisiert und hat den gesamten Euroraum beeinträchtigt.

Die Staatsinvestitionen Deutschlands sahen in den letzten 30 Jahren eher wie folgt aus. Deutschland hat die EU förmlich ausgebremst.
impuls_grafik_554099.jpg

Und in Deutschland fehlt vernünftige Infrastruktur fürs Internet, Erneuerbare Energien, Schienen wurden 30 Jahre lang verschleißt, Schulen wurden kaputt gespart, Straßeninvestitionen wurden einseitig nach Bayern eingeführt, Zukunfstindustrien wie Eneuerbare Energien, Halbleiterindustrie, Web 2.0 wurden für den Erhalt von Automobil, Kohle und Fleisch geopfert.

Und das alles hat immer noch nichts mit dem Euro zu tun.

Dein Einwand der sozialen Aufgaben ist auch noch mal komplett falsch und ich habe gerade keine Lust mit einem schwurbelnden Pothead zu schreiben. Glücklicherweise gibt es sehr gute Anlaufstellen um sowas zu verdeutlichen wie dem bpb um das erklärt zu bekommen.

Und erst dann kann man vllt langsam verstehen wie das Lohnniveau in Deutschland für den größten Teil der Bevölkerung viel zu niedrig ist und in keinster Weise der angeblichen Produktivität gerecht wird. Btw. immer noch kein Europroblemm bzw sehr indirekt.
Würde dir ja echt beipflichten, aber du bist kaum anders als er und stopfst deine Ideologie wie "Erhalt von Automobil, Kohle und Fleisch" rein, was entweder absichtlich unfassbar generalisiert ausgedrückt wird oder schlicht weg falsch ist.

Erhalt von etwas so generellem bedeutet als Kritik entweder, dass du ernsthaft meinst, dass man nicht ein Mü an Entwicklung vollzogen hat (was nachweislich falsch ist) oder dass man diese Konzepte ganz abschaffen sollte, wo alle, die meinen, dass man Automobile abschaffen sollte, bitte sich auf den Marsch schießen lassen sollten. Hat außerdem auch nichts mit dem Euro zu tun.

Zeigst echt toll, wo du kiffis Fehler siehst, und jubelst dann solch eine Schwachsinnsideologie hier unter.
 
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